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Die Zeit des Bergbaus im Ruhrgebiet ist vorbei – jetzt soll er zum Tourismus-Magneten werden. Die Region könnte in Recklinghausen bald eine echte Attraktion bekommen – ein Erlebnisbergwerk.

  • Tourismus-Attraktion ist 1400 Meter lang und befindet sich in Recklinghausen-Süd.
  • Gelände wird jetzt noch als Trainingsstätte genutzt.
  • Politische Gremien müssen Entscheidung im Juli treffen.

Paris hat den Eifelturm, Rom seine Ruinen – und das Ruhrgebiet seine Fördertürme und Bergwerke. Aus der eher mausgrauen Bergbau-Vergangenheit möchte das Ruhrgebiet ein touristisches Pfund machen. Längst trifft man den Bergmann nicht mehr nur unter Tage, sondern auch auf Ampeln – wie in Gelsenkirchen -, in Souvenirläden oder als Emblem auf Mode-Labels.

In Recklinghausen könnte nun Deutschlands größtes Erlebnisbergwerk im Bereich des Steinkohlebergbaus eröffnen. Damit bekommt die Region einen weiteren Ort neben dem Bergbaumuseum in Bochum oder der Zeche Zollern in Dortmund, an dem Besucher den Bergbau regelrecht anfassen können.

Für das Vorhaben soll das Trainingsbergwerk der RAG umgebaut und für Besuchermassen geöffnet werden. Es befindet sich im Süden von Recklinghausen an der Stadtgrenze zu Herne. Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche scheint vom Vorhaben der RAG, des Regionalverbands Ruhr (RVR) und der Stadt schon jetzt begeistert zu sein.

Erlebnisbergwerk soll touristische Attraktion sein

„Mit dem Trainingsbergwerk könnten wir in der Stadt nicht nur ein tolles Stück Bergbautradition erhalten, sondern ganz sicher auch eine weitere touristische Attraktion für die gesamte Region schaffen“, sagt Tesche. Besucher könnten dort ein „ganz authentisches Stück Bergbau“ erleben.

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Tatsächlich wird das Traningsbergwerk schon jetzt für einzelne Führungen genutzt. Bis mindestens 2021 soll es zudem weiterhin als Trainingsort für die Grubenfeuerwehr genutzt werden.

Vielen Original-Teile aus dem Bergbau

Für die Nutzung als Touristen-Attraktion müsste das Bergwerk aber wohl noch in Schuss gebracht werden. Aber: Schon jetzt ist auf einer Streckenlänge von 1400 Metern alles im Original vorhanden, was den Steinkohlebergbau ausmacht.

Im RAG-Trainingsbergwerks in Recklinghausen stehen noch viele Originalteile aus dem Bergbau. Im Bild: Ex-NRW-Wirthschaftsminister Garrelt Duin. Foto: dpa
Im RAG-Trainingsbergwerks in Recklinghausen stehen noch viele Originalteile aus dem Bergbau. Im Bild: Ex-NRW-Wirthschaftsminister Garrelt Duin. Foto: dpa

Dazu gehören die verschiedenen Bergbaumaschinen, drei Streckenvortriebe sowie Streben mit einem Walzenschrämmlader und einem Hobel. Außerdem ist ein Tagesschacht vorhanden. Und das Stollensystem wird wie ein aktives Bergwerk bewettert. Viele der Maschinen können in Betrieb besichtigt und sogar ausprobiert werden.

Außerdem schließen die Beteiligten auch Kooperationen mit dem Bergbaumuseum in Bochum nicht aus. Mit dem Erlebnisbergwerk könnte im Süden von Recklinghausen ein großer Tourismusmagnet entstehen. Schon jetzt schätzen viele Besucher die benachbarte Halde Hoheward mit ihrem Horizontobservatorium.

Ob und wann das Erlebnisbergwerk kommt, müssen jetzt die politischen Gremien in Recklinghausen entscheiden. Auch der Kooperationspartner vom RVR muss sich noch abschließend beraten. Am 8. Juli 2019 soll dann im Rat der Stadt Recklinghausen eine Entscheidung treffen.