Probleme wegen der Corona-Krise

Weihnachtsmarkt in Dortmund "unverzichtbar": Überraschende Idee der SPD

Weihnachtsbaum in Dortmund
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Die SPD hat einen Vorschlag zum Weihnachtsbaum in Dortmund.

Der Weihnachtsmarkt in Dortmund bleibt wegen des Coronavirus für die Schausteller ein Wagnis. Für eine regelrechte Überraschung sorgt die Idee der SPD.

  • Die Planungen für den Weihnachtsmarkt in Dortmund sorgen weiter für Diskussionen.
  • Insbesondere der Aufbau des großen Weihnachtsbaums könnte zeitlich schwierig werden.
  • Deshalb wagt die SPD-Fraktion im Stadtrat jetzt einen Vorstoß.

Dortmund – Die Planungen für den Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund laufen bereits. Doch das Coronavirus macht den Schaustellern in diesem Jahr zu schaffen. Jetzt will die SPD helfen.

Dortmund: Weihnachtsmarkt 2020 laut SPD trotz Corona "unverzichtbar" - Vorstoß bei Weihnachtsbaum

Die Schausteller um Organisator Patrick Arens geben sich weiter optimistisch, was einen Weihnachtsmarkt in Dortmund anbelangt. Von einer Absage sei keine Rede, man müsse aber auf Grundlage der Corona-Regeln planen, sagte er den Ruhr Nachrichten. Derzeit erlebe man eine "dynamische Entwicklung" was Veranstaltungen angeht, sagte er gegenüber RUHR24.

Der Weihnachtsbaum ist das Wahrzeichen des Weihnachtsmarkts in Dortmund.

Dortmunds Rechtsdezernent Norbert Dahmen (CDU) hatte bereits am Dienstag (1. September) klargestellt, dass es wegen Corona in diesem Jahr keinen klassischen Weihnachtsmarkt geben werde. Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) hatte zudem Bedenken geäußert, was den Zeitplan für den Aufbau des Weihnachtsbaums in Dortmund angeht.

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund "realisierbar" - Kosten für Weihnachtsbaum sollen übernommen werden 

Jetzt will die SPD-Fraktion im Stadtrat Dortmund helfen und wagt einen Vorstoß. Für die nächste Sitzung des Ordnungsausschusses Ende September beantragt die Partei, dass die Stadt einmalig die gesamten Kosten für den Weihnachtsbaum übernehmen solle.

Damit sollen die finanziellen Belastungen für die Organisatoren des Weihnachtsmarkts begrenzt werden, argumentiert die SPD. Die Situation sei für die Schausteller existenzbedrohend. Auch der Einzelhandel würde so profitieren.

Der Weihnachtsmarkt sei darüber hinaus für Dortmund "unverzichtbar", schreibt Norbert Schilff, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion in einer Stellungnahme. Er sei zudem "unter den Maßgaben der geltenden Corona-Schutzverordnung NRW realisierbar". Gelingen könne das laut der SPD etwa durch Entzerrung der Besucherströme.

Auch andere Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet haben 2020 mit Corona-Einschränkungen zu kämpfen.

Weihnachtsbaum in Dortmund: Schausteller Patrick Arens begrüßt Übernahme der Kosten

Schausteller Patrick Arens findet den Vorschlag der SPD "nicht schlecht". Die Kosten für die rund 1.700 Fichten sowie den Auf- und Abbau liegen bei rund 280.000 Euro, sagt er. Beteiligt sind daran insgesamt fünf Firmen aus Dortmund und Umgebung.

Schausteller Patrick Arens ist optimistisch was den Weihnachtsmarkt in Dortmund angeht.

Ein ähnlicher Effekt würde jedoch eintreten, wenn die Stadt den Schaustellern in diesem Jahr die Sondernutzungsgebühr erlassen würde. Sie beläuft sich auf rund 150.00 Euro. Laut Arens werde in der Corona-Krise generell "wirtschaftlich gegen gesundheitlich abgewogen". Das könne aber nur auf Landesebene entschieden werden: "Damit kann man die Städte nicht alleine lassen", sagt er.

Bislang hat die Stadtkasse immer zumindest einen Teil der Kosten für den höchsten zusammengesetzten Weihnachtsbaum der Welt übernommen. 2015 lag der "jährliche Zuschuss" für den Baum bei rund 85.000 Euro.

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund fand schon einmal ohne Baum statt

Den Schaustellern wäre sicher jeder Zuschuss recht, nachdem sie bereits fast das gesamte Jahr über mit massiven Einbußen durch die Coronavirus-Pandemie zu kämpfen haben. Dass ein Weihnachtsmarkt unter gewissen Vorkehrungen auch 2020 möglich sein kann, hat der Test mit dem Pop-up-Freizeitpark "Fundomio" gezeigt. Den hatte damals auch die CDU Dortmund unterstützt.

Dass der Weihnachtsbaum in diesem Jahr nicht auf dem Hansaplatz stehen wird, wollen sich wohl weder Schausteller noch Besucher ausmalen. Das erste Mal wäre es indes nicht: Bereits 1997 musste der Weihnachtsmarkt in Dortmund ohne Baum auskommen. Damals fehlte wegen Umbaumaßnahmen einfach der Platz. Seitdem stand der Baum jedes Jahr auf dem Hansaplatz. Arens bleibt auch in diesem Jahr optimistisch: "Bis Anfang Oktober ist noch Zeit."