TV-Rechte zur Saison 2019/2020: Sport1 ergänzt Angebote von Sky, DAZN und Eurosport

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Übersicht über die TV-Rechte im Fußball. Symbolfoto: Andreas Gebert/dpa

Sky, DAZN, Eurosport und nun Sport1? Welcher Wettbewerb im Fußball ist wo zu sehen? Jetzt gibt es noch einen Anbieter für die TV-Rechte. Hier die Infos.

TV-Rechte im Fußball sind zum großen Streitthema geworden. Aktuell gibt es Sky, DAZN und Eurosport. Fast jedes Jahr kommt es zu Änderungen in einem der Wettbewerbe. Nun mischt auch noch Sport1 mit. RUHR24 gibt euch eine Übersicht mit allen wichtigen Infos zur kommenden Saison 2019/20.

  • Für alle Wettbewerbe sind weiterhin drei Abos nötig
  • Im DFB-Pokal stößt ein neuer Anbieter dazu
  • Sky besitzt den größten Teil der TV-Rechte

Die Fans werden sicher nicht erfreut sein. Wie schon in der vergangenen Saison sind drei Abonnements notwendig, um alle Spiele der Bundesliga, Champions League, Europa League und des DFB-Pokals sehen zu können.

Das kann aber schon bald der Vergangenheit angehören: DAZN kämpft derzeit mit Konkurrent Sky über die Rechte an den Spielen der Champions League.

TV-Rechte der Bundesliga bleiben bei Sky und Eurosport

An den TV-Rechten der Bundesliga, die den neuen Spielplan am 28. Juni erhält, ändert sich nichts. Auch in der Saison 2019/20 sind die Ligaspiele von Schalke, Dortmund und Co. bei Sky und Eurosport zu sehen.

Eurosport überträgt weiterhin die Freitags- und Montagsspiele sowie die Begegnungen am Sonntag um 13.30 Uhr. Sky zeigt alle Spiele am Samstag und die regulären Sonntagsspiele.

Das ZDF darf im Free-TV über die Saison verteilt drei Freitagsspiele ausstrahlen. Ob es erneut, wie beim Derby-Rückspiel, zu einer Kooperation zwischen Sky und den öffentlich-rechtlichen Sendern kommt, ist unklar. Die Quoten gaben jedenfalls Anlass dazu.

+ + + Hier könnt ihr die erste Pokalrunde live verfolgen + + +

Die TV-Rechte für die Highlights bleiben bei den öffentlich-rechtlichen Sendern (ARD Sportschau und ZDF Sportstudio) und RTL Nitro (100% Bundesliga). Online sind die Highlights vierzig Minuten nach Abpfiff bei DAZN, das Eurosport wohl schon Bundesliga-Rechte abgekauft hat, und montags ab 0 Uhr bei BILD.de (und YouTube) zu sehen.

Champions League läuft nicht im Free-TV

Unverändert bleibt auch die Situation bei den TV-Rechten in der Königsklasse. Seit 2018/19 teilen sich Sky und DAZN die Übertragungsrechte für die Champions League, in der der BVB vier Mal bei Sky und zwei Mal bei DAZN zu sehen ist.

Sky zeigt dabei 34 Einzelspiele und die Konferenz, DAZN überträgt 104 der insgesamt 125 Begegnungen. Das Finale läuft nur dann im Free-TV, wenn ein deutscher Verein beteiligt ist. Die Teilnahme einzelner deutscher Akteure reicht, gemäß Rundfunkstaatsvertrag, nicht.

TV-Rechte der Europa League bei DAZN und RTL

Auch in der Europa League teilt sich DAZN die Übertragungsrechte. Allerdings nicht mit Sky, sondern mit der RTL Mediengruppe.

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RTL und RTL Nitro übertragen insgesamt 15 Spiele des Wettbewerbs im Free-TV. Wer alle Spiele der Europa League sehen will, kommt nicht um ein DAZN-Abo herum. Der Streaming-Dienst überträgt alle 205 Begegnungen. Bei den Rechten für den Afrika-Cup hat sich DAZN alleinig durchgesetzt. Dort wird es die Spiele im Stream zu sehen geben.

Sport1 erwirbt Rechtepaket für den DFB-Pokal

Sky besitzt im DFB-Pokal, in dem Schalke und Borussia Dortmund viel Geld winkt, weiterhin die Rechte an allen Einzelspielen und der Konferenz im Pay-TV. Die ARD zeigt in der Saison 2019/20 neun Pokalspiele live im Free-TV.

Als neuer Partner im Free-TV hat Sport1, das die U21-EM live im TV zeigt, unter anderem auch das Spiel England gegen Rumänien, TV-Rechte an vier Spielen erworben. Der Privatsender zeigt jeweils ein Spiel der ersten Runde bis zum Viertelfinale. In der ersten Runde trifft Schalke auf einen Regionalligisten.

Auch die Axel Springer SE hat als neuer Wettbewerber einen Teil der TV-Rechte für den DFB-Pokal erworben. Zusammen mit Sky und Sport1 teilt sich die Axel Springer SE die Nachverwertung der Spiele auf den digitalen Plattformen.

Die vergebenen Rechte im DFB-Pokal gelten für den Zeitraum 2019/20 bis 2021/22. Daran anschließend werden die Rechte neu verhandelt.

Fußball-TV-Rechte: Was kommt in Zukunft auf die Fans zu?

Der nächste Rechtezyklus für die Bundesliga und die Champions League beginnt zur Saison 2021/22. Über die TV-Rechte wird voraussichtlich schon ein Jahr früher, also 2020, verhandelt.

Besonders bei der Bundesliga könnte es zu einigen Änderungen kommen. Der Streaming-Dienst DAZN kündigte bereits an, um die Bundesliga-Rechte mitbieten zu wollen. Außerdem gibt es wohl Pläne von DAZN, in den Pay-TV-Markt vorzustoßen.

Sky reagierte bereits auf den Vorstoß des DAZN-Deutschland-Chefs. "Wir haben mit der Art der Fußball-Liveübertragung rund um die Bundesliga, aber auch der Champions League, Qualitätsmaßstäbe gesetzt. Unser Weg ist nicht das einzige Modell, aber das beliebteste", so Jacques Raynaud, Chef der Sportinhalte und der Vermarktung, gegenüber kress News.

Es könnte deshalb bei den Verhandlungen zu einem echten Wettbieten kommen. Denn: Die DFL will die No-Single-Buyer-Rule wieder abschaffen. Ab der Saison 2021/22 könnten also alle Bundesliga-Spiele wieder bei einem Anbieter zu sehen sein.

"Eurosport-Paket" wird wieder abgeschafft

Sicher ist hingegen: Das Paket der TV-Rechte für die Bundesliga, das Eurosport besitzt, wird zum kommenden Rechtezyklus abgeschafft. Das hängt auch mit der Abschaffung der Montagsspiele seitens der DFL zusammen.

In der vergangenen Saison kam es wegen der fanunfreundlichen Anstoßzeit am Montag regelmäßig zu Protesten. Doch es gibt noch weitere Änderungen bei den Anstoßzeiten in der Bundesliga zur Saison 2021/22. Unabhängig davon ist unklar, ob Schalke zum Saisonauftakt überhaupt alle Spieler schon beisammen haben wird, weil wegen anstehender Länderspiele einige S04-Akteure fehlen könnten.

Übrigens kommt DAZN-Experte Thomas Broich (38) bei der U21-EM als Co-Kommentator zum Einsatz. Die deutsche U21 spielt in der Vorrunde gegen Dänemark, Serbien und Österreich.