Messerattacke: Eltern von getötetem Leon bezeichnen Urteil als "Skandal"

Prozess nach gewaltsamem Tod eines Schülers in Lünen. Foto: dpa
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Prozess nach gewaltsamem Tod eines Schülers in Lünen. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Nach einer tödlichen Messerattacke eines Schülers im Januar dieses Jahres steht das Urteil für den Täter - doch die Eltern des Opfers sind darüber entsetzt.

Nachdem am 23. Januar ein 15-jähriger Lünener einen 14-jährigen Mitschüler in der Schule getötet hat, hat das Gericht am Freitag (2. November) ein Urteil gesprochen. Der Täter muss sechs Jahre in Jugendhaft.

Nach einer tödlichen Messerattacke in einer Gesamtschule in Lünen hat das Dortmunder Landgericht einen 16-jährigen Schüler zu sechs Jahren Jugendhaft verurteilt.

Die Richter sind davon überzeugt, dass der Angeklagte Ende Januar einen Mitschüler vor Beginn des Unterrichts auf einem Schulflur erstochen hat.

Die Tat werteten sie am Freitag jedoch nicht als Mord oder Totschlag, sondern als Körperverletzung mit Todesfolge. Nach Angaben von Gerichtssprecher Thomas Jungkamp konnte die Kammer keine sicheren Feststellungen zum Tötungsvorsatz treffen.

Verhandlung nach Messerattacke unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die gesamte Verhandlung, einschließlich der Urteilsverkündung und -begründung, fand wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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Die Eltern des getöteten 14-Jährigen reagierten auf den Urteilsspruch höchst emotional. Auf dem Gerichtsflur bezeichneten sie die Entscheidung lautstark als "Witz" und "Skandal". Ihre Rechtsanwältin Nisrine Jayd-Rizzo kündigte an, eine Revision in Erwägung zu ziehen.

Die Bluttat vom 23. Januar hatte die Lehrer und Schüler der Lüner Gesamtschule tief erschüttert. Der Angeklagte war nach dem tödlichen Messerstich geflüchtet, jedoch schon kurz darauf von der Polizei festgenommen worden.

In einer seiner Vernehmungen soll er davon berichtet haben, dass er am Tattag zusammen mit seiner Mutter in der Schule gewesen sei. Der 14-Jährige habe auf dem Flur dann seine Mutter provozierend angeschaut, deshalb habe er zugestochen. (dpa)