Streik bei Tedi in Dortmund: Arbeitgeber zeigt wenig Verständnis für Forderungen der Mitarbeiter

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Die Zentrale des Discounters Tedi in Dortmund. Foto: Florian Forth/RUHR24

Dortmund/NRW - Mitarbeiter von Tedi legen im Lager in Dortmund-Brackel am Montag (7. Oktober) die Arbeit nieder. Damit folgen sie dem Streik-Aufruf von Verdi. Mehr lesen!

Mitarbeiter von Tedi legen im Lager in Dortmund-Brackel am Montag (7. Oktober) die Arbeit nieder. Damit folgen sie dem Streik-Aufruf der Gewerkschaft Verdi.

  • Die Mitarbeiter im Lager von Tedi in Dortmund fordern einen Tarifvertrag.
  • Das Nonfood-Unternehmen lehnt einen solchen aber ab.
  • Der Streik bezieht sich nicht nur auf das Gehalt, sondern auch auf hohen Arbeitsdruck.

Tedi: Streik im Lager in Dortmund

Update, Montag (7. Oktober) 12.25 Uhr: Inzwischen hat sich Tedi gegenüber unserer Redaktion geäußert. Sie verweist auf die Tatsache, dass die streikenden Mitarbeiter nicht bei Tedi, sondern bei der Tochtergesellschaft DLG Dortmunder Logistik Gesellschaft mbH angestellt seien.

Sprecherin Marie Weidauer: "Wir sind generell der Ansicht, dass sich die Tätigkeiten in der Logistik deutlich von den Anforderungen im Einzelhandel unterscheiden." Das bedeute jedoch nicht, dass alle Mitarbeiter der DLG weniger verdienen würden als ihre tariflich gebundenen Kollegen. Weidauer: "Teilweise liegen die Gehälter unserer Kollegen darüber."

Die Streiks, so die Sprecherin, hätten bislang geringe Auswirkungen auf die Abläufe im Zentrallager und die Versorgung der Filialen.

Erstmeldung, Montag (7. Oktober), 9 Uhr Uhr: Am heutigen Montag (7. Oktober) ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die Beschäftigten am Dortmunder Lagerstandort der Tedi-Märkte zur Arbeitsniederlegung auf. Ziel des Warnstreiks ist die rechtsverbindliche Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels NRW.

Konkret fordern die Mitarbeiter des Lagers in Brackel mehr Lohn sowie Zuschüsse für Mehr- und Nachtarbeit. Das haben rund 50 Tedi-Mitarbeiter auch bereits in der Vergangenheit getan - etwa im Oktober 2017 und offenbar mit wenig Erfolg.

Verdi: "Mitarbeiter werden alles andere als großartig behandelt"

„Mit dem Streik wollen die Beschäftigten deutlich machen, dass sie zwar beim selbsternannten 'größten Non-Food-Händler‘ kommissionieren und verladen, dort aber alles andere als großartig behandelt werden", mahnt Silke Zimmer, Verdi-Fachbereichsleiterin Handel in Nordrhein-Westfalen. "Sie haben für ihre gute und körperlich anspruchsvolle Arbeit eine tarifliche Entlohnung verdient. Leider wird ihnen diese vom Arbeitgeber verwehrt.“

Seit Jahren speise die zur Tengelmann-Gruppe gehörende Dortmunder Logistik Gesellschaft (DLG) ihre Mitarbeiter mit "Löhnen deutlich unterhalb der tariflichen Vergütungen" ab, so die Gewerkschaft.

"Teilweise liegen diese bei der DLG sogar fast 20 Prozent unterhalb der tariflichen Entgelte", heißt es in einer Mitteilung von Verdi.

Hoher Arbeitsdruck bei Tedi beklagt

Die Beschäftigten beklagen sich zudem über hohen Arbeitsdruck und viele Überstunden, für die keine tariflichen Zuschläge gezahlt werden.

Tedi sagte beim letzten Streik im April gegenüber den Ruhr Nachrichten, dass die Nicht-Tarifbindung des Unternehmens nicht unbedingt bedeute, dass alle DLG-Mitarbeiter weniger verdienen als tariflich gebundene Kollegen: „Teilweise liegen die Gehälter auch darüber“. Zudem würde sich aus Tedi-Sicht die Tätigkeiten in der Logistik von den Anforderungen im Einzelhandel unterscheiden – daher lehne man die Forderung nach Einführung des Einzelhandelstarifvertrags ab.

Hinweis: Zum aktuellen Streik liegt Tedi eine Anfrage unserer Redaktion vor. Die Antwort wird ergänzt, sobald sie eingegangen ist.