Hochhaus am Stadthaus kommt! Rat der Stadt stimmt für den Bau

In der Innenstadt am „Platz von Rostow am Don“ wird ein Hochhaus entstehen.  Grafik: Archwerk GmbH
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In der Innenstadt am „Platz von Rostow am Don“ wird ein Hochhaus entstehen. Grafik: Archwerk GmbH

Dortmund/NRW - Auf dem "Platz von Rostow am Don" unweit der Bahn-Haltestelle "Stadthaus" soll ein Hochhaus entstehen. Doch es hagelt ordentlich Kritik.

In der Innenstadt am "Platz von Rostow am Don" wird ein Hochhaus entstehen. Das hat der Rat der Stadt am Donnerstag (15. November) beschlossen. Die Baupläne sehen einen Komplex aus Hotel, Büros und Wohnungen vor. Doch es hagelt Kritik von Seiten der CDU. Das Hochhaus, so die Partei, könnte zu einem sozialen Brennpunkt verkommen.

Update, 16. November 2018, 11.35 Uhr: Jetzt ist das Thema durch. Das Hochhaus am Platz von Rostow kommt! Mit knapper Mehrheit aus Stimmen von SPD und Grünen stimmte der Rat der Stadt dem Vorhaben jetzt zu.

Erstmeldung:

In der südlichen Innenstadt, unweit der Bahn-Haltestelle Stadthaus, könnte am "Platz von Rostow am Don" ein Hochhaus entstehen. Geplant ist ein gläserner Komplex aus Büroräumen, Wohnungen und einem Hotel. Die Architekten des Bauvorhabens sehen zudem eine umfassende Begrünung der Anlage vor.

Hochhaus mit Pflanzen, Glasfront und 20 Stockwerken

Von Seiten der Stadt Dortmund heißt es, dass der "Platz von Rostow am Don" wegen der "nicht mehr zeitgemäßen Platzgestaltung" nur noch eine "geringe Aufenthaltsqualität" biete.

Besucher finden derzeit eine Metropolrad-Station, eine DHL-Packstation und eine kaputte Brunnenanlage am Platz zwischen der Märkischen Straße und der Ruhrallee vor. Dazu gibt es nur wenige Bäume.

Doch das soll sich mit den Plänen zum neuen Hochhaus ändern. Nach den Entwürfen des Architektenbüros Archwerk könnten bald drei teilweise bis zu 60 Meter hohe Gebäude entstehen. Mit begrünten Glasfassaden, Wintergärten und Dachterrassen. Das Hauptgebäude soll dabei über 20 Stockwerke verfügen.

Pläne, die auf Seiten der CDU in Dortmund auf Kritik stoßen. Dort hat man Angst, das Hochhaus könnte zu einem neuen Schandfleck im Stadtbild werden. Sogar von der Entstehung eines sozialen Brennpunkts ist die Rede.

Verkehrsknotenpunkt neu ordnen

Der "Platz von Rostow am Don" gilt mit seiner Bahn-Haltestelle "Stadthaus" als Verkehrsknotenpunkt. Von hier gelangen Fahrgäste unter anderem mit der S4 nach Unna, mit der U45 zum Stadion oder mit der U41 zum Phoenix-See. Die Haltestelle gilt zwar nur als Durchgangsbahnhof, ist aber eine unabdingbare Schnittstelle für Dortmunder Reisende.

Die Pläne zum Bauprojekt sehen vor, mehr aus dem Platz heraus zu holen, als er derzeit hergibt. "Als große Herausforderung gilt es, den öffentlichen Platz, welcher derzeit ausschließlich zur Erschließung der Stadt- und S-Bahn genutzt wird, neu zu ordnen, um seine urbanen und sozialen Qualitäten zu stärken", heißt es von Seiten der Architekten.

Sozialwohnungen mitten in der Innenstadt sollen kommen

Das höchste der Gebäude soll im unteren Abschnitt - bis ins neunte Obergeschoss - ein Hotel mit ca. 184 Zimmern bekommen. Darüber - vom zehnten bis in den neunzehnten Stock - sehen die Baupläne neuen Wohnraum vor.

Allerdings verpflichtet sich der Investor dabei, mietpreisgebunden Wohnraum zu schaffen. Die "Sozialwohnungen" sollen 27 Prozent der gesamten Wohneinheiten einnehmen.

In einem anderen kleineren Gebäude, dem sogenannten Sockelgebäude, soll auf zwei Etagen eine Gastronomiefläche entstehen. In den oberen drei Stockwerken sind Büros geplant.

Für die Außenfassade und den Platz am Boden ist eine Begrünung durch Bäume und Rankpflanzen geplant. Auch das Dach des Hochhauses soll laut Plänen der Architekten Pflanzen bekommen. Dort ist ein Garten mit kleinem Baumbestand vorgesehen.

Die markante Bahn-Haltestelle, die prägend für den Platz zwischen der südlichen und östlichen Innenstadt ist, bleibt erhalten. Die Ein- und Ausgänge bleiben dort, wo sie sich jetzt befinden.

CDU hält Projekt für "zeitgenössische Verblendung"

Bei der CDU-Fraktion im Dortmunder Rat stößt das Bauvorhaben rund um das Hochhaus auf Kritik. "Aus Angst um das Erscheinungsbild der Stadt" lehnen die Politiker die konkreten Pläne zu dem Komplex am "Platz von Rostow am Don" ab.

Grundsätzlich könne sich die CDU ein Hochhaus an der Stelle vorstellen, aber eben nicht in diesem Stil. Laut Aussagen der Fraktion handele es sich bei den Plänen um "eine Leuchtturm-Architektur ohne städtebaulichen Bezug".

Weiter bezeichnet die CDU-Fraktion das Bauprojekt als "urbanes Symbol prominenter Architekten, das einer zeitgenössische Verblendung folgt und ästhetisch abschreckt."

Sorge bereitet den Politikern vor allem der Ruf der Hochhäuser. Mit der Zeit würden sie immer mehr zu sozialen Brennpunkten verkommen. Außerdem sorgen Anonymität und Gleichgültigkeit unter den Bewohnern für Probleme.

Neben den sozialen Problemen sieht der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Uwe Waßmann aber auch verkehrsbedingte Negativpunkte in dem Projekt. So sorge beispielsweise die Nähe zur Märkischen Straße und Ruhrallee für viel Lärm.

Große Wohnanlagen werden vernachlässigt

Als weiterer Knackpunkt gilt aber auch die Größe des Komplexes und die Tatsache, dass Wohnraum darin entstehen soll. Wie Waßmann im Namen der CDU verlauten ließ, sei die Einrichtung öffentlich geförderten Wohnraums nicht ohne Risiken.

Großwohnanlagen seien immer mit viel Arbeit verbunden und es sei bereits an anderen Anlagen sichtbar, dass sich die Bewohner nicht ausreichend kümmern würden. Eine selbstverständliche Pflege sei nicht vorauszusetzen.

Abschließend bezeichnet die CDU den Hochhaus-Plan als "Risikobau", dessen Realisierung "nicht die Idee der CDU für Dortmund sei".