Wischlingen: Revierpark wird umgebaut – doch es gibt leichten Gegenwind

Der Rervierpark in Wischlingen wird erneuert.
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Der Rervierpark in Wischlingen wird erneuert.

Dortmund/NRW - Mehr Natur und bessere Barrierefreiheit: Das sind die Ziele beim Umbau des Revierparks Wischlingen. Am Mittwochabend (17. Mai) hat der RVR erste Pläne vorgestellt. Eine Bürgerinitiative ärgert sich bereits jetzt über das Ausmaß der geplanten Veranstaltungen.

Mehr Natur und bessere Barrierefreiheit: Das sind die Ziele beim Umbau des Revierparks Wischlingen. In dieser Woche hat der RVR erste Pläne vorgestellt. Eine Bürgerinitiative ärgert sich bereits jetzt über das Ausmaß der geplanten Veranstaltungen.

In den 70er-Jahren waren die Revierparks im Ruhrgebiet ein willkommener Ersatz für die fehlenden Gärten und Freiflächen. Wer durch den Revierpark Wischlingen läuft, findet zwar Natur, aber auch viele Pflastersteine und Abstellplätze. "Die Revierparks sind in die Jahre gekommen", bringt Christoph Haep vom RVR es auf den Punkt.

Zukünftig soll aus dem Revierpark ein Freizeitort werden. Kurzurlaub sei das Stichwort. Dabei soll der Fokus auf der Natur liegen. Das Motto: "Wischlingen: Park erleben – Natur erlernen". Zwei große Förderanträge für den Umbau laufen bereits. Zunächst sollen insgesamt sechs Millionen Euro verbaut werden.

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Mehr Natur und Barrierefreiheit

Im ersten geht es um die ökologische Aufwertung des Parks. "Wir wollen der Natur mehr Raum geben", sagt Birgit Diermann vom RVR. Dafür sollen große Flächen, etwa der große Parkplatz am Eingang, entsiegelt und umgebaut werden. Für die Biodiversität sollen eingeschleppte Pflanzen durch Heimische ersetzt werden. Insgesamt soll der Park offener gestaltet werden. Die Wege sollen umweltgerecht durch dimmbare LEDs beleuchtet werden.

Im zweiten Antrag geht es um Barrierefreiheit. Ausgewaschene Wege sollen erneuert werden, statt einzelner Bänke sollen Besucher bald zusammen sitzen können. Ein Naturloop um den See soll zusammen mit den Besuchern und Anwohnern gestaltet werden – auch mit digitalen Mitteln. Auch ein grünes Klassenzimmer ist geplant. Zum angrenzenden Naturschutzgebiet Hallerey soll es eine Aussichtsplattform mit Platz für eine Schulklasse geben.

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Die Toiletten im Park werden in diesem Abschnitt aber noch nicht barrierefrei werden. Auch inklusive Spielplätze sind in der Förderung des Bundes nicht vorgesehen. Sie sollen in einem weiteren Förderschritt dazukommen, sagte Revierpark-Chef Bernd Kruse. Insgesamt soll der Umbau bis 2022 dauern.

Bürger kritisieren, RVR beschwichtigt

Was sich in der Planung bereits sehr fertig anhört, sei aber nur eine große Planung für die Förderanträge. Die werden noch im Sommer fertiggestellt. Das erste Geld soll 2019 kommen. Dann geht es an die Umsetzung. Vor und nach der Bewilligung geht es in die Planung mit Akteuren vor Ort, Politik und externen Partnern, sagt der RVR. Auch eine Bürgerbeteiligung ist geplant. "Die genaue Planung findet erst danach statt", sagt Diermann.

Wie sich bei der Vorstellung der Planungen im Haus Wischlingen zeigte, hat sich bereits eine Bürgerinitiative (BI) gegründet. Sie wollen Planungen und Umbau des Parks begleiten. Ein Vertreter der BI kritisierte die hohe Zahl der Veranstaltungen im Park. Dadurch sei der Park an vielen Öffnungstagen nur eingeschränkt, manchmal auch gar nicht nutzbar.

Zwei Festivals weniger

Ein anderer Anwohner sagte, dass die Parks eben auch für einzelne Veranstaltungen da seien, "die Natur holt sich das schon zurück". Zudem sei der Ansatz, viele Gruppen anzusprechen, zu begrüßen. "Das wollen wir ja auch. Aber nicht nur Rambazamba", sagte das BI-Mitglied. Er fände es schade um die Planung und die verbauten Millionen.

"Die Veranstaltungen sind mit der Parkleitung abgestimmt", sagte Diermann vom RVR. Generell sei man hier um einen Mittelweg bemüht. Sie kündigte an, mit der BI zusammenarbeiten zu wollen. Mit dem aus dem Ruder gelaufenen "Out4Fame"-Festival und dem "Rock'n'Tribute" fallen zukünftig jedoch bereits zwei Veranstaltung weg.