Bild: Kevin Mattes

Die Dortmunder Polizei hat am Mittwoch (7. März) die Kriminalitätsstatistik zum Jahr 2017 offen gelegt. Polizeipräsident Gregor Lange und Walter Kemper, stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität, blicken auf ein positives Jahr zurück.

Ein gut gelaunter Gregor Lange eröffnete die Pressekonferenz mit „positiven Botschaften“: Die Kriminalität in Dortmund geht zurück. Bereits im dritten Jahr hintereinander ist die Zahl der Straftaten in Dortmund rückläufig. 67.291 Straftaten wurden 2017 in Dortmund registriert. In den Bereichen Wohnungseinbruch, Taschendiebstahl, Gewaltkriminalität, Raubdelikte und Straßenkriminalität gab es jeweils den niedrigsten Wert der letzten fünf Jahre. Die Aufklärungsquote ist mit 57 Prozent sogar die beste der letzten 20 Jahre: „Diese Entwicklung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir versuchen nicht nur den Einzelfall zusehen, denn wir wollen ganze Strukturen aufdecken“, sagt Lange.

Stärkster Rückgang bei Diebstählen

Die Diebstahlsdelikte verzeichnen den stärksten Rückgang aller Straftaten. Mit 8156 Fällen weniger als im Vorjahr konnte die Polizei 2017 die wenigsten Diebstähle seit 15 Jahren verzeichnen. Lange: „Für uns sind die erreichten Fortschritte in Dortmund Auftrag und Verpflichtung.“

Was hat die Polizei dafür getan? Der Kontroll- und Strafverfolgungsdruck wurde durch offene und verdeckte Präsenzmaßnahmen erhöht. Außerdem hat die Polizei eine zentralisierte Ermittlungskommission eingerichtet, die sich auf verschiedene Bereiche spezialisiert hat. Es gibt mittlerweile acht von diesen Ermittlungskommissionen (EK).

  • EK Maghreb: 214 Festnahmen, 148 Vorführungen beim Haftrichter, 88 Haftbefehle
  • EK Nordtadt: 2208 Verfahren mit 2795 beteiligten Personen, 74 Haftbefehle             
  • EK Tasche&EK Maghreb: 535 geklärte Taschendiebstähle, gegen 835 Personen ermittelt, 699.850 Euro Gesamtschaden
  • EK Engel&Luise: 18 Ermittlungsverfahren, 32 Haftbefehle, 207 geklärte Taten

Des Weiteren lobte Walter Kemper, stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität, die intensive Zusammenarbeit mit den Sicherheitspartnern der Polizei. Dazu zählen Stadt, Bundespolizei, Staatsanwaltschaft und auch das Ordnungsamt der Stadt Dortmund.

Widerstand gegen Polizeibeamte ist ein Problem

Doch es ist noch lange nicht alles gut in Dortmund. Handlungsbedarf sieht der Polizeipräsident insbesondere bei Fällen, in denen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet wird. Dieser ginge von Beleidigungen über Spucken bis hin zu Körperverletzungen: „Das ist eine Entwicklung, die wir nicht hinnehmen können und auch nicht hinnehmen werden.“ In Sachen Gewalt gegen die Polizei gab es 2017 ganze 585 Fälle in Dortmund. 2015 waren es „nur“ 392. „Die Kollegen der Polizei haben mehr Respekt und Anerkennung verdient“, fordert Lange.

Polizeipräsident Gregor Lange ärgert sich über die zunehmende Gewalt gegenüber Polizisten. Foto: Dpa

Sexualdelikte steigen,Vergewaltigungen nehmen ab

Die Entwicklung der Sexualdelikte ist nicht ganz einheitlich. Die Anzahl der überfallartigen Vergewaltigungen hat seit vielen Jahren kontinuierlich abgenommen. Die Zahl erreichte 2011 mit 28 einen Höhepunkt und ist im Jahr 2017 mit sieben auf den niedrigsten Wert der vergangenen 15 Jahre gesunken. Auf der anderen Seite ist die Gesamtzahl aller Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 543 (2016) auf 688 (2017) gestiegen. Mit in diese Statistik eingeflossen sind 2017 aber erstmals die Verstöße gegen den neu geschaffenen Paragrafen der sexuellen Belästigung. Er treibt die Zahl dieser Fälle daher nach oben.

Strafverfolgunsdruck in der Nordstadt erhöht

Der positive Trend der sinkenden Kriminalität führt sich auch im Problembezirk Nordstadt fort. Der Rückgang der Kriminalität beträgt hier 2017 ganze 11,9 Prozent gegenüber 2016. „Mit hoch motiviertem Personal, unzähligen Schwerpunkteinsätzen und der Ermittlungskomission „EK Nordstadt“ in Zusammenarbeit mit speziellen Nordstadt-Staatsanwälten haben wir dort 2017 den Strafverfolgungsdruck weiter erhöht. Wir machen Tätern und organisierten Banden mit langem Atem unmissverständlich klar: Wir setzen den Rechtsstaat mit aller Konsequenz überall durch.“

Das zeigt sich auch beim Blick auf die Statistik. Die Polizei hat durch vermehrte Kontrollen mehr Rauschgift sicherstellen können als im Vorjahr. Mit 731 Fällen mehr als 2016 (#21,32%) markiert die Anzahl von 4159 Fällen den Höchstwert der vergangenen fünf Jahre (siehe Grafik).

Den massiven Anstieg der Zahl erklärt die Polizei mit dem „massiven Kontrolldruck“. Wo mehr kontrolliert wird, wird mehr aufgedeckt. 63,45 Prozent aller Rauschgiftdelikte gehen auf den illegalen Gebrauch mit Cannabis zurück.

Info: Die komplette Kriminalitätsstatistik 2017 für Dortmund und Lünen bekommt ihr hier.