Vorfall in Recklinghausen

Hammer in Sparkasse - attackierte ein Security-Mitarbeiter eine Obdachlose? 

+
In einer Filiale der Sparkasse in Recklinghausen soll ein Security-Mitarbeiter eine obdachlose Frau mit Exkrementen überschüttet haben.

In Recklinghausen kam es zu einem Ekel-Vorfall. Ein Security-Mitarbeiter soll eine Obdachlose in einer Sparkasse mit Kot attackiert haben. 

  • Die wohnungslose Frau hatte sich in einer kalten Nacht in einer SB-Stelle der Sparkasse aufgehalten.
  • Der Security-Mitarbeiter soll sie aufgefordert haben, zu gehen.
  • Es gab bereits erste Konsequenzen.

Recklinghausen - Die wohnungslose Susanne hielt sich in einer kalten Nacht im Dezember in einer Selbstbedienungsstelle der Sparkasse Vest in der Innenstadt von Recklinghausen auf. Ein diensthabender Security-Mann des Westfälischen Wachschutzes (WWS) entdeckte sie dort und forderte sie auf, den Raum zu verlassen.

Sparkasse Recklinghausen: Obdachlose suchte Zuflucht für die Nacht

Eine bloße, verbale Aufforderung an die Obdachlose genügte ihm dabei offenbar nicht: Er überschüttete die Jacke der Frau mit einer braunen Flüssigkeit, die eindeutig nach Kot gerochen haben soll. Diese hatte der Security-Mitarbeiter in einem kleinen Behältnis vor der Filiale aufgefunden, wie die Recklinghäuser Zeitung berichtet.

Daraufhin soll sich Susanne, die betroffene obdachlose Frau, in das nahegelegene Gasthaus bewegt haben. Die dort anwesende Schwester Judith Kohorst, eine Nonne aus Recklinghausen, habe sofort den auffälligen Geruch der Frau bemerkt.

Sparkasse Recklinghausen: Video-Aufnahmen bestätigen den Fall

"Ich habe mich gewundert, was so streng riecht und dann ist mir aufgefallen, dass ihre Winterjacke auf dem Rücken großflächig mit Kot beschmiert war", sagte sie gegenüber der Recklinghäuser Zeitung. "Ich habe erst gedacht, dass sie sich in Hundekot gelegt hätte."

Daraufhin wurden die Video-Aufnahmen in der SB-Stelle überprüft. Wie Stefan Fokken von der Sparkasse Vest gegenüber der Recklinghäuser Zeitung bestätigt, ist auf "den Aufzeichnungen zu erkennen, wie der Wachmann die Frau mit einer braunen Flüssigkeit überschüttet". Um was für eine Art Flüssigkeit genau es sich in dem kleinen Behälter in der Hand des Mannes handelte, sei aber nicht eindeutig bestimmbar.

Sparkasse Recklinghausen: "Auf der Jacke war definitiv Kot."

Aber Kohort ist sich sicher: "Auf der Jacke war definitiv Kot." Der Security-Mitarbeiter soll hingegen beteuert haben, dass es sich um Speisereste handelte, wie das Portal 24Vest berichtet.

Das Unternehmen WWS zog aus dem Vorfall die Konsequenzen und entließ den Mitarbeiter, der zuvor acht Jahre lang bei der Firma beschäftigt war. Die Betroffene erstattete Anzeige. Diese beläuft sich auf "vorsätzliche einfache Körperverletzung".

Sparkasse Recklinghausen: Filiale spendet der Betroffenen neue Jacke

Auch die Sparkasse sah sich nach dem Ekel-Vorfall offenbar zum Handeln gezwungen: Sie nahm Kontakt mit Susanne auf, entschuldigte sich bei ihr und spendete ihr zusätzlich Geld für eine neue Jacke.

Video: Hunderttausende in Deutschland Obdachlos

Der unerlaubte Aufenthalt in der SB-Stelle der Sparkasse war möglicherweise nur dem Notfall geschuldet: Obdachlosen droht zur kalten Jahreszeit im schlimmsten Fall der Tod. Der Arbeiter-Samariter-Bund Dortmund fordert deswegen zur Zivilcourage auf.

Mehr zum Thema