Vor den Augen der Mutter

Gedenken an Melih aus Dortmund: Junge (4) verstarb nach schwerem Verkehrsunfall - Nashorn soll erinnern

Eine Nashorn-Skulptur in Dortmund erinnert an Melih (4), der bei einem Unfall starb
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Ein Nashorn erinnert an den tödlichen Unfall eines Vierjährigen in Dortmund

Im Februar überfuhr ein Rentner einen kleinen Jungen aus Dortmund. Der Unfalltod sorgte für Fasungslosigkeit. Nun wurde für Melih ein eigenes kleines Nashorn aufgestellt.

Dortmund - Im Februar wollte Melih, ein vierjähriger Junge aus Dortmund, nur gemeinsam mit seiner Mutter eine Straße überqueren. Also lief er los, als die Fußgängerampel in Dortmund-Aplerbeck Grün zeigte. Doch plötzlich erfasste ein schwarzer Audi den Jungen und verletzte ihn lebensgefährlich. Seine Mutter erlitt einen schweren Schock. Ein tragischer Unfall, der ein furchtbares Ende nehmen wird.

Denn was an dem Mittwochnachmittag im Februar (24. Februar) geschah, endet damit, dass der kleine Junge noch am Abend desselben Tages verstarb. Zu schwer waren seine Verletzungen, die er durch den Unfall davontrug. Dabei soll der Rentner, der Melih beim Abbiegen vermutlich übersah, nicht einmal schnell gefahren sein.

Dortmund: Junge (4) überquerte grüne Ampel an einem Kindergarten

Vielmehr soll der 84-jährige Autofahrer Zeugenangaben zufolge eine rote Ampel überfahren haben. Besonders Melihs Familie mutmaßte nach dem Unfall: War der Fahrer aufgrund seines hohen Alters womöglich gar nicht mehr fahrtüchtig? In der Stadt sorgt der Unfalltod auch deshalb für Fassungslosigkeit. Und so fragten sich nach dem Unfalltod des Vierjährigen viele: Wie kann sowas verhindert werden?

Immerhin überquerten die beiden offenbar eine Grünlicht zeigende Fußgängerampel, die sich noch dazu in unmittelbarer Nähe zu einem Kindergarten befand - Melihs Kindergarten. Also einer Stelle im Straßenverkehr, an der Autofahrer besonders aufmerksam und vorsichtig sein sollten.

Dortmund: Nashorn vor der Kita - in Gedenken an Melih

Inzwischen erinnert ein kleines buntes Nashorn an Melih. Es wurde als Andenken vor der Kita aufgestellt, vor der der Junge verunglückte. Das Nashorn ist eines jener Nashörner, welche in Dortmund auch an anderen Stellen in der Stadt stehen. In Aplerbeck steht es nun seit dem 31. März in Gedenken an einen Vierjährigen, der nur eine Straße überqueren wollte - und viel zu früh sterben musste.

Nach dem Unfall versprach Thomas Westphal, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, dass er alles dafür tun werde, dass so etwas nicht noch einmal passiere. Das Gefahrenpotenzial an der Stelle, an der Melih verunglückte, soll künftig entschärft werden. Doch der Familie reichte das nicht. Sie richteten sich nach dem Unfall-Tod ihres Jungen mit einem emotionalen Appell direkt an den Bundestag und forderten: Es muss geprüft werden, ob jemand mit 65 Jahren oder älter überhaupt noch fahrtauglich ist.

Dafür richteten die Hinterbliebenen eine Petition an den Bundestag, die inzwischen 20.000 Mal unterschreiben wurde. Insgesamt benötigt werden 50.000 Unterschriften (mehr News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Denn bislang sind es in Deutschland laut Bußgeldkatalog.org immer Einzelfallentscheidungen, wenn jemand seinen Führerschein abgeben muss. Einen generellen Entzug des Führerscheins oder besondere Tests für Senioren gibt es nicht.

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