Nordstadt: Stadt hadert seit Jahren mit 35 "hartnäckigen" Prostituierten

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Prostitution, Prostituierte. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Seit 2011 ist der Straßenstrich in der Nordstadt geschlossen. Seitdem hat die Stadt mit 25 bis 35 illegalen Prostituierten zu kämpfen.

Seit 2011 ist der Straßenstrich in der Nordstadt geschlossen. Seitdem spricht die Stadt von einer "deutlichen Verbesserung der Situation". 25 bis 35 Prostituierte würden sich aber immer noch "hartnäckig" halten.

Gegen die illegale Prostitution geht seit Jahren die sogenannte "Task Force Nordstadt" vor. Laut einem aktuellen Bericht der Stadt würde sich aber immer noch ein "hartnäckiger Kern" von 25 bis 35 Frauen der illegalen Prostitution in der Nordstadt hingeben.

Zumindest sichtbar. Denn laut Experten-Schätzungen soll es 1500 Prostituierte in Dortmund geben, wie die Ruhr Nachrichten im vergangenen Jahr berichteten. Und nicht alle arbeiten legal.

Bis zu 35 "hartnäckige" Prostituierte

Seit Jahren scheint sich an der Zahl der "35 hartnäckigen Prostituierten" in der Nordstadt nichts geändert zu haben. Schon vor zwei Jahren hatte die Stadt einen ähnlichen Bericht mit exakt dem selben Wortlaut veröffentlicht.

Bei dem Damen handelt es sich um überwiegend drogenabhängige Prostituierte. Sie bieten ihre Dienste laut Stadt vor allem in den nördlich an den Nordmarkt angrenzenden Straßen an. Dort ist Prostitution aber nicht erlaubt. Mit ihren Sex-Angeboten versuchen sie vor allem, ihre Drogensucht zu finanzieren.

Wie es von der Stadt heißt, habe sich der sogenannte "Freiersuchverkehr" rund um den Nordmarkt aber in 2018 abgeschwächt. Als Grund nennt die Stadtverwaltung das "konsequente Einschreiten der Ordnungskräfte".

Stadt ahndet Verstöße

Geahndet würden Verstöße gegen das Kontaktaufnahmeverbot, die Missachtung von Durchfahrtsverboten und das "unnütze Umherfahren". Auch das störende Ansprechen Unbeteiligter durch potentielle Freier steht auf der Ahndungsliste des Ordnungsamts.

In Zahlen drückt sich das Ganze folgendermaßen aus:

  • Seit Mai 2011 stellte die Stadt 3100 Straf- und Ordnungswidrigkeitenanzeigen gegen Prostituierte und Freier.
  • In mehr als insgesamt 230 Fällen kamen Prostituierte vorübergehend in Polizeigewahrsam. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 waren es 65; im Jahr 2018 waren es 6.

Grundsätzlich verboten ist Prostitution in Dortmund aber nicht. Sie ist als selbständige Tätigkeit oder in einem Arbeitnehmerverhältnis möglich. Vorausgesetzt, es besteht kein Zwang zur Ausübung.

Prostitution nur noch in der Linienstraße erlaubt

Die Ausübung von Straßenprostitution ist seit Mai 2011 in Dortmund aber nur noch in der Linienstraße mit dem Eckhaus Steinstraße 17 erlaubt. Verboten ist er allerdings in einem weit umfassten Sperrbezirk (siehe Karte). Wer das missachtet, muss mit Geldbußen bis zu 500 Euro rechnen.

Seit Juli 2017 ist das sogenannte Prostituiertenschutzgesetz inkraft getreten. Für Prostituierte gibt es seitdem eine bundeseinheitliche Anmeldepflicht. Außerdem ist eine gesundheitlichen Beratung beim Gesundheitsamt seitdem Pflicht. Sie ist jährlich zu wiederholen.

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In der Kritik steht jedoch, dass die Anmeldepflicht zu gesellschaftlicher Ächtung führe. Insbesondere bestünden von Seiten der Prostituierten Befürchtungen, dass durch den Schriftwechsel mit den Behörde Angehörige von ihrer Tätigkeit erführen.

In diesem Zusammenhang wird auch der personalisierte und sogenannte "Hurenpass" kritisiert. Aus Angst, er könnte in falsche Hände geraten, gehen manche Prostituierte lieber in die Illegalität.