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Dortmund: Spaziergänger entdecken Hakenkreuze an Schwimmbad – Stadt erklärt die Symbole

Die Verzierung der Fassade des Volksbads in Dortmund stammt aus den 1920er Jahren und soll keine Verbindung zu den Nazis haben.
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Die Verzierung der Fassade des Volksbads in Dortmund stammt aus den 1920er Jahren und soll keine Verbindung zu den Nazis haben.

Am Volksbad in Dortmund haben Spaziergänger kürzlich Hakenkreuze entdeckt. Die Stadt Dortmund hat reagiert - mit einer überraschenden Erklärung.

  • Spaziergänger haben am Volksbad in Dortmund Hakenkreuze entdeckt.
  • Die Stadt Dortmund bestätigt den Fund.
  • Um Nazi-Symbolik soll es sich dabei jedoch nicht handeln.

Dortmund – Spaziergänger haben kürzlich am Volksbad in Dortmund Hakenkreuze entdeckt. Nazi-Symbole sollen die Kreuze an der Fassade jedoch nicht darstellen, heißt es von der Stadt Dortmund. Im Gegenteil.

Name

Swastika

Erscheinungsbild

Kreuz mit vier etwa gleich langen, einheitlich abgewinkelten Armen

Verwendung

Hinduismus, Jainismus, Buddhismus (Glückssymbol); im Nationalsozialismus als "Hakenkreuz"

Dortmund: Hakenkreuze am Volksbad entdeckt - keine Nazi-Symbole

Das Hakenkreuz ist das Erkennungszeichen der Nationalsozialisten sowie Neonazis und damit aus gutem Grund seit 1945 in Deutschland verboten. Spaziergänger haben nun jedoch laut einem Bericht des WDR Hakenkreuze am Volksbad in Dortmund entdeckt.

Die Stadt Dortmund bestätigte das anschließend auch, gab aber zu bedenken, dass diese nicht als Nazi-Symbole zu sehen seien.

Hakenkreuze am Volksbad in Dortmund: Planungen stammen aus der Zeit vor den Nazis

Schließlich sei das Volksbad in Dortmund bereits 1924 von dem Architekten Hans Strobel geplant worden, nach dem auch die Strobelallee am Volkspark benannt ist. Damit fällt auch die Entstehung der Hakenkreuze an der Fassade in die Zeit, bevor der Nationalsozialismus sich durchsetzte.

Die Verzierung der Fassade des Volksbads in Dortmund stammt aus den 1920er Jahren und soll keine Verbindung zu den Nazis haben.

Wenngleich Hitler zu selben Zeit bereits mit dem Symbol liebäugelte, sei es an der Fassade des Freibads nicht als politische Willensbekundung zu sehen, sagte der städtische Denkmalpfleger Michael Holtkötter dem Sender. Erst 1933 wurde das Zeichen laut der Bundeszentrale für politische Bildung amtlich.

Laut dem Bericht des WDR sei damit auszuschließen, dass Strobel so Werbung für die Hitler-Partei NSDAP machen wollte. Diese sei damals erst eine Kleinpartei gewesen.

Mit dem Volksbad wollte Strobel den Bürgern, die dicht gedrängt in rauchigen Mietskasernen wohnten, die Möglichkeit geben, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Seit 2007 steht das Freibad in Dortmund unter Denkmalschutz.

Hakenkreuze am Volksbad in Dortmund sind Glückssymbole

Bei den Hakenkreuzen handele es sich vielmehr um religiöse Glückssymbole, die etwa im Buddhismus und Hinduismus genutzt werden. Die Sogenannten Swastiken oder Sonnenräder sind bereits seit 10.000 Jahren vor Christus bekannt. Zu erkennen ist das auch an den Hakenkreuzen am Volksbad: Sie zeigen mal nach links, mal nach rechts.

Sie seien auch als Verzierung in den 1920er-Jahren beliebt gewesen. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Swastika zum Symbol von Rassenhass und Antisemitismus verklärt und für Nazi-Propaganda genutzt. 1945 wurden das Symbol verboten. Heute darf das Hakenkreuz nur genutzt werden, wenn damit der Nationalsozialismus nicht verherrlicht wird:

  • Als Anti-Nazi-Symbol
  • In Auktionskatalogen
  • In Karikaturen
  • Zur Religionsausübung

Nach Angaben der Stadt Dortmund gab es bislang übrigens keine Diskussion um die Hakenkreuze am Volksbad oder Forderungen, sie zu entfernen. Mittlerweile sind sie fast 100 Jahre alt.

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