Vieles ist unklar

Was steht im Arztbrief? Und was bedeutet das für mich als Patient?

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Was bedeuten die Beschreibungen im Arztbrief? Für Patienten ist das oft nur schwer zu verstehen.

Im Arztbrief dreht sich alles um den Patienten – es ist ein Befundbericht von Medizinern für Mediziner. Wirft man als Patient einen Blick in das Dokument, versteht man also nicht unbedingt, was sich hinter all den Formulierungen verbirgt. Experten raten: Lasst es euch von eurem Arzt erklären.

Wir haben euch die häufigsten Fragen und Antworten zum Arztbrief zusammen gestellt.

Wofür ist der Arztbrief da?

Ein Arztbrief dient als Schnittstelle für wichtige Informationen. Zum Beispiel, wenn Krankenhaus und Hausarzt miteinander in Kontakt stehen oder ein Facharzt einen Blick auf die Behandlung werfen soll. Auch unter verschiedenen Spezialisten ist der Arztbrief das Kommunikationsmittel der Wahl.

«Er soll den weiter- oder mitbehandelnden Arzt auf den aktuellen Stand bringen», erklärt Eugen Brysch, der der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz ist. «Es ist ein wichtiges Dokument», sagt Ulf Zitterbart, Vorsitzender des Thüringer Hausärzteverbandes. «Bei uns gehen am Tag 30 bis 40 Arztbriefe ein von verschiedenen Patienten.»

Was steht alles in einem Arztbrief drin?

«Der Arztbrief hält alle wichtigen Behandlungsschritte bereit», sagt Eugen Brysch. Welche Krankengeschichte bringt der Patient mit, was wurde untersucht und mit welchem Ergebnis? Wie lautet die Diagnose und welche Therapie oder Weiterbehandlung wird vorgeschlagen?

«Als Hausarzt muss ich mir die wichtigen Informationen rausfiltern», erklärt Ulf Zitterbart. «Für uns sind natürlich die Diagnose und die empfohlene Therapie am wichtigsten.»

Wieso muss ich als Patient den Arztbrief weitergeben?

„Früher kam der Arztbrief oft noch mit der Post“, erzählt Zitterbart. «Das ist jetzt anders. Es ist mittlerweile üblich, dass der Patient der Bote ist.»

Das liegt daran, dass der Postweg häufig zu langsam war. Ein Beispiel: «Der Patient kam aber schon am nächsten oder übernächsten Tag und sagte: «Die haben was geändert und ich habe hier einen Zettel mit neuen Medikamenten.»» In solch einem Fall ist es gut, wenn der Patient den Arztbrief direkt dabei hat.

Und weil ein Arztbrief aus Datenschutzgründen nicht als normale E-Mail verschickt werden darf, sei man dazu übergegangen, das Dokument den Patienten direkt mitzugeben.

Außerdem werde so deutlich, wer eigentlich Eigentümer des Briefes sei, meint Brysch: «Die Daten und Informationen gehören immer dem Patient.» Verloren gehen kann ein Arztbrief nicht: Ein Krankenhaus muss ihn 30 Jahre aufbewahren, ein niedergelassener Arzt zehn Jahre.

Gibt es den Arztbrief sofort oder muss ich warten?

Einen Arztbrief zu schreiben, dauert einen Moment. Hausarzt Zitterbart empfiehlt aber, im Krankenhaus auf jeden Fall auf das Dokument zu warten. «Sie waren als Patient ja nicht ohne Grund da, es geht um eine wichtige Sache.»

Anders sehe es zum Beispiel bei einem regulären jährlichen Herz-Check via Ultraschall beim Kardiologen aus. Da komme es auf eine Woche nicht an: «Wenn etwas wirklich Schlimmes wäre, würde der Facharzt den Hausarzt direkt informieren», sagt der Allgemeinmediziner.

Im Arztbrief steht viel Medizinisches. Wie kann ich das verstehen?

«Ein Arztbrief sollte am besten so geschrieben sein, dass er für jeden leicht zu verstehen ist», meint Brysch. Bei Unklarheiten rät er, direkt beim Arzt nachzufragen.

«Aber viele Fachärzte, wie etwa Radiologen, verzichten oft auf ein Nachgespräch», kritisiert er. Im Krankenhaus wiederum ist oft gar nicht die Zeit da, alles zu besprechen. «Da ist der Hausarzt ein guter und wichtiger Ansprechpartner», sagt Zitterbart. «Es ist unsere tägliche Aufgabe, alles zu erklären.»

Sollte ich eine Kopie des Arztbriefes aufbewahren?

«Das ist auf jeden Fall ratsam und das machen auch viele», sagt Zitterbart. Andere vertrauten darauf, dass der Hausarzt alles aufbewahre. «Wenn man chronisch krank ist oder viele verschiedene Erkrankungen hat, kann das ja aber richtig viel werden, da hat man in einem Jahr einen dicken Ordner voll.»