Bild: RUHR24

Aktivisten haben am Freitag (4. Oktober) in Lünen das Gelände eines Kohlekraftwerks gestürmt. Sie besetzten dabei einen Kran.

  • Rund 60 Aktivisten stürmten am Freitag mit Kanus das Gelände eines Kohlekraftwerks.
  • Einige von ihnen kletterten auf einen Kran.
  • Ein Banner verweist auf einen umgeleiteten Fluss in Kolumbien.

Lünen: Kran an Kohlekraftwerk von Aktivisten besetzt

Update, Samstag (5. Oktober), 12 Uhr: Inzwischen steht fest, wer hinter der Aktion in Lünen steckt. Es handelt sich um das Bündnis DeColonizing Europe“, wie eine Aktivistin gegenüber VN24 sagte. Der Protest in Lünen richte sich gegen deutsche Konzerne, die 40 bis 60 Prozent ihrer verfeuerten Kohle in Russland abbauen würden. Dadurch, so die Aktivisten, würde die Heimat kleinerer Volksgruppen in Russland zerstört.

Erstmeldung, Freitag (4. Oktober), 22 Uhr: Polizei und Feuerwehr im Großeinsatz in Lünen! Dort hat eine Gruppe von Aktivisten am Freitagnachmittag einen Kohlekran auf dem Gelände der Firma „Microca Kohlenstäube“ am Trianel-Kohlekraftwerk gestürmt.

Die Aktivisten kamen dabei gegen 16.30 Uhr mit Kanus über den Datteln-Hamm-Kanal und begaben sich von dort aus auf das Firmengelände.

Ein Teil der Gruppe kletterte auf den Kran. Dort breitete sie ein Banner mit der spanischsprachigen Aufschrift „Arroyo Bruno se queda“ (dt.: „Arroyo Bruno bleibt“) auf.

Arroyo Bruno, der Bruno-Strom, ist ein Fluss in Kolumbien, der zuletzt umgeleitet wurde, um in der Cerrejon Mine Kohle abzubauen. Bei dem Fluss handelt es sich um den Nebenfluss des einzigen großen Flusses dieser Trockenregion, des Rio Rancheria. Gegen die Maßnahme regt sich Widerstand auf Seiten der indigenen Bevölkerung. Sie fürchtet Auswirkungen auf ihre Wasserversorgung.

Zu welcher Gruppierung oder Organisation die etwa 60 Aktivsten der Aktion in Lünen gehören, konnte die Polizei am Freitagabend gegenüber RUHR24 nicht sagen. Die Ruhr Nachrichten berichten, es handle sich um das Bündnis „COALonize Europe“.

Gegen 20 Uhr konnte die laut Polizei friedliche Aktion der Aktivisten durch die Einsatzkräfte in Lünen beendet werden. Der Betrieb des Kohlekrans wurde durch die Aktivisten nicht gestört, sagte ein Polizeisprecher gegenüber unserer Redaktion.

Von den Teilnehmern wurden die Personalien aufgenommen. Anschließend mussten sie das Gelände des Kohlekraftwerks wieder verlassen. Ermittelt wird nun wegen Hausfriedensbruch.

In Gütersloh haben Aktivisten übrigens Menschenfleisch auf dem Markt angeboten. Das steckt hinter dieser skurrilen Aktion.