Für mehr artgerechte Haltung

Zoo Dortmund vor Tierschutzproblem – Millionen werden fällig

Der Druck auf die deutschen Zoos wächst. Tierschutzorganisationen drängen zu mehr Platz und artgerechter Haltung. Auch der Zoo Dortmund verändert sich.

Dortmund – Zu kleine Käfige statt geräumiger Gehege, zu wenig Auslauf an der frischen Luft: Viele Zoos sind längst nicht auf dem neusten Stand, was moderne Tierhaltung angeht. Das gilt auch für den Zoo Dortmund. Die Stadtverwaltung hat deshalb bereits vor sechs Jahren finanzielle Unterstützung zugesagt. Die Arbeiten gehen allerdings nicht so schnell voran, wie anfangs geplant.

OrtZoo Dortmund
Gründung1953
TiereEtwa 1.500

Große Veränderungen im Zoo Dortmund: Gehege brauchen ein Update

Das Zukunftsprojekt „Zoo Dortmund 2023“ soll zur Wirklichkeit machen, wovon viele seit Jahren träumen: mehr Platz für die Tiere und somit mehr Sicherheit beim Säubern für die Pfleger. Die Stadt Dortmund hat dafür 2016 tief in die Tasche gegriffen und satte 31 Millionen Euro vom Rat absegnen lassen.

Sieben Bauprojekte sind laut dem Zoo schon fertig. In den nächsten Wochen sollen unter anderem das Schildkrötenhaus und ein Stall für den Mähnenwolf modernisiert werden.

Umbauarbeiten im Zoo Dortmund: Krieg und Pandemie machen Millionen-Projekt noch teurer

Dass das Projekt langwierig und teuer wird, waren der Stadt Dortmund und dem Zoo klar. Durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine sind die Kosten für Material allerdings gestiegen, sodass nun eine weitere Million nötig ist, um die Arbeiten fertigzustellen. Der Rat der Stadt Dortmund soll in seiner Sitzung im Juni über die zusätzliche Finanzspritze abstimmen.

Millionen-Projekt im Zoo Dortmund: Diese Umbauarbeiten sind geplant

Der Zoo Dortmund plant mit dem Umbau-Projekt alte Gehege zu erneuern, aber auch ganz neue Attraktionen zu schaffen. Zum Beispiel sind im Rahmen eines europäischen Erhaltungszuchtprogramms zwei neue Giraffen-Weibchen nach Dortmund gezogen. Um mit ihnen züchten zu können, braucht es für eine angemessene Haltung einen neuen Bullenstall, um Stress bei den Tieren zu vermeiden. So sehen es die aktuellen Haltungsrichtlinien vor.

Die Giraffe Maoli im Zoo Dortmund.

Auch andere Tiere profitieren von den Arbeiten im Zoo Dortmund. Die gefährdeten Amur-Leoparden sollen zum Beispiel ein größeres Gehege bekommen. Auch auf der sogenannten Afrika-Anlage bekommen Tiere wie die Antilopen und Zebras mehr Platz.

Die aktuellen Gehege sind mehr als 50 Jahre alt. Die Erneuerungen der zum Teil beheizten Anlagen soll auch der Klimabilanz des Zoos zu Gute kommen (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Ein neues Highlight sollen das Lemuren-Gehege am Biergarten und eine begehbare Eulen-Ruine werden. In einem Nachbau der Hohensyburg sollen heimische Eulen und Kauzarten unterkommen. Die Zooschule bekommt auch ein Update, wie der Zoo Dortmund in einer Mitteilung schreibt.

Umbauarbeiten im Zoo Dortmund: Mega Projekt Robben-Anlage

Aktuell setzt der Zoo Dortmund allerdings erst mal alles auf eine neue Robben-Anlage mit Sole – statt wie bisher mit Süßwasser. Die besondere Filtertechnik ist aufwendig zu errichten, sorgt aber dafür, dass das Wasser nicht mehr wöchentlich ausgetauscht werden muss. Die kalifornischen Seelöwen und südamerikanischen Seebären, die hier Zuhause sein sollen, leben momentan in einem Übergangsgehege, wie der Zoo Dortmund auf Facebook berichtet.

Es handelt sich bei der Robben-Anlage um das teuerste Vorhaben aus dem Zukunftsprojekt „Zoo Dortmund 2023“. Insgesamt sind für die Anlage mehr als 12 Millionen Euro eingeplant. 800.000 Euro davon stammen aus einem Erbe, 300.000 wurden gespendet. Das restliche Geld kommt von der Stadt Dortmund.

Die alte Robben-Anlage im Zoo Dortmund wird erneuert.

Modernisierungsarbeiten in Zoos: Druck von Tierschützern wächst

Viele Zoos, wie auch der Zoo in Duisburg, modernisieren in den vergangenen Jahren Gehege und Anlagen. Ein Auslöser dafür könnte das Säugetiergutachten vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sein. In diesem wird empfohlen viele Gehege größere zu gestalten, als es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Tierrechtsorganisationen wie Peta reicht das allerdings nicht. Die Organisation hat erst kürzlich zehn Zoos in Deutschland angezeigt, wegen schlechter Haltung von Menschenaffen.

Rubriklistenbild: © marco stepniak via www.imago-images.de

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