Bild: Bianca Hoffmann/Unna24

Die Nachricht über die endgültige Schließung der Eishalle schlug vor zwei Wochen in Unna ein wie eine Bombe. Seitdem hat sich in Unna eine Bürgerinitiative gegründet, es wurden über 5.000 Unterschriften gesammelt und zwei Ausschüsse gaben ihr Okay zur Beschlussvorlage. Bei der Sitzung des Stadtrates dann die Überraschung: Das Tempo wird rausgenommen, der Erhalt der Eishalle wird noch einmal geprüft.

Gleich zu Beginn der Diskussion macht Bürgermeister Werner Kolter (SPD) darauf aufmerksam, wie emotional die Debatte rund um die Schließung der Eishalle in den vergangenen Tagen geführt wurde. „Diese Diskussion ist in den Teilen verlassen worden und sehr verletzend und auch sehr bedrohlich geworden.“

Diese Worte sind nicht nur an die rund 100 Besucher gerichtet, die sich in den Zuschauerrängen des Stadtrates drängen, sondern auch an zahlreiche Facebook-User. Unter den Besuchern sind zahlreiche Eissport-Fans. Die Stimmung ist aufgewühlt. Und sie haben sich organisiert in der Bürgerinitiative „Unna braucht Eis“.

Vorschlag: Bürgerinitiative betreibt Eishalle

Ein sichtlich nervöser Ernst-Otto Derbert stellt die Petition vor. Mit zahlreichen Fakten versucht er zu belegen, dass ein Weiterbetrieb der Eishalle durchaus möglich wäre. Unter Umständen durch eine Bürgerinitiative, die diese Halle betreibt. „Wir bitten den Rat darum, die Eishalle in Bürgereigentum zu überführen“, sagt er zum Schluss seiner Ausführungen und bekommt dafür lauten Applaus.

Ihm schließt sich Wilhelm Ruck an. Er verliert nicht viele Worte, apelliert aber: „Hören Sie auf die Bürger dieser Stadt, nehmen Sie sie wahr und vor allem nehmen Sie sie ernst!“ Auch hierfür gibt es viel Applaus.

Hoffnungsschimmer für die Eisfans

In der aufgeheizten Stimmung plötzlich ein Hoffnungsschimmer für die Eisfans: Bürgermeister Werner Kolter sagt, dass über die Vorschläge aus der Petition im Rat nicht diskutiert werden soll. Aber: Es soll darüber gesprochen werden. „Wir wollen schauen, ob wir andere Zugänge zu den Themen finden, als wir sie bisher haben. Ist ein Bürgerverein ein belastbares Instrument für die Zukunft?“

Und plötzlich erscheint an die Wand projiziert eine abgeänderte Beschlussvorlage: Der Beschluss, die Eishalle endgültig zu schließen, abzureißen und in Wohnhäuser umzubauen, soll zwar gefasst, aber bis zum Ende des Jahres ausgesetzt werden. Diese wurde nach langer und hitziger Diskussion mit fünf Enthaltungen angenommen.