Bauern protestieren

Mit Treckern und Plakaten: Rund 200 Bauern protestierten im Ruhrgebiet

Am Montag (25. November) demonstrierten erneut viele Bauern. Auf dem Weg zur Kundgebung in Berlin hielten rund 200 Trecker auch in Dortmund. Ihre Forderungen: Mehr Mitsprache bei politischen Entscheidungen und keine Kürzung der Subventionen. 

  • Am Montag (25. November) ist ein Konvoi aus rund 200 Treckern durch Dortmund gefahren. 
  • Die Bauern waren auf dem Weg zu einer Kundgebung in Berlin. 
  • Der Staffelkonvoi hat Dortmund in Richtung Hamm verlassen. 

Bauern-Demo im ganzen Ruhrgebiet: Die ersten Trecker erreichen Bochum

Update, Montag (25. November), 14.51 Uhr: Nachdem der Trecker-Konvoi Dortmund in Richtung Hamm verlassen hat, und die B1 seit 14.40 Uhr auch wieder befahrbar ist, kamen die ersten Traktoren in Bochum an. Auf dem Wattenscheider Hellweg haben sich die ersten 60 Trecker versammelt. Die gesamte Demo ist als Staffelfahrt geplant. Das heißt, es fahren immer einzelne Gruppierung nur eine Etappe der gesamten Strecke durch NRW. Der letzte Konvoi will heute Nacht dann Niedersachsen erreichen und dort die Holzkiste mit den Forderungen an die dort wartenden Landwirte übergeben. Diese bringen sie dann nach Berlin.

Die Kiste ist vollgefüllt mit Papier, worauf die Forderungen stehen, erzählt Christine Plett RUHR24. Eine Forderung lautet: "Wir wollen an einen runden Tisch mit der Politik, bei dem wir Landwirte das Fachwissen einbringen". Gemeinsam wolle man eine friedliche Lösung finden. Denn nach den aktuellen Vorgaben hätten die Bauern keinerlei freie Entscheidung mehr, wie sie ihre Felder bewirtschaften. "Das gleicht einer staatlichen Enteignung", so Plett. 

Sie richtet ihren Appell aber nicht nur an die Politik, sondern auch an die Verbraucher: "Die müssen auch bereit sein, wieder mehr für Nahrung zu bezahlen." Doch das ist gar nicht so einfach. Denn auch der Einzelhandel sendet falsche Signale. So kündigte Aldi an, die Preise für Milchprodukte weiter senken zu wollen - zum Entsetzen der der Landwirte.

Trecker-Konvoi startet von Dortmund in Richtung Hamm

Update, Montag (25. November), 14.30 Uhr: Gegen 14.15 Uhr hat sich der Trecker-Konvoi aus Dortmund wieder auf den Weg gemacht. Über die B1 geht es in Richtung Hamm. Hier wollen die Landwirte dann die anderen Demonstranten mit ihren Treckern treffen. Diese kommen unter anderem aus Essen und näherer Umgebung. Rund 800 Landwirte werden hier erwartet. Wie die Polizei Unna mitteilte, wird es deshalb zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen auf der B1 in Richtung Werl kommen. 

Für die meisten Landwirte, die zuvor aus dem Kreis Unna und Unna nach Dortmund angereist kamen, endet die Demonstration in Hamm. Sie fahren nicht mit nach Berlin. "Wir haben es jedem selbst überlassen, wie weit er mitfährt", erzählt Christine Plett, die Organisatorin der Bauern-Demo gegenüber RUHR24. Denn bei den meisten heißt es auch, dass die Arbeit auf dem Hof während der Demo liegen bleibt.

