Der Kreis Unna hat Verantwortung übernommen. Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) ist seit Januar im Zuständigkeitsbereich des Kreises. Zudem ist nun auch die kommunale Ausländerbehörde in die Zechenstraße gezogen.

Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) ist seit dem 1. Januar Aufgabe des Kreis Unna. Das Land NRW hat dem Kreis die Zuständigkeiten im sogenannten „Ausländerwesen“ für den Regierungsbezirk Arnsberg inklusive Kreis Recklinghausen, Duisburg, Essen, Mühlheim an der Ruhr, Oberhausen, Bottrop und Gelsenkirchen zugeteilt. Die ZAB ist zusammen mit der kommunalen Ausländerbehörde in ein renoviertes Gebäude in die Zechenstraße nach Unna-Königsborn gezogen.

Was macht die ZAB?

Die ZAB kümmert sich überwiegend um die Betreuung von Flüchtlingen in rechtlichen Dingen. „Es geht im Grunde genommen um Papiere, Pass und Identität“, so Landrat Michael Makiolla. Der zweite Aufgabenbereich umfasst das Thema „Rückkehrmanagement“. Ferdinand Adam (Öffentliche Sicherheit und Ordnung) erklärt: „Das Bundesamt für Migration und Flucht entscheidet über Verbleib oder Abschiebung von Flüchtlingen. Menschen, die kein Asyl in Deutschland bekommen, müssen in ihre Heimatländer zurückkehren. Das organisiert die ZAB“.

Das Gebäude an der Zechenstraße beherbergt die ZAB und die kommunale Ausländerbehörde. Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

Die Mitarbeiter haben entweder mit Akten zu tun oder fahren selbst raus zu Flüchtlingsunterkünften, um in Kontakt zu treten. Die Sorge einiger Anwohner, dass sich lange Schlangen vor dem Gebäude bilden, sind unbegründet.

Seit 1. Januar ist der Kreis zuständig

Offiziell haben die Verwaltungsmitarbeiter seit dem 1. Januar 2018 ihre Arbeit aufgenommen. Ein kleiner Teil arbeitet aber schon seit November in den Räumen der Zechenstraße. Bisher war die Zentrale Ausländerbehörde in Dortmund untergebracht. Michael Makiolla blickt auf die Entscheidung zugunsten von Unna zurück. „Der ehemalige Innenminister Ralf Jäger trat vor knapp zwei eineinhalb Jahren mit dieser Bitte an mich heran. Der Kreistag hat im März 2017 dem Umzug nach Unna zugestimmt“, erklärt Makiolla. Neben Unna gibt es auch in Bielefeld und in Köln eine ZAB.

Am Donnerstag (4. Januar) nutzten Landrat Makiolla, Dirk Wigant (Dezernat IV), Ferdinand Adam (Öffentliche Sicherheit und Ordnung) und Sylvia Saddington (Ausländer und Personalwesen), um die neuen Mitarbeiter zu begrüßen. Aktuell hat die ZAB im Kreis Unna 45 Mitarbeiter. Mittelfristig sollen es 59 werden. Dazu kommen 23 Mitarbeiter, die für die Erstaufnahmeeinrichtung in Unna-Massen zuständig sind. Zusammen mit der ZAB ziehen auch 32 Mitarbeiter der kommunalen Ausländerbehörde in das Gebäude in Königsborn.

Kommunale Ausländerbehörde zieht ebenfalls um

Auch die kommunale Ausländerbehörde zieht vom Kreishaus in die Zechenstraße. Der Umzug wird vom 12. Januar bis zum 16. Januar dauern. Es ziehen nicht nur die Mitarbeiter um, sondern auch bis zu 30.000 Akten. „So ein Umzug braucht seine Zeit. Im neuen Gebäude haben wir aber mehr Platz, mehr Einzelbüros und können somit mehr Kunden bedienen“, sagt Dirk Wigant vom Dezernat IV des Kreises Unna.

Noch sind die Aktenregale leer. Bald wird sich das aber ändern. Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

Die kommunale Ausländerbehörde im Kreis Unna hat pro Tag durchschnittlich 200 Kundenkontakte. Es geht vor allen Dingen um Passangelegenheiten und Verlängerungen der Aufenthaltserlaubnis. „In letzter Zeit wollen beispielsweise viele britische Mitbürger einen deutschen Pass beantragen“, sagt Makiolla. Die Zechenstraße 49 ist sowohl mit dem Bus als auch mit der S-Bahn sehr gut zu erreichen.

Besser vorbereitet als 2015

Mit der Zentralen Ausländerbehörde des Landes NRW im Kreis Unna sieht man sich nun besser gewappnet für die jetzige Flüchtlingssituation und das, was noch kommen wird. „Im Gegensatz zu 2015, als die ersten Flüchtlinge zu uns kamen, sind wir hier vor Ort nun besser vorbereitet“, so Makiolla.