Weniger Nazis als erwartet zogen durch Dortmund

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Neonazis bei einer Demonstration in Dortmund. (Archivbild) Foto: Felix Huesmann/RUHR24

Dortmund/NRW - Unruhiger 1. Mai: Am Nachmittag ziehen mehrere Hundert Rechtsextreme durch den Dortmunder Westen. Nazigegner haben Gegenkundgebungen angemeldet.

Die rechtsextreme Partei "Die Rechte" wollte am gestrigen Montag (1. Mai) eigentlich ab 15 Uhr durch den Dortmunder Westen ziehen. Doch Nazigegner verzögerten den Start der Demonstration durch eine Blockade. Die eigentlich bis 22 Uhr angemeldete Veranstaltung der Rechtsextremen endete schon um 17.45 Uhr.

Dortmund - Seit den frühen Morgenstunden waren Einsatzkräfte der Bundespolizei an den Bahnhöfen Essen und Dortmund sowie an diversen anderen Bahnhöfen und Bahnstrecken im Großraum der beiden Ruhrgebietsmetropolen im Einsatz.

Mehrere Hundert Rechtsextreme zogen am Nachmittag durch den Dortmunder Westen. Von Germania aus wollten sie bis zum S-Bahnhof Dortmund-Somborn laufen. Wie die Polizei Dortmund mitteilte, hatten die Rechtsextremen ihre Demo bis 22 Uhr angemeldet. Doch bereits um 17.45 Uhr erklärten die Nazis ihre Abschlusskundgebung und damit ihre Demonstration für beendet. Die Nazis hielten ihre Abschlusskundgebung überraschend nicht an der S-Bahn-Station ab, sondern an der Kreuzung Lütgendortmunder Straße / Neu-Crengeldanz-Straße, direkt neben dem Musiktheater Piano.

Rund 200 Nazis zogen durch Lütgendortmund

"Die Rechte" selbst rechnete mit 300 bis 400 Teilnehmern. Die Polizei schätzte diese Zahl im Vorfeld als durchaus realistisch ein, da Teile der rechten Szene sich vormittags in Essen bei einer NPD-Demo treffen wollen, um dann nach Dortmund zu kommen. Am Ende zogen rund 200 Nazis durch Dortmund - deutlich weniger als erwartet.

Gegen 16 Uhr waren die Rechtsextremen in Germania eingetroffen. Nach einer kurzen Auftakt-Kundgebung, setzte sich der Demo-Zug in Bewegung.

Mehrere Hundert Nazigegner waren zuvor am S-Bahnhof Marten-Süd ausgestiegen. Sie wollten die Anreise der Nazis zur S-Bahn-Station Germania verhindern. Der S-Bahn-Verkehr musste vorübergehend eingestellt werden, weil sich Personen im Gleis aufhielten.

Ansonsten lief der Demo-Zug ohne nennenswerte Vorkommnisse ab.

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Nazigegner haben zwei Demos in der Nähe angemeldet

Das Bündnis "Blockado" hatte gleich zwei Gegendemos angemeldet. Eine sollte am Bahnhof Dorstfeld beginnen und bis zur Haltestelle Germania führen. Eine weitere Demonstration sollte am S-Bahnhof Germania starten und von dort aus zum Heinrich-Sondermann-Platz führen.

Das Protestbündnis "Blockado" besteht unter anderem aus Vertretern von Gewerkschaften, Parteien und Antifagruppen und hat in der Vergangenheit häufiger versucht, Neonazi-Aufmärsche zu blockieren.

Die Dortmunder Polizei sprach am Abend von einem "arbeitsreichen aber friedlichen" Ablauf des Tages.