So zum Beispiel auch bei einem Landwirt aus Soest. Dieser betreibt die Landwirtschaft nur im Nebenerwerb. Hauptberuflich ist er in der Verwaltung für die Rinderzucht tätig. Er wird die T recker-Demo deshalb in Hamm verlassen, denn er muss noch auf dem eigenen Hof arbeiten. "Doch besser als gar nicht dabei zu sein", sagt er gegenüber RUHR24. Sein Anliegen ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass ein Ende der Landwirtschaft auch das Aus für viele weitere Berufe bedeuten würde. Alle, die in irgendeiner Weise mit den Landwirten verknüpft sind. "Das sind zum Beispiel mein eigener Job in der Verwaltung, aber auch im Bereich Maschinenbau und der Futterindustrie."

Trecker-Demo in Dortmund: Bauern bringen Forderungen nach Berlin 

Update, Montag (25. November), 13.36 Uhr: Einige Bauern aus Essen haben eine Holzkiste dabei. Neben der deutschen und der Flagge von NRW sind darin auch die Forderungen an die Politiker. In Bonn gestartet wird die Kiste in mehreren Etappen nach Berlin gebracht. Aus Bochum sind rund 20 Bauern gekommen, aus Hagen fuhren 18 Traktoren nach Dortmund.

Doch das wird noch etwas dauern: Die Trecker fahren lediglich zwischen 40 und 60 Stundenkilometer schnell. Von Bonn bis Dortmund brauchen sie allerdings nicht mal einen halben Tank. Keiner der Bauern fährt jedoch die Strecke komplett bis Berlin.

Gegen 14 Uhr soll es eine Kundgebung in Dortmund geben, danach machen sich die Bauern wieder auf den Rückweg über die B1 nach Unna. Auf dem Hinweg habe es laut Polizei Unna nur geringe Beeinträchtigungen gegeben, "die geduldig hingenommen wurden". Auch in Dortmund ist die Verkehrslage derzeit ruhig.

Bauern-Demo: Landwirte fordern in Dortmund mehr Mitspracherecht

Update, 12.50 Uhr: Vor Ort machen die Bauern ihrem Unmut Luft. "Der Landwirtschaft wird für alle Probleme der schwarze Peter zugeschoben", sagt ein Demo-Teilnehmer aus dem Kreis Unna. Er hat einen Mastbetrieb für Bullen.

Mit der Demo wollen sich die Landwirte Gehör verschaffen und wünschen sich eine neutrale Berichterstattung. In der Öffentlichkeit würde man nur nach den Nasen der Umweltverbände reden, das habe mit der Realität nichts zu tun. Vielmehr wollen die Landwirte in die politische Diskussion einbezogen werden.

Protest der Landwirte in Dortmund

Beispielsweise sei die Nitratbelastung der Böden sowie das Bienensterben keineswegs nur die Schuld der Landwirte. Denn auch sie seien auf Insekten und gute Böden angewiesen. Eine Hauptforderung ist deshalb: "Wir wollen mitgestalten!" Die Landwirte rufen so zu Verhandlungen mit den Bundesministerinnen Julia Klöckner (Landwirtschaft, CDU) und Svenja Schulze (Umwelt, SPD) sowie Nichtregierungsorganisationen auf.

Landwirte erreichen Westfalenhalle in Dortmund

Update, 12.05 Uhr: Die Bauern aus Unna haben den Parkplatz am Remydamm in Dortmund zwischen Westfalenpark und Westfalenhalle erreicht, berichtet unsere Reporterin Lisa Bender. Teilweise sind die Landwirte mit der gesamten Familie angereist, um zu protestieren. Das Hupkonzert ebbt langsam ab. Nun warten die Bauern auf die Nachzügler aus Richtung Bochum und Hagen.

Mit ihren Traktoren kamen am Montag zahlreiche Landwirte nach Dortmund

Update, 11.45 Uhr: Laut hupend rollt der kilometerlange Konvoi von Unna aus über die B1 in Dortmund. Die Traktoren nehmen dabei alle drei Fahrspuren ein.

