ARD-Bericht über Pegida-Demo nach Lübcke-Mord - Polizei ermittelt wegen unfassbarer Interview-Aussagen

+
ARCHIV - 06.02.2016, Sachsen, Dresden: Ein Pegida-Anhänger hält eine Pappe mit der Aufschrift "Grenzen zu!" während einer Veranstaltung am Königsufer. (zu dpa "Forscher rechnet mit Zuwächsen für Rechtspopulisten bei Europawahl") Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Die ARD-Sendung "Kontraste" hat am Donnerstag eine Pegida-Demo in Dresden gezeigt. Die Teilnehmer verteigen den Mord an Lübke. Nun ermittelt die Polizei.

Am Donnerstag (4. Juli) hat die ARD-Sendung Kontraste über eine Pegida-Demo berichtet. Nun schaltet sich die Polizei ein.

  • Teilnehmer der Pegida-Demo in Dresden verteidigen den Mord an Politiker Walter Lübke.
  • ARD-Sendung Kontraste hat die Interviews am Donnerstagabend gezeigt.
  • Mittlerweile ist die Sendung aus der ARD-Mediathek gelöscht.

Der Mord an Politiker Walter Lübke schlägt große Wellen. In der ARD-Sendung Kontraste haben nun Teilnehmer der Demonstration die Tat verteidigt.

Pegida-Demo: Mord an Lübke sei eine menschliche Reaktion

"Das ist ja eigentlich bald eine menschliche Reaktion", meint einer der Teilnehmer. Auf die Nachfrage der Reporterin antwortet der Mann "Ja, so wie es in den Wald hinein gerufen wird, so schallt es wieder heraus."

Ein weiterer Teilnehmer der Pegida-Demo äußerte sich ähnlich drastisch: "Ich sehe den Herrn Lübke als Volksverräter. Wer seinem eigenen Volk empfiehlt, auszureisen, wenn ihm die Flüchtlingspolitik nicht passt, das ist für mich ein Volksverräter."

Verschiedene Politiker zeigen sich bestürzt über die Aussagen auf der Pegida-Demo.

Nach ARD-Kontraste: So reagieren Politiker und Polizei

So schreibt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auf Twitter: "In welcher Zeit leben wir, in denen vor laufender Kamera offen ein Mord gutgeheißen wird?"

Öffnen auf twitter.com

Zu der Kurzversion des Beitrags auf Twitter schreibt der ehemalige CDU-Politiker Ruprecht Polenz: "Eine Minute, in der es einem kalt den Rücken runter läuft.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübke wurde am 2. Juni ermordet. Auch die TV-Sendung Aktenzeichen XY berichtete über den Fall.

Die ARD hat inzwischen auf die Sendung reagiert. Mittlerweile ist die betroffene Folge nicht mehr in der Mediathek verfügbar.

Die Polizei Sachsen zeigt ebenfalls eine konsequente Reaktion auf die Aussagen während der Pegida-Demo in Dresden, die in der ARD-Sendung Kontraste gezeigt wurde.

Öffnen auf twitter.com

Auf Twitter teilt sie nämlich mit, dass sie nun gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Belohnung und Billigung von Straftaten eingeleitet hat. mit dpa-material