Wildunfälle: Nach der Zeitumstellung wird es besonders gefährlich

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Wer durch Waldstücke fährt, muss Geschwindigkeit anpassen und vorsichtig fahren. Wildunfälle sind keine Seltenheit.

Dortmund/NRW - Der Herbst ist da. Und mit ihm steigt die Zahl der Wildunfälle. Denn weil es immer früher dunkel wird, kollidieren zwei Verkehrsströme, die nicht zusammen passen: Autofahrer und umherziehende Wildtiere.

Der Herbst ist da. Und mit ihm steigt die Zahl der Wildunfälle. Denn weil es immer früher dunkel wird, kollidieren zwei Verkehrsströme, die nicht zusammen passen: Autofahrer und umherziehende Wildtiere.

Jedes Jahr gibt es laut Landesjagdverband 30 Tote und mehr als 2000 Verletzte. Dazu kommt eine Vielzahl getöteter und verletzter Wildtiere. Es ist also besondere Vorsicht geboten, denn Wildunfälle sind gefährlich.

"Ein zwanzig Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne", so Gregor Klar vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen. Dabei ist die kommende Zeit besonders gefährlich – je früher es dunkel wird, desto eher sind Autofahrer und Wildtiere gleichzeitig unterwegs.

vor allem bei Dämmerung

Denn Rotwild, Schwarzwild und Co. sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung unterwegs. Also dann, wenn viele Menschen im Herbst zur Arbeit hin und wieder zurück fahren. Besonders heikel wird es kurz nach der Zeitumstellung (Sonntag, 28. Oktober). Denn mit einem Mal sind Autofahrer dann zu ganz anderen Zeiten unterwegs als vorher – zumindest für die Wildtiere.

Bei der Nahrungssuche wandern die Tiere besonders gerne durch abwechslungsreiche Landschaften. Sie wechseln vom Schutz bietenden Wald auf freie Flächen, auf denen sie äsen können. Besondere Aufmerksamkeit ist daher bei Fahrten durch Wälder und Felder geboten.

Jungtiere folgen nach

Wichtig ist auch zu wissen: Wenn man bereits ein Tier beobachtet, das die Straße überquert, muss man davon ausgehen, das weitere Tiere folgen. "Die Jungtiere sind jetzt noch bei ihren Eltern", betont Gregor Klar. Die Eltern gehen sichernd vor, die Jungtiere folgen.

Nicht zuletzt deswegen sollten Wildunfälle immer der Polizei gemeldet werden, denn: "Es kann sein, dass bei einem Unfall das Muttertier verletzt oder getötet wird", so Klar. Das Jungtier bleibt dann schutzlos zurück.

Für Autofahrer hat der Landesjagdverband und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz weitere wichtige Hinweise zusammengestellt:

  • Der Unfall ist nicht mehr zu vermeiden? Lenkrad festhalten, Abbremsen, nicht ausweichen - sonst landet man womöglich selbst am nächsten Baum.
  • Ein Wildtier wurde angefahren? Warnblinker an und Unfallstelle sichern. Polizei verständigen und das verletzte oder tote Tier niemals mitnehmen (das ist Wilderei und steht unter Strafe).
  • Eine Straße wurde neu gebaut? Straßenränder - vor allem in Wald und Feld - hier besonders genau beobachten. Denn die Tiere behalten gewohnte Routen bei.
  • Ein Tier hat die Straße überquert? Wildtiere sind selten allein unterwegs - an die Nachzügler denken.
  • Mitten auf der Straße steht ein Tier und ist bewegungslos? Abblenden - denn durch die Blendung mit Licht verfallen die Tiere in eine Art Schockstarre, sie werden orientierungslos. Deshalb: Abblenden, Hupen, Bremsen und Warnblinker an!