Bild: dpa (Symbolfoto)

Am Tag nach dem Amokalarm am Marie-Curie-Gymnasium in Bönen (Kreis Unna) hagelt es nun Kritik von einem betroffenen Vater. Die Lehrer seien nicht richtig informiert worden.

  • Gestern (2. Oktober) gab es einen Amokalarm an einem Gymnasium in Bönen.
  • Viele Lehrer wussten offenbar nicht, was im Ernstfall zu tun ist.
  • Die Polizei ist gegen eine Übung von einem Amoklauf.

Amokalarm in Gymnasium war nur ein Fehlalarm

Gegen 10.10 Uhr am Vormittag wurden die Einsatzkräfte der Polizei zum Gymnasium in Bönen gerufen.

Die Polizisten vor Ort haben aber offenbar schnell festgestellt, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Schüler des Gymnasiums als auch der benachbarten Realschule mussten während der Zeit im Gebäude bleiben.

Dann die Entwarnung: Der Amokalarm war nur ein technischer Defekt, die Schüler waren zu keiner Zeit in Gefahr.

Besorgte Eltern versammelten sich vor den Schulen

Viele Eltern der Schüler versammelten sich vor der Schule und warteten auf ein Lebenszeichen ihrer Kinder. Und genau von diesen Eltern hagelt es jetzt Kritik.

Ein Vater erhebt jetzt schwere Vorwürfe, wie er dem Westfälischen Anzeiger mitteilt: „Wenn das der Ernstfall gewesen wäre, dann hätte das in einer Katastrophe enden können.“ Seine Tochter erlebte den vermeintlichen Amokalarm als Schülerin des Gymnasiums.

Das war in diesem Jahr nicht der erste Amokalarm im Kreis Unna. Ende Januar löste eine Lehrerin aus Bergkamen aus Versehen einen Alarm aus.

Unterricht ist trotz Amokalarm nicht abgebrochen worden

„Als der Alarm schrillte, wussten viele Lehrer gar nicht, was das zu bedeuten hat, berichtete meine Tochter, aber auch Kinder aus anderen Klassen“, so der Vater der Schülerin. „Minutenlang haben sich die Lehrkräfte in Chats ausgetauscht, was jetzt zu tun ist. Das hat die Kinder natürlich noch mehr verunsichert.“ Trotz Alarm ist der Unterricht nicht abgebrochen worden.

„Eigentlich sollen die Türen sofort verschlossen werden bei einem Amokalarm“, argumentiert der Vater. „Aber ein Teil der Klassen konnten gar nicht zugesperrt werden, weil die Lehrer gar keinen Schlüssel hatten. Die Türen haben aber nur Klinken, die von außen geöffnet werden können“, so der Vater. 

Die Polizei ist gegen eine Übung für den Ernstfall

Der Vater der Schülerin aus Bönen macht den Lehrern jedoch keine Vorwürfe. „Aber ich frage mich, ob so etwas nicht regelmäßig geübt werden kann, ähnlich wie bei einer Feueralarmübung, damit jeder weiß, was er im Ernstfall zu tun hat.“

Die Polizei, die sogar ein eigenes Trainingszentrum für Amokläufe hat, rät jedoch davon ab, für einen Amoklauf zu üben. Wenn potenzielle Täter durch die Übung den Ablauf eines Ernstfalls kennen, würde die Gefahr für die Schüler steigen. In regelmäßigen Konferenzen sollen sich die Lehrer jetzt über einen potenziellen Amoklauf austauschen können.