Alternative zu Tierversuchen: Forscherin aus Dortmund gelingt Durchbruch

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Wiebke Albrecht vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) erhält den Tierschutzforschungspreis 2019 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Foto: Mühle/IfADo

Dortmund/NRW - Eine Forscherin aus Dortmund hat eine Methode entwickelt, wie Medikamente ohne Tierversuche getestet werden können. Hier mehr lesen!

Eine Forscherin aus Dortmund hat eine Methode entwickelt, wie Medikamente künftig noch besser ohne Tierversuche getestet werden können. Dafür bekam sie nun den Tierschutzforschungspreis 2019.

  • Forscher aus Dortmund wollen Tierversuche eindämmen.
  • Dafür gibt es bereits ein System in der Kulturschale.
  • Doch die Methode ist nicht ganz sicher - und könnte jetzt durch die Arbeit einer Dortmunder Forscherin verbessert werden.

Ohne Tierversuche? Forscherin aus Dortmund schafft Durchbruch

Medikamente auf ihre Schädlichkeit für die Leber testen, ohne dabei Tiere zu verletzen oder sogar zu töten: Für viele Menschen ist das ein großer Wunsch. Seit Jahren forschen Experten in Dortmund deshalb an Alternativmethoden zu Tierversuchen.

Bereits jetzt gibt es alternative Testverfahren. Mit ihnen können Medikamente in einer Kulturschale gefüllt mit menschlichen Zellen auf ihre Giftigkeit für die Leber überprüft werden. Diese Verfahren stellen Alternativen zu Tierversuchen dar.

Statt am Körper eines Tieres können Forscher somit in einer Kulturschale testen, ob ein Medikament giftig für die Leber ist. Denn so manches Medikament kann sich negativ auf die Leber auswirken und Schäden verursachen.

Tierversuche vs. Leberschäden: Forscher aus Dortmund wollen Alternative

"Diese Leberschäden sind der häufigste Grund dafür, dass Studien mit Wirkstoffen abgebrochen und bereits zugelassene Medikamente vom Markt genommen oder angepasst werden müssen", heißt es vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung aus Dortmund.

Doch bislang gibt es bei Versuchen in der Kulturschale einen Haken. Bisher können die Forscher mit der Methode nicht zu 100 Prozent sagen, ob bestimmte Medikamente für die Leber giftig sind.

Und: Aktuell kann man mit der Methode nur messen, welche Menge einer Substanz in einem Medikament die Zellen des Menschen schädigt. Wissen möchte man aber, welche Menge ein Mensch gefahrlos zu sich nehmen kann.

Forscherin aus Dortmund forscht, um Tierversuche zu reduzieren

Zusammen mit einem internationalen Forschungsteam hat Wiebke Albrecht vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) nun Methoden entwickelt, mit denen beurteilt werden kann, wie gut ein solches System die Situation im menschlichen Körper widerspiegelt.

Heißt: Ein Test in der Kulturschale könnte künftig noch besser vorhersagen, wie viel eines Medikaments für die menschliche Leber unbedenklich ist.

Mit der entwickelten Methode möchten die Forscher dazu beitragen, die Zahl der Tierversuche in der Bewertung von bestimmten Substanzen auf ihre Schädlichkeit für die Leber zu reduzieren.

Für ihren Durchbruch hat Wiebke Albrecht, die seit September 2016 als Doktorandin am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund tätig, nun von Ministerin Julia Klöckner den Tierschutzforschungspreis erhalten.