Bild: Daniele Giustolisi/RUHR24

Insgesamt acht verkaufsoffene Sonntage gibt es 2019 in Dortmund. Die Stadt hält das für ein gutes Maß und will sich künftig weiter für die Sonntagsruhe einsetzen.

Rund ein Jahr ist es her, als der NRW-Landtag beschloss, die im Jahr zulässigen verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht zu erhöhen.

Dadurch, sagt Dortmunds Rechtsdezernent Norbert Dahmen, sei bei vielen Menschen der Eindruck entstanden, dass es künftig auch mehr verkaufsoffene Sonntage gäbe.

„In Dortmund gehen wir dabei aber weiterhin restriktiv vor“, sagt der Jurist. Will heißen: Die Stadt schaue mit Augenmaß auf die Ansetzung neuer verkaufsoffener Sonntage.

Drei verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt

Insgesamt neun finden in diesem Jahr in Dortmund statt. Die Höchstzahl von acht Tagen wird überschritten, weil es in Dortmund mehr als ein Zentrum gibt – etwa in Hombruch oder Aplerbeck. Denn: Innerhalb einer Kommune mit mehreren Einzelhandelszentren dürfen aktuell 16 statt früher nur elf verkaufsoffene Sonntage pro Jahr stattfinden. 

Nur drei offene Sonntage finden davon in der Innenstadt statt. Der erste offene Sonntag in der Innenstadt fand bereits am 7. April statt, anlässlich des E-Bike-Festivals.

E-Bike an E-Bike reihe sich beim E-Bike-Festival 2018 in der Innenstadt von Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
Auch beim E-Bike-Festival öffnen die Läden in der Innenstadt. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Und auch die beiden weiteren verkaufsoffenen Sonntage finden – gesetzlich gesehen gezwungenermaßen – während zweier großer Feste statt. So öffnen die Geschäfte in der City am 3. November zum Hansemarkt und am 1. Dezember zum Weihnachtsmarkt.

Auftakt zum Hansemarkt 2017 am Reformationstag, der auch in Dortmund Feiertag war. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Zum Hansemarkt öffnen auch die Geschäfte in der City von Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Den Eindruck, dass es demnächst mehr solcher Tage geben könnte, erweckt Dortmunds Rechtsdezernent unterdessen nicht. „Wir setzen den Schutz des Sonntags ganz nach oben“, meint Dahmen.

Städte scheiterten vor Gericht

Der 52-Jährige verweist in diesem Zusammenhang auf Fälle vieler Städte, deren geplante verkaufsoffene Sonntage vor Gericht scheiterten – weil sie unrechtmäßig stattfanden. Das wolle man in Dortmund verhindern.

Wirklich gut kommen die in Dahmens Augen wenigen Sonntagsöffnungen bei Gewerkschaften wie Verdi aber nicht an. Landesweit klagt Verdi immer wieder erfolgreich gegen offene Läden am Sonntag. Die Gewerkschaft will solche Tage auf ein Mindestmaß reduzieren, um Verkäufer vor zu viel Arbeit zu schützen.

Verkaufsoffene Sonntage dürfen in der Regel stattfinden, wenn sie im Zusammenhang mit örtlichen Festen, Märkten, Messen und sonstigen Veranstaltungen erfolgen. Dabei müssen sie lediglich in zeitlicher und räumlicher Nähe zu einer Veranstaltung stehen.