Zahlen per App: VRR führt 2018 das "nextTicket" ein

+
Am Fahrkartenautomaten kaufen sich Reisende ihre Fahrkarten. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Einchecken, fahren, auschecken – dann wird bezahlt. Mit dem neuen Ticket des VRR zahlen Fahrgäste nur die Strecke, die sie auch zurückgelegt haben.

Einchecken, fahren, auschecken – dann wird bezahlt. So lautet das Prinzip eines neuen Tickets, das der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) im kommenden Jahr einführen möchte. Es soll als App auf Smartphones verfügbar sein und sich stärker an Kundenwünschen orientieren. Am Ende zahlen Fahrgäste nur die Strecke, die sie mit Bus und Bahn auch wirklich zurückgelegt haben.

Im europäischen Ausland ist das Bezahlen pro Linienkilometer schon länger verbreitet. In Englands Hauptstadt London fahren die Bürger seit 2003 mit der Oyster-Card. Diese Prepaidkarte können die Londoner aufladen und beliebig oft für Fahrten nutzen. Wird ein bestimmtes Guthaben unterschritten, erfolgt ein Geldtransfer von einem gekoppelten Bankkonto.

Ganz nach niederländischem Vorbild

Inspiration für das "nextTicket" war aber nicht die Oyster-Card, sondern die niederländische "OV-chipkaart". Dieses Ticket, mit dem Niederländer seit 2012 fahren, funktioniert wie die englische Version. Die Karte wird zu Beginn aufgeladen und dann vor und nach jeder Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Lesegeräten registriert. So soll es auch bald im Verkehrsgebiet Rhein-Ruhr geregelt werden – allerdings elektronisch per App. Diese ist dann das Ticket und kann ganz einfach heruntergeladen und aufgeladen werden.

Kunden zahlen beim Nutzen der Verkehrsmittel immer einen Grundpreis plus die Kosten für jeden gefahrenen Linienkilometer. Am Ende entsteht ein individueller Preis, der auf den Reisewünschen der Kunden basiert. Somit soll verhindert werden, dass der Kunde für mehr bezahlt als er gefahren ist. Wie in London und in den Niederlanden checken die Fahrgäste zu Beginn der Fahrt mit dem elektronischen "nextTicket" ein und am Ende der Fahrt wieder aus.

VRR sucht Testpersonen für die Ticket-App

Bevor der Verkehrsbund Rhein-Ruhr das elektronische Ticket auf den Markt bringt, soll es getestet werden. Dafür sucht der VRR ab sofort Testfreudige, die ab Februar 2018 durch das Ruhrgebiet fahren. Die Kosten laufen allerdings zunächst nach dem alten Tarif, erst in der späteren Testphase gibt es dann den kilometerbasierten Preis.

Im Fokus des Tests stehen viel mehr der Umgang mit der App. So soll das Ein-und Auschecken, das Nutzen der App und auch die Abrechnung am Ende der Fahrten getestet werden. Am Ende werden die Testergebnisse ausgewertet und dann über ein weiteres Vorgehen entschieden. Insgesamt sucht der VRR für die achtmonatige Testphase 3.000 Personen.