Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Pünktlich zum Pride-Monat sendet der Evangelische Kirchenkreis Unna ein deutliches Signal: Er will die „Ehe für alle“ auch für kirchliche Trauungen im Kreis Unna.

  • Bisher konnten homosexuelle Paare nur eine Segnung feiern.
  • Kirchenkreis ist zuversichtlich, dass auch eine gleichgeschlechtliche Trauung ab 2020 möglich ist.

Bereits 2013 feierte der damalige Pfarrer der Stadtkirchengemeinde, Jörg-Uwe Pehle, mit seinem Partner Thomas König eine Segnungsfeier in Unna. Es war eine symbolische Hochzeit – Trauungen sind in der Unnaer Kirche bisher noch nicht möglich.

Beschluss für die „Ehe für alle“ kommt vermutlich Anfang 2020

Doch das könnte sich bald ändern. Am Mittwoch (26. Juni) sprach sich die Sommersynode in Kamen dafür aus, dass standesamtlich verheiratete homosexuelle Paare auch kirchlich heiraten dürfen.

Beschlossen ist damit aber noch nichts: Im November diskutiert die Landessynode darüber, ob die „Ehe für alle“ bald auch für den Evangelischen Kirchenkreis Unna gilt. Zuerst berichtete der Hellweger Anzeiger darüber.

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Bisher sieht es aber sehr danach aus, dass die Landessynode der „Ehe für alle“ zustimmt. Andere Kirchenkreise teilen nämlich die Einstellung aus Unna. Ein entsprechender Beschluss tritt also höchstwahrscheinlich Anfang 2020 in Kraft. Bis dahin bleibt es bei der Segnungsfeier für lesbische und schwule Paare. Standesamtlich lassen sich homosexuelle Paare schon seit dem 1. Oktober 2017 in Unna trauen.

Nicht alle Pfarrer sind von der kommenden Neuregelung begeistert. Wenn ein Pfarrer die „Ehe für alle“ ablehnt, muss er ein Paar deshalb nicht zwingend trauen. In dem Fall könnte ein anderer Pfarrer einspringen oder der Superintendent stellt die Frage nach dem Ja-Wort.