Des einen Freud, ist des anderen Leid: Dieses Sprichwort trifft wohl ohne Zweifel auf den verkaufsoffenen Sonntag zu. Denn während die einen ausgiebig shoppen können, müssen die anderen am Wochenende arbeiten. Wir haben uns mal umgehört, wie das in Dortmund so ankommt.

Dortmund – Es ist der letzte verkaufsoffene Sonntag in Dortmund in diesem Jahr. Und das nutzen viele Kauflustige so richtig aus. Worüber sich jedoch kaum einer Gedanken macht, sind die Verkäufer.

Eine von ihnen ist Gabriele. Sie arbeitet für eine große Parfümerie-Kette. „Gerade am verkaufsoffenen Sonntag ist immer die Hölle los. Da kommen meistens mehr Leute, als an einem Samstag.“ Viel Kundschaft ist gut fürs Geschäft – könnte man zumindest meinen.

„Viele Kunden bringen leider wenig Geduld mit. Alles soll schnell gehen. Wir bemühen uns natürlich, doch manchmal lassen sich kleine Wartezeiten durch den hohen Andrang nicht vermeiden“, erklärt sie.

Nicht mehr Personal

Der Grund ist schnell erklärt: Am verkaufsoffenen Sonntag sei nicht mehr Personal da, als an einem Samstag. Das sorge dann bei dem einen oder anderen Kunden für ein wenig Unmut.

Der soll bei Kundin Carmen gar nicht erst aufkommen. Die 24-Jährige freut sich immer auf die Shoppingtouren am Sonntag, auch wenn die mitunter ein wenig länger dauern können.

„Ich arbeite unter der Woche bis 17 Uhr oder 18 Uhr in Essen. Danach lohnt es sich für mich meistens nicht mehr, nach Dortmund in die Stadt zu fahren“, sagt die Bürokauffrau. Und da der Sonntag eh ein Tag zum Entspannen sei, könne man dann auch durch die Geschäfte schlendern.

„Nicht zu beneiden“

Über die Lage der Verkäufer habe sich die 24-Jährige dabei allerdings noch nicht so richtig Gedanken gemacht. „Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, kann man natürlich sagen: Die Leute, die am Sonntag arbeiten müssen, sind nicht zu beneiden.“

Zum Glück seien verkaufsoffene Sonntage bislang eher die Ausnahme, sagt Gabriele. „Solange man nicht jeden Samstag und Sonntag arbeiten muss, ist das schon in Ordnung.“