Steroide statt Backmischung: Sohn betreibt Untergrundlabor - und lässt Dopingmittel an Mutter liefern

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Dopingmittel: Labor in Marl

Kreis Recklinghausen/NRW - In Marl betrieb ein 38-Jähriger ein Untergrundlabor für Dopingmittel. Die Substanzen die er dafür brauchte, lies er an seine Mutter liefern.

In Marl betrieb ein 38-Jähriger ein Untergrundlabor zur Herstellung von Dopingmitteln. Die Substanzen die er dafür brauchte, lies er an seine Mutter liefern - getarnt als Backmischungen.

  • Zollfahnder fanden 1,5 Kilo Dopingmittel-Wirkstoffe in einem Paket.
  • Die Substanzen gingen als Paketsendung von Hongkong an eine 69-Jährige Frau aus Herten.
  • Der Sohn der Empfängerin stellt Dopingmittel im eigenen Labor in Marl her.

Dopingmittel: Herstellung in einem Labor in Marl

500 Ampullen mit Dopingmitteln hätte der 38-Jährige mit den Steroiden in seinem Labor in Marl herstellen können. Als Backmischung getarnt, gingen die als Postsendung an seine Mutter. Das Paket hatten allerdings Kontrollbeamte des Hauptzollamtes Frankfurt am Main - Flughafen sichergestellt - und ihre Kollegen der Zollfahndung Essen informiert.

Weitere Ermittlungen ergaben dann, dass das Paket gar nicht für die 69-Jährige, sondern für ihren Sohn gedacht war. Der hatte die Wirkstoffe in Hongkong bestellt und - wie scheinbar schon häufiger - als Backmischung und Puddingpulver deklariert an seine Mutter schicken lassen.

Durchsuchung in Marl bringt Dopingmittel-Labor zutage

Am Ende hoben die Fahnder der Zollfahndung Essen ein ganzen Untergrundlabor aus. Das fanden die Ermittler bei dem 38-Jährigen, der inzwischen im Fokus der Fahnder stand. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung am 11. Oktober in Marl, fanden die Ermittler dann auch ein komplettes Untergrundlabor zur Herstellung und Abfüllung von Dopingmitteln.

Dopingmittel im Verkaufswert von 13.000 Euro, hätten sich allein mit dem Inhalt des Päckchens aus Hongkong herstellen lassen. "Allein aus der sichergestellten Paketsendung mit 1,5 kg Wirkstoffen hätten sich erfahrungsgemäß über 780 Ampullen á 10 ml Dopingmittel herstellen lassen", rechnet die Pressesprecherin des Zollfahndungsamtes Essen, Heike Sennewald, vor. 500 Doping-Ampullen und 850 Gramm Dopingwirkstoffe lagerte der Verdächtige zudem bei seiner Mutter in Herten.

Florierende Geschäfte: Doping und Drogen

Bereits Anfang (3. April) des Jahres kamen der Zoll Essen bei einer Razzia einem Onlineshops für Dopingmittel auf die Spur. Die Betreiber wurden festgenommen. Sie sollen gewerbs- und bandenmäßig im Internet mit Dopingmitteln und Medikamenten gehandelt haben.

In Preußisch Oldendorf entdeckte die Feuerwehr Ende April nach einem Brand tausende Liter Chemikalien entdeckt. Auch hier führte die Entdeckung zu einem illegalen Drogenlabor.

Aus dem Kreis Recklinghausen gibt es allerdings auch bessere Nachrichten. Die Einwohner der Stadt haben im Zuge von "Recklinghausen leuchtet" einen Weltrekord im Vorlesen gebrochen. Insgesamt 458 Stunden wurde im Zuge des Festes vorgelesen.