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Viele EU-Zuwanderer aus Südosteuropa bringen laut Stadt Dortmund nur geringe Qualifikationen mit. Lokal scheint es Lösungen zu geben. Doch es fehlt unter anderem Geld.

  • Stadt scheint Lösungen für Probleme der Zuwanderung zu haben, doch nicht alles klappt.
  • Zahl der Menschen aus Südosteuropa nimmt zwar zu, aber nicht so stark wie in den vergangenen Jahren

Rund 9000 Ausländer aus sogenannten EU2-Ländern – also Bulgaren und Rumänen – lebten 2018 in Dortmund. Das waren 6,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit hat sich der Anstieg des Bevölkerungszuwachses aus diesen Ländern abgeschwächt. Zum Vergleich: Von 2014 auf 2015 wuchs die Zahl dieser Zuwanderer in Dortmund um 20,1 Prozent.

Viele Südosteuropäer ohne Qualifizierung

Während der gefeierte Bevölkerungszuwachs in Dortmund auch mit der Zuwanderung aus Südosteuropa zu tun hat, bringen die Neu-Bürger auch ein paar Probleme nach Dortmund.

Denn laut Stadt bringe ein Großteil der EU-Zuwanderer nicht die sprachlichen, schulischen und beruflichen Voraussetzungen mit, um sich in Dortmund schnell zurecht zu finden. Das zeigt jetzt der „Sachstandsbericht Zuwanderung aus Südosteuropa 2019„. Viele der EU2-Zuwanderer seien außerdem nicht krankenversichert.

Um die Neu-Dortmunder gut zu integrieren, greift die Stadt längst zu verschiedenen Maßnahmen. Kernstück sei die „Anlaufstelle Willkommen Europa„. Ihre Träger sind Caritas, Diakonie, Dobeq und GrünBau. Sie unterstützen die Neuankömmlinge vor Ort in ihrem Wohnumfeld und übernehmen die Erstberatung der Menschen direkt nach ihrer Ankunft.

Menschen in Dortmund in Arbeit

Am Ende hofft die Stadt, durch diese Maßnahmen die Menschen so zu qualifizieren, dass sie sich Arbeit suchen können. Auch Sprachkurse gehören dazu. 334 Menschen konnten so 2018 einem Job nachgehen – 238 davon sogar sozialversicherungspflichtig.

Auch was das Thema Gesundheit betriffe, konnte die Stadt Dortmund erste Erfolge mit den Zuwanderern aus Südosteuropa feiern. Denn viele Neu-Bürger seien anfangs selten krankenversichert. Doch zu den Sprechstunden des Gesundheitsamts für nicht-krankenversicherte kämen immer weniger Menschen, wie es von der Stadt heißt.

Grund dafür sei auch die Clearingstelle Gesundheit. Hier würden die Voraussetzungen der Menschen geprüft, in eine Krankenversicherung aufgenommen zu werden und die notwendigen Schritte initiiert, damit das auch gelinge.

Keine Gelder für Integrationskurse vom Bund

Doch nicht alles läuft so, wie es sich die Stadt vorstellt. Verärgert ist man nach wie vor über die 2016 vom Bund gestrichenen Gelder für Integrationskurse für EU-Zugewanderte. „Im Ergebnis haben EU-Bürger keine Möglichkeit, kostenlos an einem Deutschkurs teilzunehmen, der mit einem Zertifikat abschließt“, bemängelt die Stadt.

Das wiederum würde die Chancen mindern, einen Job zu finden. Zwar gäbe es hier und da Hilfe vom Land NRW, dieses würde aber nicht reichen. Das Problem: Ein fehlender Job führt am Ende schlimmstenfalls in die Kriminalität oder in Abhängigkeit von Drogen.

Unterdessen blickt die Stadt schon jetzt auf die künftig vermehrte Zuwanderung aus den EU-Staaten. Vor allem aus Serbien und Kosovo seien die Zuzüge zuletzt stark angestiegen. Die Zuwanderung aus diesen Ländern, so Dortmunds Sozialdezernentin Birgit Zörner, lasse auf „soziale Problemlagen“ schließen.

„Die Lebenssituation in den Herkunftsstaaten muss sich bessern“, so Zoerner. Und: Die Stadt brauche zum Beispiel mehr Unterstützung rund um die öffentlich geförderte Beschäftigung und im Krankenversicherungsschutz. Die Stadt spricht in diesem Zusammenhang von „flexiblen Mitteln, die an den Stellen eingesetzt werden können, wo sie wirklich fehlen.“