"Wir halten es kaum noch aus": Hitze macht Klinik-Mitarbeitern zu schaffen

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Das Hochhaus der LWL-Klinik in Aplerbeck ist nur nich halb belegt. Mitarbeiter hatten über große Hitze geklagt.

Dortmund/NRW - Die Pfleger schwitzen, die Patienten schlafen schlecht: Wegen der anhaltenden Hitze schlägt jetzt Mitarbeiter der LWL-Klinik Alarm. Eine Sprecherin gibt zu, dass die Zustände "nicht optimal" seien. In einem anderen Krankenhaus hat sich ein besonders einfacher Trick durchgesetzt.

Die Pfleger schwitzen, die Patienten schlafen schlecht: Wegen der anhaltenden Hitze schlägt jetzt ein Mitarbeiter der LWL-Klinik Alarm. Eine Sprecherin gibt zu, dass die Zustände "nicht optimal" seien. In einem anderen Krankenhaus hat sich ein besonders einfacher Trick durchgesetzt.

Die Hitze macht Angestellten und Patienten in einigen Dortmunder Kliniken zu schaffen. Nach unserem Bericht über eine kaputte Klimaanlage in einem Supermarkt in Eving berichtet ein Mitarbeiter der LWL-Klinik in Aplerbeck über Temperaturen von mehr als 30 Grad am Arbeitsplatz. Er möchte anonym bleiben. "Wir halten es kaum noch aus", schreibt er. Den Patienten gehe es noch miserabler. Seine Arbeitsstätte liegt in einem der älteren Gebäude der Klinik. Dort gebe es lediglich Ventilatoren gegen die Sommerhitze.

Wir haben bei Kliniksprecherin Angelika Nehm nachgefragt. "Im Hochhaus ist es teilweise unschön", gibt sie zu. Während im Neubau moderne Klimageräte für kühle Luft sorgen, sieht das in den älteren Gebäuden des großen Klinikums in Aplerbeck noch anders aus. Von den acht Stockwerken des Hochhauses seien jedoch nur noch die unteren vier belegt.

Patienten schlafen schlecht

Doch auch dort würden die Patienten schwitzen und mitunter schlecht schlafen, sagt Nehm und entschuldigt sich: "Das tut uns Leid, wir tun unser Bestes." Morgens werde gelüftet, es gebe viel zu trinken und Ventilatoren sollen für Abkühlung sorgen. Je nach Erkrankung könnten sich Patienten aber auch im Garten oder im angrenzenden Wald aufhalten.

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Für die Mitarbeiter gab es dafür in der vergangenen Woche kostenlose Verpflegung am Eiswagen. "Uns ist bewusst, dass das nicht optimal ist", sagt Kliniksprecherin Nehm. In Abteilungen wie den Psychiatrien sei es aus Sicherheitsgründen jedoch nicht immer möglich, die Fenster zu öffnen.

"Keine Bedenken" bei Medikamenten

Zudem sagte der Mitarbeiter, dass Medikamente mitunter wochenlang bei mehr als 30 Grad gelagert würden. Diese müssten theoretisch längst weggeworfen werden. Laut Bundesgesundheitsministerium sollten Medikamente bei Temperaturen von 15 bis 25 Grad aufbewahrt werden. Eine kurzzeitige Überschreitung sei in der Regel jedoch unproblematisch.

Laut Nehm beliefert die Zentralapotheke der LWL-Klinik Dortmund auch die weiteren LWL-Kliniken in Ostwestfalen-Lippe. "Hier habe ich keine Bedenken", sagt sie.

Fächer als einfache Lösung

Auch im St.-Johannes-Klinikum in der Innenstadt wurden Maßnahmen gegen die Hitze ergriffen. Lüftungsgeräte und Erfrischungen sollen bei den Mitarbeitern kurzfristig für Abkühlung sorgen, sagt Kliniksprecherin Gudula Stroetzel. Auch ein früherer Arbeitsbeginn habe bereits geholfen. Als einfache Lösung wurden dort vor einigen Jahren Fächer an Patienten und Mitarbeiter verteilt. "Das hat sich super etabliert", sagt sie.

Denn Klimaanlagen ließen sich zwar gerade in älteren Gebäuden nicht kurzfristig einbauen. Dort wo Therapiegeräte zusätzlich Wärme abgeben, sei dies aber nötig. Wenn die Sommer immer heißer werden, müsse man an das Thema jedoch ran, sagt sie.

Bei den temperaturempfindlichen Medikamenten macht auch sie sich keine Sorgen. Die Zentralapotheke stehe in regem Austausch mit den Stationen, was die Versorgung angehe.