Bild: Hellweg-Realschule

Eigentlich hatte Unnas Verwaltung geplant, das in die Jahre gekommene Gebäude der Hellweg-Realschule in Massen zu sanieren. Doch es wurde umgedacht. Jetzt gibt es Pläne für einen Neubau – allerdings an anderer Stelle.

Eine Sanierung ist teuer – und am Ende ist und bleibt das Gebäude vom Grundriss und der Bausubstanz alt. Also warum nicht direkt neu bauen? Das hat sich die Verwaltung der Stadt Unna im Falle der Hellweg-Realschule auch gedacht. Statt das Gebäude aus den 1966er Jahren aufwändig zu sanieren, was den Schulbetrieb sehr stören würde, soll die Schule nach den Plänen der Stadtverwaltung auf dem Gelände des ehemaligen Freizeitbades Unna neu gebaut werden.

Dort, so Unnas Schuldezernentin Kerstin Heidler, könne man so ziemlich alles umsetzen, was heutzutage pädagogisch gefordert sei. Flure würden in einem Neubau demnach nicht nur Flure sein, sondern auch zur Lernlandschaft gehören. Es könnten Räume für Sprachtraining und andere für digitale Lerninhalte entstehen. Und was die Barrierefreiheit und die Integration von behinderten Kindern betrifft, wäre ein Neubau nach Ansicht der Stadt auch im Vorteil gegenüber einer Sanierung.

Kerstin Heidler, Schuldezernentin der Stadt Unna, befürwortet den Neubau der Hellweg-Realschule. Foto: Stadt Unna

„Aus schultechnischer Sicht ist so ein Neubau ein echtes Pfund“, sagt Heidler, die auch die Vorteile in der Bauphase sieht. Eine Sanierung der alten Schule würde jahrelang den Schulbetrieb stören.

Hellweg-Realschule auf ehemaligen Schwimmbad-Gelände

Geplant ist der Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Freizeitbades Massen, dass nur 1,3 Kilometer südlich des aktuellen Standortes liegt. Das Bad wurde 1982 eröffnet und 2010 endgültig geschlossen. Das inzwischen zurückgebaute Gelände gehört der Stadt und wäre größer als jenes, worauf die Hellweg-Schule aktuell steht.

Die Hellweg-Realschule in Massen. Foto: Hellweg-Realschule

Kostentechnisch würde sich der Neubau gegenüber der zuerst angedachten Sanierung wohl lohnen. Denn während die Auffrischung des alten Standorts mit rund 17,7 Millionen Euro zu Buche schlagen würde (Stichwort „Asbest), rechnet die Stadt bei einem Neubau mit etwa 20 Millionen Euro an Kosten. „Es wäre also unsinnig, so viel Geld in die Sanierung eines Gebäudes zu stecken, wenn man für 2,3 Millionen Euro mehr einen Neubau bekommt“, meint Unnas technischer Beigeordneter Ralf Kampmann. Wie das ganze Projekt finanziert werden soll, ist allerdings noch nicht ganz ausgereift. Man hoffe auf die ein oder andere Förderung durch Land und Bund, ansonsten, so Ralf Kampmann, sei es erstmal wichtig, „vom Grundsatz her eine Entscheidung getroffen zu haben.“ Grünes Licht vom Kämmerer gäbe es allerdings schon.

Wertvolles Gelände in Massen

Und was würde im Falle eines Neubaus an der Straße „Am Freizeitbad“ mit dem alten Gebäude an der Königsborner Straße passieren? „Die Schule liegt mitten in einem Wohngebiet, da liegt es also Nahe, wie man das Gelände künftig nutzen könnte“, sagt Kampmann, der das Areal als „wertvoll“ bezeichnet. „Es muss also weiterentwickelt werden.“

Was die Nachfrage nach Realschulplätzen betrifft, will man bei der Stadt „noch nicht in die Glaskugel schauen“, wie Schuldezernentin Heilder es formuliert. Aktuell ist die Hellweg-Realschule – Unnas einzige Realschule – dreizügig. Im Falle des Neubaus könnte sie sogar vierzügig werden. Am Ende, das steht jetzt schon fest, muss die Politik den Plänen zustimmen. Sonst wird es nichts mit dem Neubau.