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Auf der Messe „Jagd und Hund“ sind auch Anbieter für Jagdreisen vertreten. Ihre Bestseller: Trophäenjagden auf Zebra, Löwe und Co. Gegen diese Angebote wollen elf Tierschutzorganisationen nun vorgehen. Unterstützt werden sie dabei von der Partei Die Grünen.

Schlappe 20.000 Euro kostet eine Jagdsafari in Sambia. 16 Tage lang können Jäger dafür auf die Pirsch gehen und mit ein bisschen Glück, und für weitere 6.000 Euro, einen Löwen erlegen. Völlig legal.

Trophäenjagd aus Naturschutzgründen

Anbieter einer solchen Jagdsafari argumentieren mit dem Artenschutz: Denn eigentlich sollen nur bestimmte Tiere erlegt werden. Außerdem regelt ein Quotensystem, wieviele Tiere geschossen werden dürfen.

Auch laut WWF sind Maßnahmen im Naturschutz meistens dann besonders wirksam, wenn die Menschen von ihnen profitieren. Denn erst dann gäbe es genügend Anreize diese zu schützen und zu erhalten. So betonen auch viele Jäger, dass es ihnen bei ihrem Tun in erster Linie um den Naturschutz ginge.

Dennoch steht auch der WWF dieser Art des Jagens kritisch gegenüber. Denn meist werden laut WWF zu viele Tiere geschossen und Regulationen nicht eingehalten.

Jagd bewirkt Rückgang bestimmter Wildtierarten

So ähnlich sehen es auch die Tierschutzorganisationen die nun mit Rückendeckung der Grünen im Rat der Stadt Dortmund fordern, keine Anbieter von tier- und artenschutzwidrigen Jagdreisen mehr auf der Messe „Jagd und Hund“ zuzulassen.

In einer Pressemitteilung betonen die Grünen, dass Studien zeigen, dass „auch legale Trophäenjagden ein wesentlicher Faktor für den Rückgang bestimmter Wildtierarten sind“.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt Dortmund mehrfach als nachhaltigste Stadt Deutschlands und als „Fair Trade Town“ ausgezeichnet wurde, sei es daher nicht akzeptabel, dass in den (städtischen) Westfalenhallen Werbung für diese Art der Jagdreisen zugelassen ist. Sie fordern daher, dass die Stadt Angebote von Jagdreiseveranstaltern auf der Jagd und Hund in Zukunft nicht mehr zulässt.

Gejagd werden auch Löwen, Leoparden und Elefanten

„Selbst die Tötung bedrohter und international geschützter Arten wie Löwen, Leoparden, Eisbären, Nashörner oder Elefanten ist Teil solcher Angebote“, heißt es auch von Seiten der Grünen.

Altuelle Top-Themen:

Die Grünen argumentieren weiter, dass allein in Afrika 18.000 Großwildjäger aus dem Ausland jedes Jahr über 100.000 Wildtiere erlegten. „Damit reduzieren sie die Tierwelt in erheblichem Ausmaß.“

Dass Jagdreisen einen Beitrag zum Schutz der bejagten Arten leisten würden, ist nach Auffassung der Partei und der Tierschützer nicht haltbar. Der Grund: die beträchtlichen Summen, die Hobbyjäger für eine Jagdreise ausgeben, landeten in der Regel nicht bei der lokalen Bevölkerung oder einer Nationalparkverwaltung, sondern überwiegend bei Reiseveranstaltern und Jagdfarmbesitzern.

Info

Die „Jagd und Hund“ läuft vom 29. Januar bis 3. Februar in den Westfalenhallen.

Zu den Tierschutzorganisationen die deutliches Unverständnis gegenüber dieser Art der Angebote zeigen gehören unter anderem der Deutsche Naturschutzbund, Pro Wildlife und der Deutsche Naturschutzring.