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Die Tauben in Unna werden mehr und mehr. Das hat die Stadt jetzt zum Anlass genommen, es den Tieren so unbequem wie möglich zu machen. Der örtliche Tierschutzverein zeigt sich entsetzt.

Stadt, Stadtmarketing, Taubenzüchtervereinigung und Händlergemeinschaft wollen das Problem Taube gemeinsam anpacken. Es gibt Angst vor Krankheiten, die durch den Kot der Vögel verursacht werden könnten.

Doch offenbar vergessen haben sie bei der Problemlösung den Tierschutzverein in Unna (TSV). Und der zeigt sich nun äußerst pikiert.

„War niemand an einer tierschutzkonformen Lösung interessiert?“, fragt Ursula Horn als Vorsitzende des TSV. Auch über das Ergebnis der Pläne von Stadt und Co. zeigt sich Horn enttäuscht.

Zum Hintergrund: Die vier Akteure hatten im Kern beschlossen, den Tauben in der Stadt durch konsequenten Nahrungsentzug zuzusetzen.

Stadt gegen Taubenhäuser

„Wenn sich Tauben nicht wohlfühlen und nicht genug Futter finden, paaren sie sich auch nicht“, wird Haral Köhnemann vom Rassetaubenzuchtverein Rote Erde beim Hellweger Anzeiger zititert.

Die Pläne für Taubenhäuser, in denen Tauben möglichst Nisten sollten, um später deren Eier gegen Porzellan-Exemplare auszutauschen, haben die „Tauben-Jäger“ dagegen ad Acta gelegt. Der Grund: zu aufwändig und unsicher.

Dabei hätte der Tierschutzverein sogar angeboten, einen solchen Taubenturm zu betreuen. Nur: Der Verein wurde anscheinend nie danach gefragt.

Tierschutzverein will helfen

Schon immer, so Horn, habe sich der Tierschutzverein um notleidende Tiere gekümmert. Der Verein sei zudem gut vernetzt, um die Tauben fachkundig versorgen zu lassen. „Warum nutzen die Interessenvertreter der Innenstadt-Händler nicht einfach den kurzen Weg zu uns?“, fragt sich die TSV-Vorsitzende.

Der Verein, so das Versprechen, garantiere eine „tierfreundliche und -gerechte Lösung“, mit der auch die Besucher der Innenstadt leben könnten.

Erste Anknüpfungspunkte mit den Plänen der Stadt gäbe es sogar schon. Denn die Tierschützer unterstützten die Aussage, den Tauben nicht unkontrolliert Futter zu geben und besonders keinen Müll offen zu lagern. Horn: „Aber das darf auf gar keinen Fall die einzige Lösung sein. Gleichzeitig muss den Tieren geholfen werden!“