Dutzende Landwirte fuhren am Montag mit ihren Traktoren über die B1 in Dortmund

Rund 150 Trecker aus Unna fahren Richtung Dortmund

Update, Montag (25. November), 11.05 Uhr: Wie die Polizei via Twitter mitteilte, haben bereits rund 150 Trecker, aus Richtung Unna kommend, Wickede erreicht und befinden sich auf Höhe des Flughafens. Hier fährt der Konvoi weiter über die Emschertalstraße, die Köln-Berliner-Straße und die Leni-Rommel-Straße, wo er schließlich auf die B1 in Richtung Dortmund auffährt. Das bedeutet, dass es auf der stark frequentierten Straße in Kürze zu Verkehrsbehinderungen durch die Demonstration kommen kann. 

Auch wird es zu einigen Straßensperrungen kommen, wie die Polizei Dortmund mitteilte. Davon betroffen sind vor allem die Abfahrten auf die A40

  • A40 in Lütgendortmund: In Richtung Bochum wird die Abfahrt Lütgendortmund an der A40 vorübergehend gesperrt. 
  • A40 in Oespel-Kley: Ebenfalls werden in der Mittagszeit die Abfahrten Oespel/Kley am Indupark nicht befahrbar sein, da der Verkehr nicht auf die Borussiastraße abbiegen kann und einen Rückstau auf die A40 droht.
  • B1/B54 (Stadtkrone): Nach der Kundgebung ist die Auffahrt auf die B1 in Fahrtrichtung Unna für einige Zeit nicht möglich. 

Genauere Zeiten sowie die Dauer der Sperrungen stehen noch nicht fest beziehungsweise können nicht genau vorhergesagt werden. Sobald die Polizei jedoch erste Prognosen abgeben kann, wird sie diese in den sozialen Medien und über den Verkehrsfunk bekannt geben. 

Kilometerlanger Konvoi aus Bochum erwartet

Update, 10 Uhr: Auch aus Bochum reisen zahlreiche Landwirte zur Kundgebung in Dortmund an. Die Polizei Bochum erwartet auch dort Verkehrsprobleme. "Es ist davon auszugehen, dass der Konvoi der langsam aufeinanderfolgend fahrenden Traktoren mehrere Kilometer lang sein wird", sagt die Polizei Bochum. Der Trecker-Zug wird demnach über die Castroper Straße und den Harpener Hellweg in Richtung Dortmund fahren.

Update, 9.42 Uhr: Die ersten Trecker brechen nach Angaben der Polizei Unna gleich in Richtung Dortmund auf. Rund 150 Bauern wollen sich demnach in Unna an der Marie-Curie-Straße treffen treffen. Gegen 10.30 Uhr solle es dann über die B1 in Richtung Dortmund gehen.

Polizei Dortmund erwartet Verkehrschaos bei Trecker-Demo - auch B1 betroffen

Update, Montag, 7.19 Uhr: Wegen der Bauern-Demo rechnet die Polizei Dortmund ab etwa heute Mittag mit "erheblichen Beeinträchtigungen" im Straßenverkehr. Betroffen ist insbesondere der Süden der Stadt: Die Trecker fahren demnach durch Lütgendortmund, Oespel, Kley, Eichlinghofen, Barop, Renninghausen sowie Kirchhörde.

Weil sich die Landwirte auf den Parkplätzen E1 und E2 an der Westfalenhalle treffen, ist auch an der B1 mit Verkehrsproblemen zu rechnen.

Laut den Organisatoren des Netzwerks "Land schafft Verbindung" werden insgesamt einige Tausend Teilnehmer bei mehreren Etappen in NRW dabei sein. Durch Dortmund, wo auch Bauarbeiter einen Protest planen, sollen etwa 700 Teilnehmer fahren.

Trecker-Demo fährt durch Dortmund nach Berlin 

Erstmeldung: Schon Ende Oktober fuhr der Mega-Konvoi aus Treckern demonstrierend durch ganz NRW. Ihr Ziel war die Kundgebung in Bonn. Mit dieser Aktion wollten etliche Bauern in NRW auf sich und ihre Benachteiligung aufmerksam machen. "Bauernbashing", Mobbing, Unzufriedenheit mit der Agrarpolitik der Bundesregierung - diese Themen bewegten die Bauern zur Demo nach Bonn. Am Montag (25. November) wird es wieder zur Trecker-Demo kommen, die diesmal allerdings statt in Bonn in Berlin endet. 

