Bild: Jan Rocho / Montage: RUHR24

Fahrradfahrer in Dortmund lehnen sich gegen die mögliche Sperrung eines Weges über das Gelände der Westfalenhallen auf. Dabei gäbe es zwei Alternativen.

  • Fahrradfahrer fürchten, dass sie Umwege in Kauf nehmen müssen.
  • Die Westfalenhallen wollen dagegen den Auf- und Abbau im Messebetrieb beschleunigen.

Wer aus der City und dem Kreuzviertel mit dem Fahrrad in Richtung Süden von Dortmund fahren möchte, der muss fast unweigerlich an den Westfalenhallen vorbei.

Brücke über B1 führt zum Weg an den Westfalenhallen

Über die B1 führt aus Richtung Lindemannstraße kommend zum Beispiel die sogenannte „BVB-Brücke“. Viele Fans nutzen diese an Spieltagen der Borussia, um aus der Innenstadt zum Stadion zu gehen. Sie soll in den kommenden Jahren abgerissen und neu aufgebaut werden.

Diese Brücke führt über die B1 in Richtung Westfalenhallen. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
Diese Brücke führt über die B1 in Richtung Westfalenhallen. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Der direkteste Weg zur Strobelallee führt über das Gelände der Westfalenhallen. Diesen scheinen in Dortmund auch viele Fahrradfahrer zu nutzen, wenn sie die Strobelallee erreichen wollen. Die Straße führt zum Stadion und soll künftig zur Event-Open-Air-Meile umgebaut werden.

Jedenfalls lehnt sich das Bündnis „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ sowie der Bund Deutscher Architekten (BDA) gegen die Pläne der Westfalenhallen auf. Die Verantwortlichen der Messe planen, diesen Weg zwischen den Messehallen drei und vier zu sperren.

Hier zur besseren Übersicht der direkte Weg und die zwei Alternativen:

Die Westfalenhallen GmbH möchten laut Angaben von „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ den Weg zeitweise oder sogar dauerhaft schließen. Damit wollen die Verantwortlichen im Messebetrieb die Anlieferung und den Auf- und Abbau beschleunigen. Auch der Wunsch nach einem in sich abgeschlossenen Betriebsgelände werde genannt.

„Fußgänger und Radfahrer müssten dann einen Umweg um die große Halle machen oder auf die Wittekindstraße und die Straße „Am Rabenloh“ ausweichen“, heißt es in einem Brief an die Bosse der Westfalenhallen und die Stadt Dortmund.

In Zahlen heißt das konkret: 350 Meter beträgt der direkte Weg aktuell bis zur Strobelallee über das Gelände der Westfalenhallen. Fährt man den Umweg um die große Westfalenhalle 1, wären es knapp 850 Meter bis zur Strobelallee. Über die Wittekindstraße dagegen wären insgesamt 900 Meter. Also Umwege von rund 500 Meter.

Wenn die Brücke über die B1 in einem weiten Bogen im Osten endet, muss der Radverkehr sich im Zickzack über die Rampenanlage vor den Hallen 3a und 2 quälen, um den Verbindungsweg zu erreichen. (Foto: VeloCityRuhr)
Auch die Rampe an den Westfalenhallen sorgt für Kritik – sie ist vielen Radfahrern zu anstrengend. Foto: VeloCityRuhr

Unterschrieben ist die Forderung vom Fahrradclub ADFC, dem Fußgängerverband FUSS, dem Runden Tisch zur Prävention von Kinderunfällen, dem Seniorenbeirat der Stadt, dem Verkehrsclub VCD und der Fahrradinitiative VeloCityRuhr. 

Ein Umweg, so die Protestierenden, würde auch die Erreichbarkeit des S-Bahn-Haltepunkts „Signal-Iduna-Park“ erschweren. ADFC-Vorsitzende Werner Blanke geht sogar so weit, dass er die Pläne der Westfalenhallen als Rückschritt im Kampf gegen Stickoxid- und Kohlendioxidemissionen sieht.

Führt Sperrung zu mehr Autoverkehr in Dortmund?

„Es ist widersinnig, einerseits im Rahmen des Förderprojekts ‚Emissionsfreie Innenstadt‘ Radwege auszubauen, um Menschen zum Umstieg vom Auto auf emissionsfreie Verkehrsmittel zu bewegen – und andererseits durch die Sperrung eines wichtigen Wegs Radverkehr, Fußverkehr und ÖPNV zu erschweren und so Anreize zur vermehrten Autonutzung zu schaffen“, sagt Blanke.

Und was sagen die Westfalenhallen? Ein Sprecher argumentierte bereits Ende Juli mit Sicherheitsbedenken.

Insbesondere der Verkehr von Lastwagen und Gabelstaplern auf der Stichstraße berge für Fußgänger und Radfahrer „enorme Unfallpotentiale“. Man könne von Glück sprechen, dass bislang niemand ernsthaft verletzt oder gar getötet wurde.