TU-Studentin bei Olympia: "Ein Riesenerlebnis"

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Dortmund/NRW - Bei Olympia in Rio will TU-Studentin und Leichtathletin Pamela Dutkiewicz für eine Überraschung sorgen. Vorab hat sie mit Dortmund24 gesprochen.

Pamela Dutkiewicz ist Studentin der TU-Dortmund (Lehramt) und kämpft in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen um Medaillen. Traditionell sind die Leichtathleten in der zweiten Woche der Wettkämpfe dran. Dennis Liedschulte hat mit der Hürden-Spezialistin vor ihrem Lauf am Dienstagnachmittag (16:05 Uhr) gesprochen.

Die Vorfreude ist dir anzusehen. Du postest fleißig bei Instagram. Wie geht es dir vor den Spielen?

Pamela Dutkiewicz: Es ist natürlich sehr viel los vor den Olympischen Spielen in Rio. Olympia ist eine große Sache und die Vorbereitung macht schon sehr viel Spaß, ist aber auch anstrengend.

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Im Vorfeld der Olympischen Spiele hat Rio de Janeiro sehr schlechte Presse bekommen. Was sagst du zu dem Thema?

Es wurden ja mehrere Dinge angesprochen. Ich finde gut, dass „Doping“ direkt thematisiert worden ist. In den letzten Jahren wurde die Leistung einiger Athleten (nicht nur aus der Leichtathletik) extrem hochgejubelt. Jetzt kamen einige Dinge an die Öffentlichkeit, die nun diskutiert werden. Die Mängel am Olympischen Dorf sind mir natürlich auch zu Ohren bekommen, genauso wie ZIKA. Naja, ich lächele darüber, denn das kann meine Vorfreude nicht eindämmen. Vorbereitung – Körperspray, Kleidungsspray, etc. – ist natürlich wichtig. Gut ist auch, dass ich bei meinem Wettkampf nicht ins Wasser muss.

Ich habe extrem viel ausprobiert, um die Leistung auf der Bahn zu optimieren.

Wann wusstest du, dass die Olympischen Spiele für dich nicht nur ein Traum bleiben müssen?

Ich war von den Olympischen Spielen 2012 in London extrem fasziniert. Meine Freundin, Maral Feizbakhsh, nahm in London teil. Ich wusste, was bei Olympia passiert und wollte das unbedingt selbst erleben. 2014 durchbrach ich eine Schallmauer in meiner Leistung. 2015 fiel ich wegen Bänderverletzungen aus. 2016 glückte jedoch mein Comeback und ich steigerte meine Leistung Anfang Juni in Regensburg auf 12,85 Sekunden.

Training ist nicht alles. Du hast deine Ernährung zusammen mit einem Ernährungsberater optimiert, richtig?

Genau. Ich habe extrem viel ausprobiert, um die Leistung auf der Bahn zu optimieren. Es war dann bei mir auch eine Kopfsache. Die Zusammenarbeit mit einem Profi hat im Endeffekt nicht nur meine Leistung verbessert, sondern mir auch ein besseres Gefühl gegeben, da ich im Vorfeld wirklich mit mir und der Ernährung zu kämpfen hatte. Ich war ständig kalorienunterversorgt und das ist für den Leistungssport fatal. Die Umstellung war wichtig. Ich habe mehr Power, eine bessere Regeneration und kann mehr Krafttraining machen. Hat sich ja gelohnt, wie man sieht.

Eine Frage die immer wieder kommt. Leistungssport und Studium – wie schaffst du das?

Das ist unglaublich schwierig. Ich habe kaum Zeit für mich. Aber ich versuche zumindest pro Semester immer ein bisschen zu belegen. Ganz auf Kurse verzichten ist auch nicht möglich. Die Universität gibt einem zum Glück sehr viele Möglichkeiten. Oft nutze ich den B-Termin für Klausuren.

Zeit für einen Nebenjob hast du sicherlich nicht, oder?

Nein, natürlich nicht. Ich bringe gerade aktuell gute Leistungen, deswegen geht es mit der Sportunterstützung. Der Verein TV Wattenscheid 01 unterstützt uns Sportler. Es gibt Privatsponsoren und die Sportstiftung NRW, die Sportler nicht nur für einen kurzen Zeitraum hilft, sondern langfristig. Das ist besonders für unseren Bereich eine extrem gute Sache. Unterm Strich muss man aber sagen, dass der Spagat zwischen Leistungssport und Universität sowohl zeitlich als auch finanziell extrem schwierig ist und viele Sportler einfach auf der Strecke bleiben.

Endlich mal anderen olympischen Sport in Rio gesehen�� TISCHTENNIS! #zuschnellfuermeineaugen #tabletennis #teamgermany #japangoeswild #laola #maikidaallesgut #maiki #pämbäm #Olympiamannschaft #wirfuerd

Ein von Pamela Dutkiewicz (@pamela_dutkiewicz) gepostetes Foto am 13. Aug 2016 um 19:42 Uhr

Mit welchen Erwartungen gehst du in die Wettkämpfe in Rio de Janeiro?

Es wird ein Riesenerlebnis, keine Frage. Ich freue mich. Natürlich nicht nur auf den Wettkampf, sondern auch auf das „Erlebnis Olympia“. Für mich ist das Halbfinale ein realistisches Ziel und wer weiß… vielleicht schaffe ich ja auch das Finale. Die Österreicherin Beate Schrott erreichte 2012 in Rio auch als Außenseiterin in das Finale und holte Rang acht.

Reist du alleine nach Rio, oder begleitet dich deine Familie oder dein Freund?

(lacht) Mein Freund hatte schon Karten bestellt, bevor ich überhaupt nominiert war. Er meinte: „So, ich hab Karten, also musst du das jetzt schaffen!“ Das war eine sehr gute Motivation.