Gegen 8 Uhr werden hunderte Landwirte in Bonn und anderen Städten in NRW sich auf den Weg zur Demo nach Berlin machen. Diese wird auch durch Dortmund führen und einen Tag später (26. November) in Berlin enden. Die Polizei Dortmund rechnet mit 700 Treckern, die in Dortmund auf drei Routen unterwegs sein werden. 

Trecker-Demo wird in Dortmund für Chaos sorgen 

Dadurch wird es zu erheblichen Störungen und Verzögerungen im Verkehr kommen, wie die Polizei Dortmund erklärt. Sowohl der Straßenverkehr als auch der öffentliche Nahverkehr werden betroffen sein.

Die Trecker-Demo wird am Montag über Landes-, Bundes- und Stadtstraßen geführt. Die Trecker werden auf drei Strecken in Dortmund unterwegs sein, um zu einer Zwischenkundgebung auf den Parkplätzen E1 und E2 am Remydamm zu gelangen. Diese ist für etwa 14 Uhr geplant.

Dies sind die drei geplanten Routen für die Anreise der Trecker: 

  1. Über Bochum kommend durch Lütgendortmund, Oespel/Kley, Eichlinghofen und Barop bis in die Innenstadt sind diese Straßen betroffen: Provinzialstraße (B235) - Lütgendortmunder Hellweg - Borussiastraße - Steinsweg - Stockumer Straße - Am Beilstück - Wittekindstraße. Weiterfahrt zum Ziel Parkplatz E1/E2 flexibel nach Verkehrslage.
  2. Aus Hagen über den Ennepe-Ruhr-Kreis anreisend durch Kirchhörde, Renninghausen und Barop bis in die Innenstadt zum Parkplatz E1/E2 sind diese Straßen betroffen: Hagener Straße - Zillestraße - Stockumer Straße - Am Beilstück - Krückenweg - Wittekindstraße. Weiterfahrt zum Ziel Parkplatz E1/E2 flexibel nach Verkehrslage.
  3. Aus Soest/Geseke über Landstraßen und die B1 kommend durch Wickede, Aplerbeck und die Gartenstadt. Betroffen sind auf Dortmunder Gebiet diese Straßen: Chaussee - Emschertalstraße - Köln-Berliner-Straße - Aplerbecker Straße - Leni-Rommel-Straße - B1. Weiterfahrt zum Ziel Parkplatz E1/E2 flexibel nach Verkehrslage.

Trecker-Demo stört auch den ÖPNV in Dortmund 

Nach der Kundgebung wird die Trecker-Demo auf einer Route wieder aus Dortmund herausgeführt in Richtung Hamm. Dabei geht es über die Ardeystraße auf die Maurice-Vast-Straße, die B54, die B1, die Köln-Berliner-Straße und schließlich die Emschertalstraße, die auf die Chaussee führt, von wo aus es denn über Unna in Richtung Hamm geht.

Zeitweise wird die Polizei den Verkehr in Dortmund stoppen müssen, um den kilometerlangen Konvoi aus Treckern geschlossen passieren lassen zu können. Sie bittet Verkehrsteilnehmer jedoch auch an den Stellen auf die Konvois zu achten, wo sie nicht sperrt.

Um die Mittagszeit könnte es vor allem auch Beeinträchtigungen für die Buslinien geben. Dabei sind vor allem die betroffen, die durch Lütgendortmund, Oespel/Kley, Eichlinghofen, Barop und Kirchhörde fahren. 
Alle Verkehrsteilnehmer, die am Montag unterwegs sein, sollten sich auf Verzögerungen einstellen und betroffene Bereiche wenn möglich weitgehend umfahren.

Rubriklistenbild: © Lisa Bender/RUHR24