Unna investiert und schließt bis zum Jahr 2020 zwei große Baulücken nördlich der Innenstadt. Damit endet der langfristige Umbau des Geländes rund um den Bahnhof. 

Unna – Ende 2020 (vielleicht Anfang 2021) ist es soweit: Das Gelände rund um den Bahnhof wird um ein Bürogebäude und ein Parkhaus mit mindestens 200 Stellplätzen reicher. „Die beiden Baulücken schreien förmlich nach Entwicklung“, sagt Ralf Kampmann, Technischer Beigeordneter der Stadt Unna. Baulücken? Gemeint sind die beiden relativ großen Freiflächen zwischen Busbahnhof, Arge-Turm und P&R-Parkplatz, die das Gelände rund um den Unnaer Bahnhof weitläufig erscheinen lassen.

Bürogebäude soll Lücke schließen

Das Bürogebäude soll sich südlich der Bahnhofsstraße direkt über der Tiefgarage entstehen. Die Statik der Tiefgarage erlaubt eine Überbauung. Was für ein Gebäude (Aussehen) entstehen soll steht nach dem jetzigen Stand noch nicht fest. „Wir lassen uns von den Vorschlägen der Ausschreibung, die innerhalb unserer Rahmenbedingungen frei abgegeben werden können, überraschen“, sagt Kampmann.

Hier sollen das Bürogebäude (links unten) und das Parkhaus (rechts oben) entstehen. Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

Bisher stehen die Unternehmen „Mobiles Lernen“, „AfB gemeinnützige GmbH“ und eine Behörde (offizielle Bestätigung steht noch aus) als Nutzer des Bürogebäudes fest. „Wir haben sehr großen Bedarf an neuer Bürofläche in Unna“, bestätigt Kampmann.

Kettenreaktion um den Bau des Parkhauses

Für den Neubau eines sogenannten „Premium-Parkhauses“ kommt es zu einer Kettenreaktion. Das Parkhaus wird auf dem aktuellen Buswarteplatz gebaut. Der Buswarteplatz rückt auf den P&R-Parkplatz. Die knapp 80 P&R-Plätze werden in östlicher Richtung auf ein angrenzendes Grundstück südlich der Bahnschienen gebaut. „Allerdings stehen dann nur noch knapp 45 Parkplatze zur Verfügung“, sagt Kampmann.

Im Parkhaus sollen mindestens 200 neue Stellplätze entstehen. „Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass es sich um ein Premium-Parkhaus handeln soll, dass auch eine Zertifizierung vom ADAC bekommen würde“, sagt Karl-Gustav Mölle, Erster Beigeordneter und Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Unna. (WBU). Ein Premium-Parkhaus?

Ralf Kampmann und Karl-Gustav Mölle präsentieren die Pläne des Neubaus. Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

ADAC-Zertifiziert aber nicht kostenlos

„Autos werden immer größer und breiter, sodass herkömmliche Stellplätze nicht mehr ausreichen. Hinzu soll es einen Nutzungskomfort für ältere Menschen und Familien mit Kindern geben. Natürlich alles barrierefrei und mit Elektrotankstellen“, fügt Mölle hinzu. Auch ein Sicherheitsdienst und eine helle Beleuchtung sollen dafür sorgen, dass das 24 Stunden geöffnete Parkhaus ein zusätzliches Sicherheitsgefühl vermittelt. Übrigens: Auch die Tiefgarage am Bahnhof wird modernisiert.

Beim Ausschreibungswettbewerb sind mit Detering, Kimpel und Weicken auch drei Architekturbüros aus Unna dabei. Am Donnerstag, 22. Juni, findet das Rückfragenkolloquium statt. Bis zum 4. Oktober können die Architekturbüros die Pläne einreichen, bis zum 13. Oktober die Modelle. Das Preisgericht tagt am 28. November. Danach können Interessierte die Modelle des neuen Bürogebäudes und des Parkhauses im Rathaus begutachten.

Bis Ende 2020 soll alles fertig sein

Zunächst wird das Bürogebäude (Ende 2018 – Mitte 2020) für knapp 10 Millionen Euro gebaut. Dann kommt das Parkhaus (Mitte 2020 – Ende 2020/Anfang 2021), das knapp 5 Millionen Euro kosten wird. „Besonders in der zweiten Jahreshälfte kann zudem es mit dem Bau des Parkhauses und der Umlagerung der P&R-Plätze in Unna mit dem Parken etwas eng werden. Wir werden alles daran setzten, um Parkchaos zu vermeiden“, sagt Kampmann.

Ende 2020/Anfang 2021 soll das Bahnhofsgelände fertig sein. Foto: Dennis Liedschulte/Unna24

Wird das Parken im bahnhofsnahen Parkhaus, wie beispielsweise in der Stadt Kamen, frei? „Nein, es wird sich um ein ADAC-Zertifiziertes Premium-Parkhaus handeln. Mit knapp 1,50 Euro werden wir da nicht weit kommen. Aber aktuell können wir noch keinen Preis festlegen. Bis dahin kann ja noch sehr viel passieren“, sagt Mölle.