Fußballmuseum: Stadt muss draufzahlen - Klausel im Vertrag mit dem DFB könnte Abhilfe schaffen

Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Das Deutsche Fußballmuseum macht Verluste. Leidtragende ist unter anderem die Stadt Dortmund. Der DFB kann die Aufregung nicht verstehen.

Im Ringen um die Finanzierung der Verluste für das Deutsche Fußballmuseum hat sich jetzt der DFB zu Wort gemeldet - und versteht die Aufregung nicht. Unterdessen könnte eine Vertragsklausel der Stadt Dortmund helfen.

  • Die Stadt Dortmund und der DFB teilen sich die Verluste des Fußballmuseums bis 500.000 Euro.
  • Alles, was darüber hinaus geht, muss die Stadt zahlen.
  • Dafür gibt es Kritik - und Unverständnis vom DFB.

Fußballmuseum in Dortmund macht 2019 wohl Verluste

Die Stadt Dortmund muss 2019 offenbar erstmals Verluste des Fußballmuseums alleine ausgleichen. Bisher schrieb das Museum seit seiner Eröffnung in 2015 schwarze Zahlen.

Wie hoch die Verluste sind, steht noch nicht genau fest. Die Stadt habe sich aber laut Grünen schon auf eine entstehende Belastungen für den städtischen Haushalt vorbereitet und insgesamt rund 600.000 Euro für die nächsten zwei Jahre in den Haushalt eingestellt.

Es scheint also, als würde in den kommenden Jahren jene Klausel greifen, wonach die Stadt Dortmund Verluste ausgleichen müsste, die oberhalb von 500.000 Euro liegen. Den Ausgleichs eines Verlust bis 500.000 Euro teilten sich Stadt und DFB.

Grüne kritisieren Vertrag mit dem DFB

Kritik kommt unter anderem von den Grünen in Dortmund. Sie fordern Gespräche mit dem DFB zur Veränderung der bestehenden Verträge.

Doch der Deutsche Fußball Bund kann die Aufregung um die Verluste nicht wirklich verstehen. Die derzeit öffentlich diskutierten Verluste resultierten aus Abschreibungen aus der Bauphase und Investitionen in den Substanzerhalt.

Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen (etwa 200.000 Besucher im Jahr) und den Veranstaltungen (Im Fußballmuseum findet unter anderem die Auslosung für den DFB-Pokal statt) seien dagegen im positiven Bereich, teilt der DFB in einer Stellungnahme mit.

Bei anderen Kultureinrichtungen, so der DFB, würden sich solche Diskussionen nicht ergeben, da ihre strukturellen Defizite vorab durch kommunale Zuschüsse ausgeglichen würden. "Würden für das Fußballmuseum dieselben Spielregeln gelten, wäre es in der Gewinnzone", schreibt der DFB.

Fußballmuseum: Hilft der Stadt Dortmund eine Klausel im Vertrag?

Der Stadt könnte unterdessen eine Klausel im Vertrag mit dem DFB weiterhelfen. Denn wie die Ruhr Nachrichten berichten, soll in §5 Absatz 2 des Vertrages stehen, dass die Gesellschafter dazu verpflichtet seien, über "Konzept, Organisation und personelle Ausstattung des Museums neu zu verhandeln", wenn sich der Fehlbetrag in drei aufeinander folgenden Geschäftsjahren auf jeweils mehr als 600.000 Euro beläuft.

Im November soll jetzt im Finanzausschuss der Stadt Tacheles gesprochen werden - möglichst mit Vertretern des DFB. Man darf also gespannt sein.