Bild: dpa

Viele Dortmunder müssen neben ihrem Hauptberuf einen Zweitjob annehmen, weil ihr Gehalt nicht ausreicht. Besonders betroffen sind das Gastgewerbe und die Ketten-Gastronomie.

17.600: So hoch ist die Zahl der Menschen, die in Dortmund einen Zweitjob annehmen müssen. Der Grund: Durch ihren Hauptberuf verdienen sie nicht genug, um die Kosten zu decken – Stichwort Mietpreiserhöhungen und steigende Nebenkosten. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einem Interview gegenüber Radio 91.2 geäußert.

Besonders betroffen: Hotelgewerbe und System-Gastro

Dabei sind besonders Mitarbeiter betroffen, die in Branchen arbeiten, in denen generell wenig gezahlt wird. Laut NGG-Geschäftsführer Manfred Sträter gehören dazu vor allem das Hotel- und Gastgewerbe und die Systemgastronomie – also Gastro, die in Ketten organisiert ist (beispielsweise McDonald’s).

Laut NGG zahlt das Gastgewerbe als Einstiegslohn bisher nur 9,25 Euro pro Stunde. Die Systemgastronomie liegt mit 9,05 Euro noch darunter. Ab dem 1. November soll sich das ändern: Zusammen mit der Gewerkschaft konnte eine Erhöhung um 2,9 Prozent erreicht werden. Im Vergleich zu anderen Branchen sei das aber trotzdem nicht genug, wie Sträter gegenüber Radio 91.2 durchklingen lässt.

Zusammenhang zwischen Lohn und Bewerberanzahl

Dabei gehe es den besagten Branchen prinzipiell nicht schlecht. Es fehle jedoch an „der Bereitschaft zu teilen“. Zwar gebe es in beiden Branchen einen Fachkräfte- und mittlerweile auch Arbeitskräftemangel. Einen Zusammenhang zwischen dem niedrigen Gehalt und den fehlenden Bewerbern sehen die Arbeitgeber aber nicht, so Sträter.

In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl an Menschen mit Zweitjob um 53 Prozent gestiegen. Trotz der neuen Erhöhung ist es fraglich, ob sich diese Zahl zum Positiven verändern wird.