Waldbrandgefahr: Warum in Dortmund eher keine Löschhubschrauber zum Einsatz kommen

15.10.2018, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Ein Löschhubschrauber wirft über einem Waldstück seine Ladung ab. Im trockenen Unterholz war ein Waldbrand ausgebrochen und hatte sich auf eine Fläche von 2000 bis 3000 Quadratmeter ausgebreitet. Da auf dem unwegsamen Gelände zum Ruhrtal hin 70 Höhenmeter zu überwinden sind, pendelte der Hubschrauber mit dem 500-Liter-Löschtank immer wieder zwischen dem nahe gelegenen Kemnader Stausee und der Brandstelle hin und her. Foto: Bernd Thissen/dpa
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15.10.2018, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Ein Löschhubschrauber wirft über einem Waldstück seine Ladung ab. Im trockenen Unterholz war ein Waldbrand ausgebrochen und hatte sich auf eine Fläche von 2000 bis 3000 Quadratmeter ausgebreitet. Da auf dem unwegsamen Gelände zum Ruhrtal hin 70 Höhenmeter zu überwinden sind, pendelte der Hubschrauber mit dem 500-Liter-Löschtank immer wieder zwischen dem nahe gelegenen Kemnader Stausee und der Brandstelle hin und her. Foto: Bernd Thissen/dpa

Dortmund/NRW - Sollte es in Dortmund zu einem Waldbrand kommen, wird dieser vermutlich ohne Löschhubschrauber gelöscht. Die Feuerwehr erklärt, warum das so ist.

Sollte es in Dortmund zu einem Waldbrand kommen, werden eher keine Löschhubschrauber zum Einsatz kommen. Wir erklären, warum das so ist.

  • Löschhubschrauber sind nur eine Option für die Dortmunder Feuerwehr.
  • Waldbrände werden eher vom Boden aus gelöscht.
  • Struktur des Waldes ist verantwortlich für geringere Waldbrandgefahr.

In Mecklenburg-Vorpommern brennt derzeit ein großes Waldgebiet. Für die Feuerwehr ist es quasi unmöglich zu löschen. Denn im Boden befinden sich Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Deshalb sind dort Löschhubschrauber im Dauereinsatz.

Noch kein Waldbrand in Dortmund in 2019

In Dortmund hat es in diesem Jahr noch keinen Waldbrand, anders als an mehreren Orten in NRW, gegeben, wie Feuerwehrsprecher André Lüddecke gegenüber RUHR24 erklärt. Bislang seien eher kleinere Flächenbrände gemeldet worden. Aber selbst wenn es zu einem Waldbrand kommen sollte, werden hier eher keine Hubschrauber zum Einsatz kommen.

+++Großes Feuer in Dortmund! 4.000 Quadratmeter Feld brennen ab+++

In Deutschland werden Waldbrände eher vom Boden aus gelöscht. Die meisten Wälder verfügen über ein so gutes Wegenetz, dass dort Feuerwehrautos fahren können. Löschhubschrauber kommen immer dann zum Einsatz, wenn das Gelände unwegsam ist.

Löschhubschrauber kommen selten zum Einsatz

In Dortmund betrifft das eigentlich nur das Gebiet rund um die Hohensyburg. In Bochum gab es im vergangenen Jahr einen Fall, in dem ein Löschhubschrauber zum Einsatz gekommen ist. Damals brannte der Wald rund um den Kemnader See.

Löschflugzeuge kommen in Deutschland so gut wie nie zum Einsatz. In südlicheren Ländern ist das üblicher. Das Problem mit den Flugzeugen: sie können sich selbst während des Fluges betanken - wenn eine Wasserquelle zur Verfügung steht. Da Deutschland so dicht besiedelt ist, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Flugzeug mal eben im Rhein landet, um Wasser aufzunehmen.

Deshalb setzen die deutschen Feuerwehren auf Hubschrauber. Und die können entweder bei der Bundespolizei oder der Bundeswehr angefordert werden. "Die Hubschrauber sind eine gute Ergänzung, um effektiv arbeiten zu können", sagt André Lüddecke. Aber eigentlich sei das System so gut aufgestellt, dass die Feuerwehren am Boden arbeiten können.

Wald in Dortmund gut gegen Feuer geschützt

Dass es zu einem großen Waldbrand in Dortmund kommt, ist übrigens eher unwahrscheinlich. Das liegt an der Struktur des Waldes. Denn der besteht eher aus Mischwald, also aus vielen verschiedenen Bäumen. In anderen Waldgebieten, wie zum Beispiel in der Nähe von Recklinghausen, herrscht Nadelwald vor.

Das wurde auch einem Waldgebiet im Sauerland zum Verhängnis. Bei Plettenberg brannten 400 Quadratmeter Wald. Das hatte ein aufmerksamer Segelflieger bemerkt und der Feuerwehr gemeldet. Und schon im April standen 10.000 Quadratmeter Wald bei Essen in Flammen.

Im Wald nicht rauchen und grillen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Waldbrandstufe im Ruhrgebiet gestern von 4 auf 3 runtergesetzt. Das bedeutet eine mittlere Gefahr für den Wald.

Allerdings sollten die Bürger dennoch die Verhaltensmaßnahmen für den Wald berücksichtigen, so der Feuerwehr-Pressesprecher. Das bedeutet: Rauchen im Wald ist verboten, grillen ebenso. Außerdem sollten keine Glasscherben liegen gelassen werden.