Sabotage

Dortmund: Aktivisten lassen Luft aus Reifen von 50 SUVs – Polizei mit Aufruf

Aktivisten haben in Dortmund Sabotage an SUVs begangen und einen „Denkzettel“ hinterlassen.
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Aktivisten haben in Dortmund Sabotage an SUVs begangen und einen „Denkzettel“ hinterlassen.

Unbekannte haben in Dortmund offenbar an mehreren SUVs nahe der Innenstadt die Luft aus den Reifen gelassen. Ein „Bekennerschreiben“ von Aktivisten kursiert jetzt.

Update, Freitag (31. Dezember), 15.30 Uhr: Nachdem Unbekannte in der Nacht zu Freitag (30./31. Dezember) in der Dortmunder Gartenstadt die Luft aus den Reifen geparkter Fahrzeuge ließen, sucht die Polizei nun Zeugen. Wer verdächtige Personen beobachtet hat, solle sich an die Kriminalwache wenden. Die Telefonnummer lautet: 0231/132 7441.

Dortmund: Luft aus Reifen von SUVs gelassen – Polizei sucht Zeugen

In einer Presseerklärung erklärt die Polizei Dortmund am Freitagnachmittag (31. Dezember), man ermittle in mehreren Fällen wegen Sachbeschädigungen an zahlreichen Autos. Zugleich appellieren die Beamten an Betroffene: Wer einen entsprechenden Schaden noch nicht gemeldet habe, solle dieses nachholen.

Update, Freitag (31. Dezember), 14 Uhr: Offenbar handelt es sich bei dem Luftablassen an rund 50 SUV-Reifen in der Dortmunder Gartenstadt doch um eine Sachbeschädigung und ist damit strafbar. Das sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber RUHR24. Zunächst hatte es geheißen, dass die Aktion von Unbekannten strafrechtlich nicht relevant sei, da nur Luft abgelassen worden sei und die Reifen dabei nicht beschädigt worden seien. Die Polizei hat für den Nachmittag die Veröffentlichung eines Zeugenaufrufs angekündigt.

Polizei Dortmund: Luft aus SUV-Reifen gelassen – Straftat oder nicht?

Update, Freitag (31. Dezember), 10.54 Uhr: Nun hat sich auch die Polizei Dortmund zur „Entlüftung“ von SUV-Autoreifen geäußert. Gegenüber RUHR24 bestätigte ein Sprecher die Aktion. Sie habe am Donnerstag (30. Dezember) stattgefunden – und zwar im Bereich der Gartenstadt nahe der Dortmunder City.

Es sei allerdings zu keiner Sachbeschädigung gekommen, so die Polizei. Stattdessen sei den Reifen der SUVs „nur“ die Luft abgelassen worden, was strafrechtlich laut Polizei keine Sachbeschädigung sei. Juristen sehen das anders: Es müsse von Fall zu Fall geschaut werden, wie schwerwiegend das Luftablassen ist.

Wie viele Autos betroffen sind, konnte die Polizei nicht beziffern, sie sprach nur von „mehreren Fahrzeugen“. In einem kursierenden Bekennerschreiben ist die Rede von rund 50 SUVs.

Dortmund: Autos die Luft aus dem Reifen gelassen – stecken Umwelt-Aktivisten dahinter?

Erstmeldung, Freitag (31. Dezember), 9.39 Uhr: Dortmund – Rund 50 SUVs in der Dortmunder Innenstadt sollen laut einem Schreiben der „Autolosen Gartenzwerge“ von der Sabotage-Aktion betroffen sein. Die Polizei hat den Vorfall gegenüber RUHR24 noch nicht bestätigt. Auch ist noch unklar, ob es diese Gruppierung überhaupt gibt und wer dahinter steckt.

Dortmund: Sabotage auf 50 SUVs – angebliche Aktivisten hinterlassen Schreiben

Bei Twitter allerdings kursieren Fotos von mehreren SUVs mit platten Reifen. Ein User schreibt dazu: „Heute Nacht wurden in meiner Umgebung in #Dortmund wohl die Luft aus den Reifen von #SUV rausgelassen. Das wird wohl nicht die Einsicht fördern....“

An den SUVs haben der oder die Täter offenbar weiße Zettel hinterlassen, mit einem Text, der die Überschrift „Vorsicht platter Reifen“ trägt.

Auf dem Zettel fragt der Verfasser die Fahrer der SUVs unter anderem: „Ist es wirklich nötig, die Klimakatastrophe anzufeuern, neokoloniale Ausbeutung in der Produktion zu unterstützen und Passant*innen zu gefährden, nur um deinen Reichtum zur Schau zu stellen?“

Danach heißt es: „Unnötige Luxusprodukte der Reichen sind der Haupttreiber der Klimakatastrophe. Deshalb haben wir deinen SUV temporär entwaffnet, indem wir die Luft aus einem oder mehreren Reifen gelassen haben.“

Aktion an SUVs in Dortmund fand auch in München statt

Laut einer „Pressemitteilung“ der „Autolosen Gartenzwerge“, die RUHR24 vorliegt, sei die Aktion inspiriert von ähnlichen Aktionen, die zuletzt in Glasgow, München und Leipzig stattfanden sowie von dem Buch „How to blow up a pipeline“ von Andreas Malm.

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