Von Westenhellweg bis Ostenhellweg: So billig ist Dortmunds City

Der Westenhellweg. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Der Westenhellweg. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Euroshops, Handyläden, Süßwaren-Outlets: So manche Innenstadt im Ruhrgebiet kennt diesen gefürchteten Trash-Dreiklang. Wie ist die Situation in Dortmund auf Westenhellweg und Ostenhellweg? Wir haben nachgeschaut, wo es auf Dortmunds wichtigster Einkaufsstraße Ware für den schmalen Euro gibt. Wir starten unsere Tour am äußersten Rand des Westenhellwegs, da wo die Einkaufsstraße unscheinbar vor sich hinschlummert. Unter [...]Weiterlesen

Euroshops, Handyläden, Süßwaren-Outlets: So manche Innenstadt im Ruhrgebiet kennt diesen gefürchteten Trash-Dreiklang. Wie ist die Situation in Dortmund auf Westenhellweg und Ostenhellweg? Wir haben nachgeschaut, wo es auf Dortmunds wichtigster Einkaufsstraße Ware für den schmalen Euro gibt.

Wir starten unsere Tour am äußersten Rand des Westenhellwegs, da wo die Einkaufsstraße unscheinbar vor sich hinschlummert. Unter dem Begriff "Trash" würde man den "Malteserladen" am Westenhellweg 127 sicher nicht bezeichnen, immerhin gibt es hier zwar Dinge aus zweiter Hand, die für den guten Zweck verkauft werden. Gut, die eine oder andere Kuriosität gibt es hier schon, aber wenn man am Ende etwas Gutes tut, warum nicht?

Ein paar Meter weiter befindet sich rechter Hand "Woolworth", der Sehnsuchtsort unserer Kindheit. Wer hatte einst nicht die "Wollitsch" irgendwo in der Nachbarschaft für den schnellen Einkauf für zwischendurch? Hier findet man alles und nichts, von der Picknickdecke für 6,99 Euro bis zum Reisetrolley in Dschungeloptik für schmale 12,99 Euro. Das kann man durchaus günstig nennen. Nicht minder günstig geht es ganz in der Nähe bei "Kik" zu. Kleiner Fun-Fact nebenher: Das Unternehmen sitzt ganz in der Nähe von Dortmund, nämlich in Bönen (Kreis Unna). Die angebotenen Produkte kommen allerdings wie bei Woolworth nicht aus dem Ruhrgebiet, sondern nicht selten aus Niedriglohnländern wie China, Pakistan, Bangladesch oder Indien.

Nächster Günstig-Laden auf dem Westenhellweg ist "Tiger". Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als "internationale Kette dänischer Designshops", die "nicht nur verkaufen, sondern auch überraschen" möchte. Um die Miete am Westenhellweg zu bezahlen, muss das Geschäft aber dann doch noch ein bisschen an den Mann bringen: etwa Partyzubehör, Dekoartikel oder Spielzeug für relativ wenig Geld.

Dann passiert rein portmoneetechnisch nicht viel auf dem Westenhellweg. Erst auf Höhe der Petergasse wird es nochmal bunt, schrill und vor allem günstig! Auf der einen Seite heizt eine Art Moderator den Kunden im Modegeschäft "Madonna" über Lautsprecher ordentlich ein. Überall Rabatte, alles nur für kurze Zeit, und das Meiste verdammt günstig. Draußen hängen Handtaschen für 3 Euro oder Halstücher für 2 Euro.

Schnick-Schnack für ein paar Euro

Fast direkt gegenüber hat seit ein paar Monaten "Trends" geöffnet und verkauft Schnick-Schnack für ein paar Euro. Schlüsselanhänger, Sonnenbrillen, Fächer oder sogar Schmuck für Piercings kosten hier um die drei Euro - verrückt! Übrigens: Dieses Ladenlokal wechselt seit einigen Jahren immer mal wieder den Mieter. Hier erfahrt ihr, woran das liegt.

Seit Neustem auf dem Westenhellweg ist das Holland-Kaufhaus "Hema". Wer seinen Urlaub in den Niederlanden verbringt, kennt das Geschäft und liebt es in der Regel auch. Mit 10 Euro in der Tasche bekommt man hier eine relativ volle Tüte. Ob gefüllt mit Ramsch oder nicht, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Wir haben das Geschäft übrigens getestet und geschaut, wie weit man mit 10 Euro kommt. So viel vorweg: Kollegin Melissa bekam für ihren 10-Euro-Einkauf eine große Tüte, Dortmund24-Mitarbeiter Johannes nur eine kleine voll. Hier erfahrt ihr mehr!

Trash auf dem Ostenhellweg?

Kaum zu glauben, aber damit war es das schon in Sachen Billig-Läden auf dem Westenhellweg. Eigentlich kein Wunder - denn der richtige Trash kommt erst auf dem Ostenhellweg.

Kleider für etwa 8 Euro gibt es hier zum Beispiel beim "Piccadly by Mambo" an der Passage vom Ostenhellweg zur Straße "Rosental". Markenware in Massen und gerne mal gut durcheinander gibt es dagegen schräg gegenüber bei "TK Max". Das Konzept: Einkäufer des Unternehmens schauen weltweit nach Angeboten von Marken-Unternehmen und kaufen diese - in der Regel Überkapazitäten und Restposten - auf und verkauft diese zu einem Bruchteil des Ursprungspreises weiter. Außerdem sind TK-Max-Filialen frei von jeglichem Schnickschnack, was die Kosten niedrig hält.

Auf den letzten Metern des Ostenhellwegs nimmt die Trashomanie dann so richtig Fahrt auf: "Süßwaren-Outlet", "Zeeman", "Nanu Nana", "Tedi" und der "Euroshop". Hier sitzt alles, was in der Billigwelt Rang und Namen hat. Die Konkurrenz ist hier so groß, dass teilweise eine Art Kannibalisierung stattfindet. Immerhin musste "Buttlers" hier kürzlich seine Pforten schließen. Und das Süßwarengeschäft "Lecker Lecker" musste sich dem "Süßwaren-Outlet" geschlagen geben und anschließend dicht machen.

Am Ende kann man von Dortmunds Einkaufsstraße nicht behaupten, sie sei mit Billigläden überflutet - zumindest der Westenhellweg nicht. Auf dem Ostenhellweg sieht das dann schon wieder ganz anders aus. Die wahre Billig-Preis-Zone in Dortmunds City hat sich auf einen anderen Bereich fokussiert: dem Brückstraßenviertel. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.