Coronavirus in Dortmund

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund: OB Sierau wegen Zeitplan besorgt

Der Weihnachtsbaum ist das Wahrzeichen des Weihnachtsmarkts in Dortmund.
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Der Weihnachtsbaum ist das Wahrzeichen des Weihnachtsmarkts in Dortmund.

Der Weihnachtsmarkt in Dortmund soll 2020 trotz des Verbots von Großveranstaltungen wegen Corona stattfinden. OB Ullrich Sierau ist skeptisch.

  • Der Weihnachtsbaum auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund ist eines der Highlights im Winter.
  • Wegen der Corona-Pandemie läuft den Veranstaltern jedoch die Zeit davon.
  • Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat Bedenken, dass alles klappt.

Dortmund – Der riesige Weihnachtsbaum ist seit Jahren das Highlight auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund. Doch in der Corona-Pandemie wird langsam die Zeit knapp, um ihn aufzubauen, warnt Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Weihnachtsmarkt Dortmund 2020: Weihnachtsbaum wegen Corona in Gefahr?

Musikfeste und Festivals sowie Sport- und Straßenfeste sind bis mindestens Ende 2020 untersagt. Damit macht der Corona-Schutz auch den Planern des Weihnachtsmarkts in Dortmund einige Sorgen. Am Freitag hat es im Gesundheitsministerium des Landes NRW ein Gespräch mit den Veranstaltern der Weihnachtsmärkte sowie Vertretern von Wirtschaftsministerium und Staatskanzlei gegeben. Mit dabei war auch Patrick Arens, der den Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund organisiert.

Schausteller Patrick Arens organisiert den Weihnachtsmarkt in Dortmund.

Er sagte in einem Gespräch mit den Ruhr Nachrichten (Bezahlinhalt), dass derzeit nichts für eine Absage spreche. Zudem sei er zuversichtlich, dass ein Weihnachtsmarkt in der Innenstadt realisierbar sei, wenn auch im Rahmen der Coronaschutzverordnung.

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund: Ullrich Sierau weniger optimistisch

Andere sind da weniger optimistisch. Allen voran Ullrich Sierau (SPD), Oberbürgermeister von Dortmund. Er sieht insbesondere zeitliche Probleme auf die Veranstalter zukommen, sagte er bei einer Pressekonferenz (Video) am Dienstag (1. September).

Das betrifft auch den Weihnachtsbaum, das Wahrzeichen und beliebtes Fotomotiv des Weihnachtsmarkts in Dortmund. "Wenn man weiß, dass das Fundament für den Weihnachtsbaum in der Regel ab Oktober gesetzt wird, dann ahnt man, dass da nicht mehr allzu viel Zeit ist", sagte Sierau.

Die Sozialdemokraten halten den Weihnachtsmarkt für unverzichtbar. Deshalb will die SPD in Dortmund nun beantragen, dass die Stadt Dortmund 2020 die gesamten Kosten für den Weihnachtsbaum übernimmt. Die liegen bei rund 280.000 Euro.

Dortmund: Kein klassischer Weihnachtsmarkt 2020 wegen Coronavirus-Pandemie

Dass es einen klassischen Weihnachtsmarkt nicht geben kann, bestätigte auch Norbert Dahmen (CDU), Rechtsdezernent der Stadt Dortmund. "Die Frage ist, in welchen Veranstaltungsformaten können wir das machen?", gab er zu bedenken. Antworten auf diese Frage soll es erst nach dem 15. September geben, wenn die neue Coronaschutzverordnung gilt.

Beantworten müssen das aber insbesondere die Veranstalter, auch dem Land gegenüber. Für sie wäre es eine Katastrophe, sollte der Weihnachtsmarkt 2020 abgesagt werden müssen. Die Schausteller in Dortmund werden deshalb laut Sierau ein Veranstaltungs- und Hygienekonzept erarbeiten. Es soll als Grundlage bei weiteren Gesprächen mit dem Land dienen. 

Auch andere Städte im Ruhrgebiet erarbeiten derzeit bereits Pläne für die Weihnachtsmärkte. In Köln wurde der Markt am Dom aber bereits abgesagt.

Dortmund: Weihnachtsmarkt 2020 mit Zaun in der Innenstadt?

Wie ein Weihnachtsmarkt trotz Corona-Pandemie aussehen könnte, wurde bereits mit dem Pop-up-Freizeitpark "Fundomio" an der Westfalenhalle Dortmund getestet. Er wurde unter Coronaschutz-Aspekten aufgebaut und anschließend wochenlang betrieben.

Der Freizeitpark "Fundomio" an der Westfalenhalle Dortmund.

Dennoch müsse man "schärfer darüber nachdenken, wie ein umzäunter Weihnachtsmarkt in der Dortmunder Innenstadt wirken könnte", gab Sierau zu bedenken. Er habe Zweifel, dass das gut ankommen würde.

Dortmund: Zeit für Weihnachtsbaum wird langsam knapp

Für Mitte September sind weitere Gespräch auf Landesebene geplant. Bis zur heißen Phase der Planung für den Weihnachtsmarkt Mitte Oktober sei dann nicht mehr viel Zeit.

"Insbesondere wenn man sich vor Augen hält, dass dann Aufträge für Gerüstbau und Fichten aus dem Sauerland im Zweifel schon vorher in Kraft gesetzt werden müssen." Da sei "absolut nicht mehr viel Zeit". Ullrich Sierau sagte, er wundere sich, wie das seitens des Landes NRW behandelt werde. Vielleicht ist ihnen das Thema zu heiß, vermutete er. Vielleicht hat das Land in der Corona-Pandemie aber auch einfach andere Prioritäten.