Zweiter Prozesstag

Fall Marvin K.: Polizistin spricht über erste Vernehmung des Jungen

15-Jähriger bei Durchsuchung im Schrank gefunden
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In diesem Haus wurde der damals 15-jährige Marvin K. bei einer Durchsuchung der Polizei zufällig gefunden.

Am Landgericht Bochum hat der Prozess um hundertfachen Kindesmissbrauch begonnen. Eine Polizistin sprach jetzt über die erste Vernehmung von Marvin K.

Am zweiten Prozesstag hat die Polizistin, die den vermissten Marvin K. im Dezember 2019 als erste vernommen hat, vor dem Landgericht Bochum ausgesagt.

Es war ein erschreckend-trauriges Bild, als er zu uns kam“, so die Polizistin vor der 8. Strafkammer des Bochumer Landgerichts. „Er lief auf Socken, hatte einen alten Herrenpullover an, er roch stark und war dreckig.“

Wie 24VEST.de* berichtet, war das erste, was Marvin erzählte, dass er sich freiwillig beim Angeklagten aufgehalten habe. „Er hat uns gesagt, dass er die Wohnung in der ganzen Zeit nur dreimal verlassen hat – in der Nacht“, so die Vernehmungsbeamtin. „Er hatte Angst, dass er aufgegriffen wird und in die Einrichtung nach Oer-Erkenschwick zurückmuss.“

Marvin K. wurde aus Zufall in im Schrank in einer Wohnung in Recklinghausen entdeckt

Hintergrund: Der aus Duisburg stammende Junge war im Juni 2017 im Alter von 13 Jahren aus einer Wohngruppe in Oer-Erkenschwick verschwunden. Nach ihm wurde bundesweit gefahndet.

Aus Zufall wurde der mittlerweile 15-Jährige vergangene Woche in der Wohnung des 44-Jährigen in Recklinghausen in einem Schrank entdeckt, als man bei ihm nach Kinderpornos suchte. Der Mann kam wegen des Verdachts einer schwerwiegenden Sexualstraftat in Untersuchungshaft. Der Jugendliche soll sich mindestens zwei Jahre bei dem Mann aufgehalten haben.

Jörn Hartwich, dpa

*24VEST.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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