Gelbwesten in Deutschland - unterwandert von Rechten?

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Gelbwesten in Dortmund

Dortmund/NRW - In Frankreich eskalierte der Protest der Gelbwesten-Bewegung. Heute (19. Januar) Demonstrieren auch in Dortmund einige Gelbwesten - bislang friedlich

In Frankreich eskalierte der Protest der Gelbwesten-Bewegung unlängst. Im Dezember 2018 entlud sich der Frust der Demonstranten in heftiger Zerstörungswut, die auch vor dem Triumphbogen nicht halt machte. Am Samstag (19. Januar) demonstrierten auch in Dortmund einige Gelbwesten - friedlich.

Am heutigen Sonntag (20. Januar) sollen am Nachmittag weitere Proteste stattfinden.

Bisher ist es häufig nur eine Handvoll Menschen, die mit ihren gelben Westen durch die Stadt ziehen und Protestschilder hochhalten; so geschehen am Samstag (19. Januar) an der Katharinentreppe gegenüber des Dortmunder Hauptbahnhofs.

Unterwandert von Rechten?

Gelbwesten - in Frankreich, wie in Deutschland - protestieren im Grunde gegen die Regierung. In Frankreich geht es unter anderem um die Erhöhung der Benzin- und Dieselsteuern. Die Dortmunder Demonstranten haben die Gleichheit aller Menschen im Fokus.

So heißt es beispielsweise auf einem ihrer Schilder: Moslem, Christ, weder Rechts oder Links, gemeinsam gegen unmenschliche Politik.

Damit stellen sich die Gelbwesten weder auf die Seite der politisch Rechten oder Linken. Zuletzt wurden aber immer häufiger Stimmen laut, die davon ausgehen, dass die Gelbwesten-Bewegung zunehmend von Rechtsextremisten unterwandert wird.

Rechte nutzen politischen Widerstand für sich

So berichtet der Tagesspiegel bereits im Dezember 2018 davon, dass die inzwischen wegen der Unterstützung eines rechtsextremen Vereins aus der Kieler Landtagsfraktion ausgeschlossene AfD-Chefin aus Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, sich auf Facebook in gelber Weste zeigt.

In einem Bericht von Deutschlandfunk Kultur wird in einzelnen Punkten sogar von Gemeinsamkeiten gesprochen, zwischen den Protesten in Frankreich und Aufmärschen deutscher Rechtspopulisten. Die Schuld für die zunehmende Ungleichheit würde bestimmten Gruppierungen zugeschoben, wie beispielsweise Migranten oder einzelnen Politikern wie Merkel oder Macron.

Kein Übergreifen auf Deutschland

Bisher gehen Politiker nicht davon aus, dass die Gelbwesten-Proteste auch in großem Stil nach Deutschland überschwappen. In einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Monde" sagte CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, dass Rechts- und Linkspopulisten versucht hätten, die "Bewegung auch nach Deutschland zu bringen, doch sie seien damit gescheitert".

Aktuelle Top-Themen:

Bislang sind die Teilnehmerzahlen der Gelbwesten-Kundgebungen in Deutschland eher gering. Vor allem in den sozialen Netzwerken wächst die Unterstützung aber.