Trinkhalle: Meine neu entdeckte Liebe

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Dortmund/NRW - Ich komme aus Ostfriesland und kannte sie früher nicht: die Trinkhalle. Jetzt weiß ich sie sehr zu schätzen. Logisch, dass sie einen eigenen Tag bekommt.

Ich bin Ostfriesin. Und in Ostfriesland kennt man Läden für den schnellen Einkauf ganz gut. Mini-Märkte, die nicht alles haben, aber eben das, was man zwischendurch so braucht. Kioske haben wir auch. Mit einem Schiebefenster und Zeitungsverkauf, Eis, Kippen und Süßigkeiten. Aber Trinkhallen? Was soll denn das sein?

Dortmund - Das habe ich zumindest gedacht, als ich ins Ruhrgebiet gezogen bin. Lacht mich nicht aus, aber nein, die kannte ich echt nicht. Der Mix aus Kiosk und Mini-Markt, dann auch noch lange geöffnet und meist mit einer urigen Atmosphäre: genial!

Trinkhalle, du hast einfach Charme!

Mittlerweile habe ich eine solche Trinkhalle direkt um die Ecke. Und ich bin froh drüber! Denn wenn ich mal ein paar Kleinigkeiten brauche, gehe ich super gerne dorthin. Lange Schlangen ausgeschlossen. Ein Pläuschchen mit dem Inhaber, der mich ja jetzt auch schon kennt, ist dafür inklusive. Vor allem an Tagen, an denen es mir nicht so gut geht, muss ich manchmal einfach ein Tütensüppchen haben. Oder Chips. Oder beides. Und das kann ich mir dann innerhalb von wenigen Minuten besorgen.

Dass aus dieser Trinkhallen-Kultur im Pott richtiger Kult geworden ist: verständlich! Sie passen einfach ins Bild. Sind authentisch. Klein und unauffällig oder groß mit Leuchtschrift. Hat einfach was!

Der 1. Tag der Trinkhallen

Und eben weil die Trinkhallen so typisch Pott und gar nicht mehr wegzudenken sind, hat die Ruhr Tourismus GmbH diesen Einrichtungen einen ganzen Tag gewidmet. Den 1. Tag der Trinkhallen. „Kumpels, Klümpchen & Kultur“ ist das Motto, unter dem sich 50 Läden mit Kulturprogramm präsentieren dürfen.

Viele hatten sich beworben, nur diese Anzahl an Bewerbern wurde ausgewählt, die Besucher nicht nur mit dem eigenen Angebot und Herzlichkeit, sondern auch noch mit Poetry Slam, Literatur, Musik und anderen Highlights begrüßen zu dürfen. Selbstverständlich sollen sich auch die anderen Buden an diesem Tag feiern lassen - und sind für alle wie sonst auch geöffnet.

In Dortmund sind sechs Buden mit Programm dabei. Unsere Karte zeigt, welche das genau sind:

Es gelten übrigens die normalen Öffnungszeiten der Trinkhallen. Zwischen 16 und 22 Uhr gibt es dann kulturelles Programm zu sehen und zu hören. Völlig kostenlos übrigens. Euer Besuch wird am 20. August also einfach nur durch Musik und Co. noch ein klein wenig schöner als er es sowieso schon immer ist. In diesem Sinne auch jetzt schon: Alles Gute, liebe Trinkhalle. Auf noch viele gemeinsame Jahre!