Polizei ermittelt mit Hochdruck

Video kursiert im Netz: Mann vereitelt angeblichen geplanten Kindesmissbrauch

Ein Mann aus Unna soll offenbar versucht haben sich an Kindern zu vergehen.
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Ein Mann aus Unna soll offenbar versucht haben sich an Kindern zu vergehen.

Die Polizei im Kreis Unna (bei Dortmund) beschäftigt sich aktuell mit im Internet kursierenden Video. Angeblich wurde ein Kindesmissbrauch vereitelt. 

  • Im Kreis Unna (bei Dortmund) herrscht aktuell große Aufruhr.
  • Im Internet wurde ein Video verbreitet, dass einen Fall von Selbstjustiz zeigt. 
  • Die Aufnahmen zeigen einen Mann, der auf einen Autofahrer losgeht. 

Unna/Wuppertal - In den sozialen Medien kursiert zurzeit ein erschreckendes Video. Zu sehen ist dort eine Person, die auf einen Autofahrer losgeht und ihn des Versuchs beschuldigt, Kinder sexuell zu missbrauchen. Das Video wurde bereits tausende Male geteilt. 

Video kursiert im Internet: Polizei Unna hat die Ermittlungen aufgenommen

Erst kürzlich wurde vor dem Dortmunder Landgericht ein Fall von sexuellem Missbrauch an Kindern aus dem Kreis Unna verhandelt. Die Polizei Unna (bei Dortmund) hat am 28. Mai bereits via Facebook Stellung zu dem aktuellen Video bezogen. Dort heißt es im Wortlaut: "In den letzten Stunden wurde, insbesondere im Kreis Unna, ein Video geteilt, das eventuell einen strafrechtlichen Hintergrund hat."

Und weiter: "Wir sind über diesen Sachverhalt informiert und die Ermittlungen laufen. Bitte helfen Sie uns und teilen Sie dieses Video nicht weiter."

Ein Mann aus Unna soll offenbar versucht haben sich an Kindern zu vergehen.

Polizei: Autofahrer stammt aus dem Kreis Unna

Ersten Informationen zufolge stammen die Aufnahmen aus Wuppertal. Dennoch glauben einzelne Facebook-User, dass der angegriffenen Autofahrer eine Verbindung nach Werne besitzt. 

Die Polizei konnte diese Information auf Anfrage zwar nicht bestätigen, jedoch soll der Mann tatsächlich aus dem Kreis Unna stammen. Aus welcher Stadt genau soll aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht verraten werden. 

Polizei Unna: Autofahrer wollte sich mit einem Kind treffen

In dem Video ist zu erkennen, wie der Tatverdächtige aus dem Kreis Unna von einem ihm unbekannten Mann angegriffen wird. Die Aufnahmen lassen vermuten, dass sich der Autofahrer mit einem Kind treffen wollte. An dem Treffpunkt scheint aber stattdessen der Vater, ein Bekannter oder anderer Verwandter des Kindes, gewartet zu haben. 

Das Aufeinandertreffen mit dem Autofahrer filmte der Mann. In dem Video beschuldigt er den Verdächtigen, dass er sich an dem Treffpunkt mit einem siebenjährigen Kind habe treffen wollen. Auch der geplante sexuelle Missbrauch wird dem Autofahrer in dem Video von dem Mann vorgeworfen, bevor dieser handgreiflich wird und so den Autofahrer zu Flucht bewegt.   

Polizei Unna ermittelt auch gegen den Urheber des Videos

Bernd Pentrop, Polizeisprecher der Polizei Unna sagte dazu: "Das Video ist Bestandteil der Ermittlungen des verantwortlichen Polizeikommissariats in Unna und dieses steht in engem Austausch mit den Kollegen der Polizei in Wuppertal."

Allerdings wird nicht nur gegen den Autofahrer ermittelt, sondern auch gegen den Mann, der das Video aufgenommen hat. Gegen den Autofahrer steht das Delikt des sexuellen Missbrauchs an Kindern im Raum. Gegen den Mann, der den Verdächtigen auf dem fraglichen Video angriff und dieses vermutlich auch ins Netz stellte, wird wegen Körperverletzung und Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild und Beleidigungen ermittelt.

In Münster (NRW) ist es zu einem besonders schweren Fall von Kindesmissbrauch gekommen. Über Jahre soll ein 27-Jähriger einen 10-Jährigen missbraucht haben. Die Ermittler haben scheußliche Details ans Licht gebracht. 

Polizei Unna warnt vor Weiterverbreitung des Videos: "Hilft nur dem Täter"

Das Video wurde auf Anraten der Polizei inzwischen weitestgehend aus dem Internet entfernt. Zuvor wurde es jedoch schon über sämtliche Kanäle tausendfach geteilt. So zum Beispiel in diversen Facebook-Gruppen rund um Unna

Die Polizei weist in ihrem Statement nochmals eindringlich daraufhin, die Weiterverbreitung des Videos zu unterlassen. Dies würde nur den Tätern, in diesem Fall dem vermeintlich "Pädophilen" weiterhelfen und die Arbeit der Beamten erschweren. 

Polizei Unna will den Vorfall so schnell wie möglich aufklären

"Täter würden durch die sozialen Medien informiert", fügte Bernd Pentrop an. Zwar seien Videoaufnahmen zu Beweiszwecken legitim, allerdings sollten sie keinesfalls veröffentlicht werden. Dennoch hofft die Polizei Unna auf Hinweise aus der Bevölkerung und arbeitet derzeit auf Hochtouren daran, den Fall aufzuklären.

Leider ist das nicht der einzige Missbrauchs-Fall im Ruhrgebiet. Auch im Fall des verschwunden Marvin K. aus Recklinghausen kam es vor einiger Zeit zu einer Anklage wegen sexuellem Missbrauch. Ein 44-Jähriger stand damals im Verdacht, dem Jungen über zwei Jahre hinweg Schlimmes angetan zu haben.

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