Konzert im September geplant

Dortmunds Oberbürgermeister Sierau macht klar: "Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt"

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Dortmunds Oberbürgermeister, Ullrich Sierau, will Xavier Naidoo nicht in seiner Stadt haben.

Xavier Naidoo macht seit Monaten mit antisemitischen Äußerungen und Verschwörungstheorien auf sich aufmerksam. Die Stadt Dortmund zieht nun Konsequenzen. 

  • Xavier Naidoo sorgt seit Monaten mit kruden Verschwörungstheorien und teils antisemitischen Äußerungen für Aufsehen. 
  • Unter anderem leugnet der Sänger den Klimawandel, äußert Sympathien zur Reichsbürgerbewegung und dementiert seit neustem die Gefahr des Coronavirus.
  • Dortmunds Oberbürgermeister hat sich nun in einer Pressemitteilung von Xavier Naidoo distanziert.

Update, Montag (27. April), 16.05 Uhr: Dortmund - Auch die AfD mischt sich nun in die Konzertdiskussion von Xavier Naidoo in Dortmund ein. Für diese sei das Verhalten des Oberbürgermeisters gegen die Menschenrechte des Musikers.

Soul-Sänger Xavier Naidoo (48) war einst ein gefeierter Superstar, der Fans in ganz Deutschland mit seinen Texten zu Tränen rührte - man erinnert sich an seinen Hit "Dieser Weg", der das Sommermärchen 2006 begleitete. Seit einigen Monaten macht der Sänger jedoch nicht mehr mit Songs, sondern nur noch mit kruden Verschwörungstheorien und fragwürdigen Äußerungen auf sich aufmerksam. 

Xavier Naidoo: Konzert am 5. September im Dortmunder Westfalenpark

Trotzdem sollte Xavier Naidoo am 5. September im Dortmunder Westfalenpark auftreten. Nachdem der Sänger jedoch in den vergangenen Tagen wieder erneut mit fragwürdigen Verschwörungstheorien - dieses Mal leugnete er die Gefahr des Coronavirus - für Aufsehen sorgte, hat die Stadt Dortmund Konsequenzen gezogen. 

"Für die Stadt Dortmund ist ein Konzert des Musikers Xavier Naidoo im Westfalenpark (5. September 2020) nicht vereinbar mit ihrem Charakter einer weltoffenen, vielfältigen und toleranten Stadt", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt, die RUHR24 vorliegt.

Xavier Naidoo macht seit Monaten mit Äußerungen auf sich aufmerksam - Stadt Dortmund reagiert

Xavier Naidoo hatte in den vergangenen Monaten unter anderem offen Sympathien zur Reichsbürgerbewegung durchblicken lassen, den menschengemachten Klimawandel geleugnet und erklärt, dass er nicht wählen gehe, da er die Regierung nicht unterstützen möchte. 

In einem neuen bizarren Video, das am Donnerstag (23. April) im Internet aufgetaucht ist, zweifelt der Künstler nun auch die "Echtheit" des Coronavirus an - wie etwa auch Promi-Koch Attila Hildmann. In einem weiteren Video ist Xavier Naidoo zu sehen, wie er weinend über eine Verschwörungstheorie spricht. Dabei geht es um eine "Elite von Menschen", die weltweit unterirdisch Kinder gefangen halten soll, um das sogenannte Adrenochrom aus dem Körper der Kinder zu extrahieren.

Die Stadt Dortmund dazu: "Naidoo hat in der jüngeren Vergangenheit wiederholt öffentliche Äußerungen mit rassistischer und antidemokratischer Tendenz getätigt. Er äußert Verschwörungstheorien mit teils antisemitischen Bezügen und pflegt in den sozialen Medien Kontakte zur Identitären-Bewegung."

Dortmunds Oberbürgermeister distanziert sich von Sänger: "Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt"

Xavier Naidoo war zwei Jahre lang Mitglied der in Jury von "Deutschland sucht den Superstar"

Gegenwind erfährt der Sänger bereits seit längerem: Nachdem Mitte März auch ein Video  aufgetaucht war, in dem Xavier Naidoo sich rassistisch gegenüber Flüchtlingen äußerte, zog auch der Sender RTL die Reißleine und warf den Sänger aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar". 

Auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau distanziert sich jetzt von Xavier Naidoo und spricht klare Worte: "Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen", so der Oberbürgermeister. Weiter führt er aus: "Wir stehen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Xavier Naidoo und seine Äußerungen passen nicht hierher."

Xavier Naidoo - wird sein Konzert am 5. September im Westfalenpark abgesagt?

Obwohl Xavier Naidoo, der Zweifel am Coronavirus hat, laut Oberbürgermeister Sierau in Dortmund also nicht willkommen ist, ist das Konzert bislang noch nicht abgesagt. Die Stadt Dortmund muss zunächst mit dem Veranstalter des Konzerts in Gesprächen prüfen, wie sich eine Absage am besten regeln lässt.

In der Pressemitteilung heißt es dazu: "Die Stadt Dortmund setzt darauf, dass der Vertragspartner ihre Auffassung teilt und eventuell einen Ersatz für den Termin am 5. September anbietet."

Video: Xavier Naidoo aus DSDS-Jury geschmissen

Xavier Naidoo hat sich bisher noch nicht zu den Äußerungen des Dortmunder Oberbürgermeisters mitgeteilt. In Ladenburg, nahe seiner Heimatstadt Mannheim hatten vor kurzem jedoch auch der Bürgermeister der Stadt, als auch die Partei der Grünen, Bedenken gegenüber eines Auftritts des Sängers zum Ausdruck gebracht. Darauf reagierte Xavier Naidoo trotzig - und gab an, den Auftritt nun selbst absagen zu wollen.

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