Große Herausforderungen

Ukraine: Dortmund rüstet sich gegen Atom-Bedrohungen und Cyberangriffe

Die Intensität des Ukraine-Kriegs nimmt zu. Dortmund reagiert und wappnet sich vor Bedrohungen.

Dortmund – Der Krieg wütet weiterhin in der Ukraine. Menschen kommen zur Tode und empfindliche Infrastruktur wie das größte Atomkraftwerk Europas „Saporischschja“ wird angegriffen. Auch hierzulande wächst die Sorge vor dem Krieg und gleichzeitig auch die Bedrohungslage. Die Stadt Dortmund rüstet sich, um auf den Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine zu reagieren.

StadtDortmund
BundeslandNRW
ThemaUkraine-Krieg

Ukraine-Krieg fordert Maßnahmen in Dortmund – Stadt reagiert auf Bedrohungslage

Weil die Herausforderungen im Zuge des Ukraine-Kriegs auch in Dortmund steigen, hat die Stadt einen Krisenstab eingerichtet, der sich mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigen und Lösungsvorschläge herausarbeiten soll. Ein Thema ist unter anderem die Ausbreitung von Radioaktivität infolge eines Angriffes auf ein ukrainisches Atomkraftwerk.

„Die Ukraine verfügt über viele Kernkraftwerke. Deswegen müssen wir uns auch mit einem möglichen Szenario in der Stadt Dortmund beschäftigen“, sagt Dirk Aschenbrenner, Chef der Feuerwehr und Leiter des Krisenstabs.

Am Donnerstag (3. März) habe es Berichten zufolge einen Angriff auf auf Europas größtes AKW „Saporischschja“ gegeben. Ein Feuer brach aus. Laut ukrainischer Behörden wurde aber keine erhöhte Strahlung gemessen. Fest steht aber: Unter bestimmten Bedingungen gibt es auch für NRW Atom-Gefahr.

Dortmund: Derzeit keine atomare Gefahr aus der Ukraine – Cyberangriffe nehmen zu

Aschenbrenner beruhigt aber umgehend. Derzeit gebe es keine Störfälle in einem Kernkraftwerk oder erhöhte Strahlung, die sich in Richtung Dortmund aufmache.

Ungemein größer sei aber die Bedrohungslage in der IT und im Internet. In den vergangenen Tagen sei immer wieder von Cyberangriffen die Rede gewesen. „Die Bedrohungslage ist erhöht“, so Aschenbrenner. Derzeit gebe es zwar Bedrohungen, aber keine Cyberangriffe oder ähnliches, teilt die Stadt mit. Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD): „Wir müssen immer das Spektrum aller möglichen Auswirkungen im Blick haben.“

Mit Expertinnen und Experten werde nicht nur auf städtische Strukturen geschaut, „sondern auch auf Energienetze, die ja auch digital verbunden sind“.

Die Stadt Dortmund reagiert auf die wachsenden Herausforderungen durch den Ukraine-Krieg.

Dortmund: Ukraine-Krieg wirkt sich auf NRW aus – Energieversorgung ist vorerst gesichert

Mit Blick auf die Gasvorräte in Deutschland sagte Westphal, für den jetzigen Winter müsse sich niemand Sorgen machen. „Auf Dauer müssen wir andere Gasstrukturen aufbauen. Da müssen sich wahrscheinlich alle in Europa neu orientieren.“

Um auf Dauer unabhängiger vom russischen Gas zu sein, hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Bau zweier LNG-Annahmestellen angekündigt. LNG bedeutet Liquiefied Natural Gas – es handelt sich um Flüssiggas. Ein Unternehmen aus NRW will dabei ganz groß mitmischen.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen, Jonas Güttler/dpa; Collage: RUHR24