Mückensaison

Mücken – alles über Krankheiten und mögliche Gefahren

Moskitonetz in Abendsonne
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Laue Sommernächte könnten so traumhaft schön sein.

Sie erzeugen nicht nur ein unangenehmes Summen, sondern auch ihre Stiche machen Stechmücken zu wenig beliebten Zeitgenossen. Insgesamt gibt es weltweit etwa 3.500 Mückenarten, von denen circa 50 in Deutschland heimisch sind.[1]

Welche Gefahren gehen von Mücken aus und welche Krankheiten übertragen sie?

Welche Krankheiten übertragen Mücken?

In der Regel übertragen die hierzulande heimischen Mückenarten, darunter Stechmücken, Kriebelmücken und Gnitzen, keine gefährlichen Krankheiten. Von den hier lebenden Mücken geht eher die Gefahr einer Infektion aus. Denn das Kratzen nach einem Einstich verstärkt den Juckreiz. Bakterien und Keime können nun in die offene Wunde eindringen und Entzündungen sowie Schwellungen verursachen. Doch einige Hausmittel gegen Mückenstiche können das Jucken erheblich lindern und so einer Entzündung entgegenwirken.

Doch wodurch entsteht der quälende Juckreiz? Nach einem Mückenstich produziert der menschliche Körper reichlich Histamin.[2] Wer dann zu kratzen beginnt, verteilt das Histamin auf der Haut sowie im Gewebe und sorgt dafür, dass es noch stärker juckt – ein kleiner Teufelskreis.

Mückensaison – wann werden die kleinen Insekten zum Problem?

Auf den Menschen abgesehen haben es die kleinen Quälgeister vor allem in der Paarungszeit. Während die Weibchen sich vom Blut ernähren, sind die Männchen vor allem auf Blütennektar als Nahrungsquelle angewiesen und somit harmlos.

Auch wenn die Männchen eine imposante Körpergröße aufweisen, sind es die weiblichen Exemplare, die den Menschen stechen. Denn nach der Paarung saugen sie sich über einen Einstich mit Blut voll. Vor allem an Gewässern und in Feuchtgebieten sind sie in der Mückensaison vermehrt anzutreffen, aber auch an lauen Sommerabenden auf der Terrasse oder im Schlafzimmer.

Wissenswert: Schweiß, CO2 und Wärme locken Mücken an. Das ist besonders für Schwangere von Nachteil, da sie eine höhere Körpertemperatur besitzen und dadurch häufiger gestochen werden.[3]

Tropische Mücken – kleine Insekten, große Gefahren

Einige tropische Mücken können schwerwiegende Krankheiten wie Malaria, Westnil-Fieber, Dengue oder auch das Zika-Virus übertragen.[4] Durch die Globalisierung und den Klimawandel treten hierzulande auch immer mehr tropische Arten auf. Verschiedenste Mückensichtungen der in Deutschland vorkommenden Arten werden kartiert und im sogenannten Mückenatlas festgehalten.[5]

Altbewährte Hausmittel – was hilft gegen Stechmücken?

Ist der Mückenstich noch frisch und haben Sie es geschafft, möglichst nicht daran zu kratzen, dann hilft womöglich eine kurze, aber intensive Wärmeeinwirkung. Auch Kälte ist ein beliebtes Hausmittel gegen Stechmücken. Ein kalter Waschlappen, eine kühle Kompresse oder eine Zwiebel können gegen den Juckreiz helfen und zeitgleich die Schwellung abklingen lassen.

Da Kinder über eine noch sensiblere Haut als Erwachsene verfügen, können Sie neben schonenden Hausmitteln wie einfachem Kühlen mit Wasser dem Einstich auch durchaus mit etwas Apfelessig oder einem Kohlwickel zu Leibe rücken.

Im Zweifelsfall zum Arzt: Sollte sich jedoch auch nach längerer Zeit keine Besserung der Einstichstelle oder sogar eine starke Schwellung, verdächtig intensive Rötung oder gar Fieber einstellen, ist unbedingt ein Besuche beim Arzt notwendig. Dieser kann mit einem Antihistaminikum oder einem Antibiotikum Abhilfe schaffen. Denn es gibt auch Menschen, die sogar schon bei einem Mückenstich mit allergischen Symptomen reagieren.

Fazit: Wie gefährlich sind Mücken wirklich?

Die meisten hierzulande heimischen Mücken sind für den Menschen eher harmlos. Ausnahmen bilden eingeschleppte Mückenarten aus tropischen Regionen oder allergische Reaktionen auf Insektenstiche.

Mit dem Tragen langer Kleidung, der Nutzung von Anti-Mücken-Sprays und anderen kleinen Alltagshilfen lassen sich die kleinen Stechinsekten gut im Zaum halten. Kommt es doch einmal zum Stich, können bewährte und unkomplizierte Hausmittel helfen, eine Schwellung und Reizung der Haut schnell abklingen zu lassen. Bei langanhaltenden Schwellungen und intensiven Rötungen mit eventuellem Fieber ist jedoch der Gang zum Arzt ratsam, um die Einstichstelle versorgen zu lassen.

Wer sich mit dem Thema Mücken und Krankheiten genauer auseinandersetzen möchte, kann auch auf den eigens dafür angelegten Fachseiten des Robert Koch-Instituts zum Thema mückenübertragene Krankheiten zugreifen.[6]

[1] Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V: Unsere Forschung. URL: https://mueckenatlas.com/unsere-forschung/ (15.04.2021).

[2] Gesundheitsstadt Berlin GmbH: Darum jucken Mückenstiche. URL: https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/darum-jucken-mueckenstiche-13355/ (15.04.2021).

[3] Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG, Stuttgart: Was hilft bei Mückenstichen? URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/07/05/was-hilft-bei-mueckenstichen (15.04.2021).

[4] Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V: Unsere Forschung. URL: https://mueckenatlas.com/unsere-forschung/ (15.04.2021).

[5] Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V: Deutschland kartiert die Stechmücken. URL: https://mueckenatlas.com/ (15.04.2021).

[6] Robert Koch-Institut (RKI): Mückenübertragene Erkrankungen. URL: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/M/Muecken/Mueckenuebertragene_Erkrankungen_node.html (15.04.2021).