Drei Tage Way Back sind vorbei und die Erkenntnis bleibt: Gute Bands gibt es auch um die Ecke – natürlich! Wir haben uns Samstag auf dem Festival umgeschaut und die Stimmung eingefangen.

Dortmund – Es ist Anfang Oktober in Dortmund und das Wetter ist noch so, dass ein Musik-Festival gut und gerne draußen stattfinden könnte. Way Back When ist aber indoor. Und das ist auch gut so. Denn wo ein Festival-Gelände am grauen Herbstanfang um 18 Uhr noch leer wirken würde, wenn die ersten Bands auftreten, ist es im FZW atmosphärischer, lässiger,  sympathischer – irgendwie dortmunderischer. Und am Ende reichen fast drei Stunden, um zu verstehen, was dieses Festival bedeutet.

Beginnen tut der Samstag aber direkt mit einer doppelten Panne: „Model Aeroplanes“, die vier Schotten, die eigentlich Indie-Pop in der großen Halle spielen sollen, sind nicht da. Vollsperrung auf der A2, willkommen im Pott. Auch davon betroffen sind „Ten Fe“, die eigentlich im Domicil auftreten sollen.

Die große Halle des FZW wirkt unterdessen verlassen. Später werden „Model Aeroplanes“ ein Akustik-Konzert im FZW-Garten geben – so ist es zumindest angekündigt. Das nennt man gute Improvisation.

Drinnen im Club stehen ein paar Jungs aus Hamm auf der Bühne. „Giant Rooks“ um Sänger Frederik Rabe wirken irgendwie unscheinbar, wie eine Schülerband (Durchschnittsalter 17,5 Jahre). Doch es dauert keine zwei Lieder, da ist es im Club so voll, dass niemand mehr hineinkommt, trotz Tickets. Ja, auch das ist das Way Back When. Wenn voll, dann voll.

Frederik Rabe, der Mann mit den feinen Gesichtszügen und Frontmann der Band, wirkt wie ein ganz alter Hase mit seiner Charakter-Stimme. Der Stil der Jungs aus Hamm: Indierock, Folk und Elektro, schwermütig und tanzbar zugleich. Macht Lust auf mehr. Und genau dafür steht das Way Back When: Junge Musiker, die es ganz nach oben schaffen werden. „Giant Rooks“: Bitte den Namen schonmal merken. Die sind gut!

Ungewohnt große Halle

Set-Wechsel. Die große Halle im FZW beginnt sich zu füllen. „Von wegen Lisbeth“ sind nicht mehr ganz zu unbekannt, wie die „Giant Rooks“. Touren mit AnnenMayKantereit führten sie bereits in die ganz großen Hallen – nicht anders wird das als Opener von Element Of Crime dieses Jahr sein. Daran konnte sich Frontmann Matze im FZW schonmal dran gewöhnen: „Ihr seid ganz schön weit weg, wenn man auf so einer großen Bühne spielt“, sagt er bei seinem Auftritt. Way Back When – das ist offenbar nicht nur ein Sprungbrett für Newcomer, sondern auch für welche, die es mal waren. Hier treffen Bubis auf Babos.